In der Sendung Rendez-vous vom 11. Februar 2025 auf SRF wurde ein Beitrag ausgestrahlt mit dem Titel «Palästinenser leben gefährlich in Israel und im Westjordanland. Was dürfen palästinensische Intellektuelle noch sagen, ohne in Israel als Terroristen zu gelten?» Schon die Fragestellung verrät die tendenziöse Stossrichtung: Israel wird als unterdrückerischer Staat dargestellt, welcher Palästinenser systematisch kriminalisiert. Eine differenzierte Betrachtung der Sicherheitslage oder der Umstände, die zu bestimmten Massnahmen führen, fehlt komplett.
Der Beitrag von Susanne Brunner, Auslandchefin Radio SRF, folgt einem bekannten, sich wiederholenden Muster: Israel wird als Aggressor dargestellt, während die palästinensischen Akteure als unschuldige Opfer inszeniert werden.
Beamte der israelischen Polizei haben kürzlich eine Razzia in einer bekannten Buchhandlung in «Ostjerusalem» durchgeführt, die sich auf das Thema «palästinensische Identität» und den arabisch-israelischen Konflikt spezialisiert hat. Dabei wurden Bücher beschlagnahmt und die Inhaber der Buchhandlung verhaftet und kurz darauf wieder freigelassen.
Laut Brunners Bericht hat die israelische Polizei den Buchladen «gestürmt» und Bücher beschlagnahmt, weil sie die «öffentliche Ordnung störten». Diese Darstellung lässt entscheidende Informationen aus: In dem Buchladen wurden Bücher verkauft, die offen zur Gewalt gegen Juden aufrufen und antisemitische Ideologien verbreiten. Darunter befanden sich Werke, die unter anderem Kinder und Jugendliche indoktrinieren und Terrorismus verherrlichen. Dass Israel gegen solche Hetzschriften vorgeht, ist in Zeiten des Krieges leider eine traurige Notwendigkeit.

Besonders bezeichnend ist ein «Kindermalbuch» des südafrikanischen Autors Nathi Ngubane, mit dem Titel «From the River to the Sea» («Palestine will be Free» erscheint auf der letzten Seite des Buches), das von internationalen Medien als «harmlos» dargestellt wurde. Tatsächlich aber glorifiziert es unter anderem die Intifada, das Steinewerfen und den sogenannten Widerstand, also Terrorismus, als positive und heldenhafte Handlungen. Die bewusste Verharmlosung dieser Inhalte ist nicht nur unverantwortlich, sondern auch eine direkte Förderung des palästinensischen Hasses auf Israel von klein auf. Auch einige Buchhandlungen in Südafrika haben das «Kindermalbuch» aus ihren Regalen entfernt, offenbar aber ohne, dass es einen internationalen Aufruhr oder Solidaritätsbesuche durch Schweizer Diplomaten gegeben hat.
Brunner stellt die palästinensischen Buchhändler Mahmoud Muna und dessen Neffen Ahmad Muna als unschuldige Opfer dar, ohne auch nur ansatzweise die problematischen Inhalte ihrer verkauften Literatur zu hinterfragen. Wäre der umgekehrte Fall eingetreten – ein israelischer Buchladen, der anti-palästinensische Hetzschriften verkauft –, wäre der Aufschrei im SRF wohl immens gewesen.

