Start Israel und Region Palästinensische Autonomiebehörde tarnt Terrorzahlungen als Beamtengehälter

Palästinensische Autonomiebehörde tarnt Terrorzahlungen als Beamtengehälter

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Israelische Schekel. Foto Yoav Dudkevitch/TPS-IL
Israelische Schekel. Foto Yoav Dudkevitch/TPS-IL
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Trotz der öffentlichen Ankündigung von Präsident Mahmud Abbas, das umstrittene sogenannte „Pay-for-Slay“-System zu beenden, sollen weiterhin hohe Summen an verurteilte Attentäter und deren Familien fliessen. Laut einem Bericht der israelischen Nachrichtenagentur TPS vom 8. Februar 2026 unter Berufung auf eine Untersuchung von Palestinian Media Watch werden jährlich rund 315 Millionen Dollar an über 23’000 ehemalige Gefangene sowie Angehörige von bei Anschlägen getöteten Tätern gezahlt.

Dem Bericht zufolge wurden die Zahlungen seit 2021 nicht eingestellt, sondern administrativ umetikettiert. Empfänger würden als Beamte, Sicherheitskräfte oder Pensionäre geführt – genau jene Kategorien, deren Finanzierung internationale Geber eigentlich weiterhin unterstützen wollten, ohne Terror zu fördern.

Als „Pay-for-Slay“ wird die Praxis bezeichnet, dass Gefangene für Angriffe auf Israelis monatliche Gehälter erhalten, deren Höhe mit Schwere der Tat und Haftdauer steigt. Auch Familien getöteter Täter erhalten Zahlungen, die von der Autonomiebehörde als „Märtyrer“-Unterstützung bezeichnet werden.

Nach Angaben von Palestinian Media Watch begann die Verschleierung nach internationaler Kritik im Jahr 2020. Damals war bekannt geworden, dass etwa 7’500 freigelassene Terroristen ohne Arbeit reguläre Gehälter erhielten. In Reaktion darauf erliess Abbas Anfang 2021 ein Dekret, das die Empfänger in staatliche Stellen und Rentensysteme integrierte. Eine mehr als 60-köpfige Kommission habe daran gearbeitet, die Umstellung rasch umzusetzen.

Rund 8’000 entsprechende Akten seien zunächst in zivile und militärische Gehaltsstrukturen verschoben worden; inzwischen gehe man von über 10’000 Fällen aus. Die monatlichen Zahlungen liegen laut Bericht typischerweise zwischen 4’000 und 12’000 Schekel (ca. 1’000 bis 3’000 Euro).

Zahlungen auch im Ausland

Der Bericht nennt ausserdem eine zweite Gruppe von rund 13.500 Empfängern ausserhalb der von der Palästinensischen Autonomiebehörde kontrollierten Gebiete. Diese hätten ihre vollen Gehälter über Auslandsvertretungen der PLO erhalten.

Abgehörte Gespräche aus dem Jahr 2026 sollen zudem belegen, dass das Programm weiter ausgebaut wird. Dabei sollen weitere rund 6.000 „Verwundete und Gefangene” als Pensionäre registriert werden, wofür die Behörden Bankdaten einholen.

In einem weiteren aufgezeichneten Gespräch berichtete ein ehemaliger Gefangener, ihm sei in der Gefangenenbehörde mitgeteilt worden, dass Gehälter für Personen mit fünfjähriger Haftzeit aktuell ausgezahlt würden und dies künftig geregelt sei.

Internationale Gelder im Fokus

Laut dem Verfasser des Berichts, Itamar Marcus, Gründer und Direktor von Palestinian Media Watch, haben gerade westliche Unterstützer dadurch unbeabsichtigt Terrorfinanzierung mitgetragen. EU-Staaten wie Deutschland und Frankreich, die USA und die Schweiz finanzierten demnach gezielt Gehälter, Pensionen und Sicherheitskräfte, also jene Budgetposten, in die die Zahlungen integriert wurden.

Marcus sagte, er gehe davon aus, dass das geheime Programm „unter Palästinensern fast allgemein bekannt ist“, da freigelassene Häftlinge „einen hohen Stellenwert geniessen und als Nationalhelden aus dem Gefängnis entlassen werden. Sie sind in jeder Stadt und jedem Dorf zu finden. Jeder weiss davon durch seine Verwandten, Nachbarn und Freunde.“

Der sogenannte „Märtyrerfonds“ umfasse rund sieben Prozent des gesamten Haushalts der Autonomiebehörde, so Palestinian Media Watch. Gefangene erhalten monatlich zwischen 400 bis 3’400 Dollar, abhängig von der Strafdauer. Zum Vergleich: Sozialleistungen für gewöhnliche Palästinenser liegen zwischen 60 und 170 Dollar.

Der vollständige Bericht von Palestinian Media Watch kann hier eingesehen werden: https://palwatch.org/Storage/Special-Reports/2026/Hiding-pay-for-slay-full.pdf

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