Start News Israel gedenkt seiner Gefallenen – und bleibt in Alarmbereitschaft

Israel gedenkt seiner Gefallenen – und bleibt in Alarmbereitschaft

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Gedenken auf dem Friedhof Kiryat Shaul in Tel Aviv. Foto IMAGO / ZUMA Press
Gedenken auf dem Friedhof Kiryat Shaul in Tel Aviv. Foto IMAGO / ZUMA Press
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Um 11 Uhr Ortszeit erklang am Dienstagmorgen die Sirene – zwei Minuten lang, im ganzen Land. Auf Autobahnen stoppten Fahrzeuge. Menschen traten aus Büros und Cafés. Israel gedachte seiner Gefallenen.

Jom Hasikaron, der israelische Gedenktag für gefallene Soldaten und Opfer des Terrorismus, ist kein staatliches Ritual. Er ist ein kollektiver Moment des Schmerzes – tief verankert im israelischen Bewusstsein. Und in diesem Jahr ist dieser Schmerz besonders gegenwärtig.

Die Zahlen des vergangenen Jahres

172 Soldaten und 56 Zivilisten wurden im vergangenen Jahr getötet. Damit erhöht sich die Gesamtzahl der im Krieg gefallenen israelischen Soldaten auf 25’648. Die Zahl der in Terroranschlägen ermordeten Zivilisten beläuft sich auf 5’313.

Diese Zahlen stehen nicht für sich. Sie stehen für Familien, für Kinder, die ohne Eltern aufwachsen, für Eltern, die ihre Kinder beerdigt haben.

Weiterhin Tote im Libanon – trotz Waffenstillstand

Der Waffenstillstand im Libanon hält formal – aber er kostet weiterhin Leben. Am Wochenende wurden zwei israelische Reservisten getötet. Feldwebel Lidor Porat (31) aus Aschdod starb, als ein Pionierfahrzeug der IDF im vorderen Verteidigungsabschnitt auf eine von der Hisbollah gelegte Sprengladung fuhr. Bereits am Freitag wurde Stabsfeldwebel Barak Kalfon (48) durch eine Sprengvorrichtung getötet.

Seit Anfang März sind damit 15 israelische Soldaten im Libanon gefallen. Die Hisbollah hält auch unter Waffenstillstandsbedingungen an ihren Strukturen fest.

Die Worte der Staatszeremonie

Bei der Staatszeremonie auf dem Platz der Klagemauer sprach Staatspräsident Isaac Herzog über das Vermächtnis der Gefallenen: «Sie hinterliessen eine Leere in unseren Herzen, die sich niemals schliessen wird. Aber sie hinterliessen uns auch Stärke des Geistes. Wir leben nicht vom Schwert – aber mit ihm. Wir führen es mit einer Hand, wenn es nötig ist, wie jetzt. Doch der Geist wird immer bestehen: der Geist, der von Frieden, Freiheit und Würde träumt, der erfüllt ist von Glauben und von Liebe für die Menschheit, das Volk und das Land.»

IDF-Generalstabschef Zamir richtete sich mit klaren Worten an die Gesellschaft: «Wir als Volk – alle Teile des Volkes – müssen eine tiefe Partnerschaft in der Sicherheitsmission eingehen und die Last gemeinsam tragen, durch Lernen und Veränderung. Dieser Krieg hat uns gelehrt, dass dies die wesentlichen Bedingungen für unsere militärische Stärke sind – und dass Zusammenhalt eine Bedingung für unser Überleben ist.»

Von der Trauer zur Feier – und zurück zur Realität

Mit dem Ende von Jom Hasikaron vollzieht Israel heute Nacht einen der markantesten Übergänge im jüdischen Kalender: Der Gedenktag geht nahtlos in den 78. Unabhängigkeitstag über. Trauer und Freude – im Abstand von Stunden.

Doch die Feier findet vor einem angespannten Hintergrund statt. Israel befindet sich in erhöhter Alarmbereitschaft. Die Gespräche zwischen den USA und dem Iran über einen Waffenstillstand stehen auf der Kippe. Die von US-Präsident Trump gesetzte Zweiwochenfrist läuft morgen ab. Laut saudischen Medien hat Pakistan beide Seiten gebeten, die Frist um weitere zwei Wochen zu verlängern.

Ob diese Verlängerung zustande kommt und was ein mögliches Scheitern der Gespräche für die Region bedeutet, wird sich in den nächsten 24 Stunden zeigen.

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