Schweizer Diplomaten als Verteidiger fragwürdiger Akteure
Laut Medienberichten und einem Eintrag auf X nahm ein offizieller Beamter der Schweizer Vertretung in Ramallah an einem Solidaritätsbesuch und der Anhörung der beiden festgenommenen Buchhändler teil. Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) erklärt dazu auf Anfrage von Audiatur-Online:
«Teilnahmen an solchen Anhörungen sind nichts aussergewöhnliches und finden in vielen Ländern regelmässig statt. Sie sind nicht als Misstrauensvotum gegenüber den jeweiligen Behörden zu verstehen auch nicht in diesem konkreten Fall. Die Teilnahme an der Anhörung wurde von der Vertretung in Ramallah selbstständig entschieden. Die Zentrale in Bern war nicht involviert».
Diese Aussage wirft mehrere Fragen auf: Warum engagiert sich die Schweiz in diesem Fall so eifrig? Warum sieht sich ein Vertreter der Schweizer Regierung veranlasst, sich für zwei Buchhändler einzusetzen, die hetzerische Literatur verbreiten? In wie vielen anderen Ländern, insbesondere auch in arabischen Staaten, zeigte die Schweiz ein ähnliches Engagement?
Attending today’s court hearing, 🇧🇪🇪🇺🇫🇷🇮🇪🇳🇱🇸🇪🇨🇭🇬🇧, joined by 🇫🇮 🇮🇹, expressed deep concern at the Israeli police raid against the @Edu_Bookshop in East Jerusalem and the arrests of their employees, Ahmad and Mahmoud Muna. 1/2 pic.twitter.com/YR3GJ93QjR
— Swiss Peace and Human Rights (@SwissPeaceHR) February 10, 2025
Die Behauptung, dies sei eine gängige Praxis, wirkt vorgeschoben, zumal die Schweiz bisher kaum nennenswerte Einsätze zugunsten israelischer Bürger oder gar gegen die systematische Terrorunterstützung der Palästinensischen Autonomiebehörde unternommen hat.
Natürlich sind das Durchsuchen von Buchläden und das kurzfristige Festnehmen ihrer Betreiber nicht wirklich das Gelbe vom Ei. Doch angesichts der Bedrohung, der Israel ausgesetzt ist, sind solche Massnahmen bis zu einem gewissen Grad nachvollziehbar. Die Schweiz hingegen, die seit über hundert Jahren keinen Krieg erlebt hat, sollte sich mit klugen Empfehlungen zur Sicherheitslage Israels zurückhalten. Gerade weil sie durch die Finanzierung von Terror mit Millionen an Steuergeldern selbst dazu beigetragen hat, dass Israel sich mit dieser Situation konfrontiert sieht.
Die «Podcasterin» und der Minister für Gefangene
Speziell ist in Brunners Beitrag auch die Darstellung der «Podcasterin» Amal Shujaiya. Shujaiya war Studentin an der Medienabteilung der Hamas-nahen Universität Birzeit, als sie im Morgengrauen festgenommen wurde. Laut Angaben israelischer Sicherheitsbehörden wurde sie im Juni 2024 festgenommen, weil ihr nach dem Massaker vom 7. Oktober vorgeworfen wurde, Hamas-Propaganda in ihren Podcasts zu verbreiten. Während Brunner sie als unschuldige Journalismusstudentin porträtiert, ist die Realität eine andere: Ihre Beiträge dienten offenbar der Verbreitung terroristischer Ideologien und rechtfertigten Gewalt gegen Israel.

Zudem behauptet Brunner, Shujaiya habe nach ihrer frühzeitigen Freilassung im Rahmen eines Geisel-Austauschs «unterernährt» und traumatisiert» gewirkt. Diese Darstellung ist schlicht falsch. Tatsächliche belegen Aufnahmen eindeutig, dass sie nach ihrer Freilassung genauso aussah wie zuvor – keineswegs ausgezehrt oder geschwächt. Auch dabei handelt es sich wohl um eine bewusste Verzerrung durch SRF um eine anti-israelische Erzählung zu stützen.


Ein weiterer Kronzeuge von SRF und Brunner ist Qadura Fares, der sogenannte «Minister der Palästinensischen Autonomiebehörde für Gefangene». Fares erklärte im offiziellen Fernsehen der Palästinensischen Autonomiebehörde am 20. November 2023: «Dieser ganze Aufschrei und diese ganze Kampagne gegen das palästinensische Volk basiert auf einer Lüge, für die Israel 24 Stunden brauchte, um sie zu erfinden und zu formulieren. Sie haben am 7. Oktober ihre eigenen Zivilisten getötet und all diese Verbrechen begangen und die Leichen verbrannt, und sie haben diese Geschichte erfunden und gesagt: ‚Sie (die Palästinenser) haben vergewaltigt, getötet und verbrannt. … Dieses Narrativ fiel jedoch schnell in sich zusammen … Israels Lüge bringt niemanden mehr aus der Fassung.»
In Brunners Beitrag tritt auch wieder die Gouverneurin von Ramallah, Laila Ghannam, als angebliche Verteidigerin der palästinensischen Bevölkerung auf. Sie beklagt, dass sie ihre «Leute nicht beschützen» könne und dass «die Besatzung» sie an allem hindere. Wieder verschweigt Brunner jedoch, dass Ghannam eine berüchtigte Anhängerin des bewaffneten Kampfes gegen Israel ist. Sie hat mehrfach verurteilte Terroristen glorifiziert, darunter Dalal Mughrabi, die 1978 am berüchtigten Küstenstrassenmassaker beteiligt war, bei dem 38 israelische Zivilisten, darunter 13 Kinder, ermordet wurden.
Insgesamt reiht sich der Bericht in die einseitige und unausgewogene Israel-Berichterstattung von SRF ein. Während die palästinensischen Akteure immer nur als Opfer dargestellt werden, werden die israelischen Sicherheitsmassnahmen stets als willkürliche Repression dargestellt.
Die einzige Möglichkeit, die SRF-Berichterstattung zu ändern, ist offenbar über den finanziellen Druck. Beschwerden oder rechtliche Schritte haben sich bisher als grösstenteils nutzlos erwiesen. Die Schweizer Bevölkerung zahlt mit 335 Franken pro Jahr die höchsten geräteunabhängigen Zwangsgebühren weltweit – das muss sich dringend ändern.
























