
Der Antisemitismus in der Schweiz bleibt auch zwei Jahre nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel auf einem deutlich erhöhten Niveau. Dies geht aus dem Antisemitismusbericht 2025 hervor, der von der Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus (GRA) und dem Schweizerischen Israelitischen Gemeindebund (SIG) veröffentlicht wurde.
Obwohl die Zahl antisemitischer Vorfälle in der realen Welt im Jahr 2025 leicht zurückging, blieb das Niveau deutlich höher als vor dem 7. Oktober 2023: Insgesamt wurden 177 antisemitische Vorfälle im öffentlichen Raum registriert. Im Jahr zuvor waren es 221. Zum Vergleich: 2022 wurden lediglich 57 Vorfälle erfasst.
Parallel dazu stieg die Zahl antisemitischer Inhalte im Internet stark an. Insgesamt wurden 2185 Online-Vorfälle registriert – ein Anstieg von rund 36,9 Prozent gegenüber 2024.
Damit wurden 2025 insgesamt über 2300 antisemitische Vorfälle dokumentiert.
Tätliche Angriffe, Beschimpfungen und Schmierereien
Die 177 Vorfälle in der realen Welt umfassten unterschiedliche Formen antisemitischer Handlungen. Dazu gehörten fünf tätliche Angriffe, 42 Beschimpfungen, 80 antisemitische Aussagen, 28 Schmierereien, drei Sachbeschädigungen, zehn öffentliche Auftritte sowie neun Plakate oder Banner mit antisemitischen Inhalten.
Zu den gravierendsten dokumentierten Vorfällen zählen mehrere körperliche Angriffe auf Juden. So wurde beispielsweise in Luzern ein Mann, der eindeutig als Jude erkennbar war, auf offener Strasse beschimpft und ins Gesicht geschlagen. In Zürich wurde eine junge, jüdisch-orthodoxe Frau mit Steinen beworfen. In Davos griff ein Täter an drei verschiedenen Orten jüdisch-orthodoxe Touristen an, beschimpfte sie, bespuckte sie und stiess sie weg.
Es wurden auch antisemitische Beschimpfungen und Drohungen dokumentiert. So riefen Schüler einer Schule im Kanton Zürich einer jüdischen Mitschülerin unter anderem „Kill the Jews” zu und bezeichneten sich selbst als „Jewhunter”. In Basel beschimpfte ein Fahrradfahrer Teilnehmer einer Beerdigung vor dem jüdischen Friedhof als „dreckige Juden”.

Darüber hinaus kam es zu offenen Diskriminierungen. In Graubünden wurde jüdischen Touristen in einem Hotel mit der Begründung «Wir vermieten keine Zimmer an Juden» eine Unterkunft verweigert.
Auch antisemitische Schmierereien wurden mehrfach registriert. In Basel wurden Hakenkreuze und SS-Runen zusammen mit Parolen wie «Heil Hitler» gesprayt. In Zürich wurde unter anderem die Parole «Verbrennt die Juden!» an eine Tür geschrieben.
Massive Zunahme antisemitischer Online-Inhalte
Besonders stark nahm der Antisemitismus im Internet zu.
Mit 1445 Fällen entfiel der grösste Teil der antisemitischen Online-Beiträge auf Telegram. Dort werden antisemitische Inhalte laut Bericht häufig kaum gelöscht und in bestimmten Gruppen offen verbreitet.
Die zweitgrösste Zahl antisemitischer Beiträge fand sich in den Kommentarspalten von Online-Medien. Dort wurden 380 antisemitische Kommentare registriert.
Der Bericht weist darauf hin, dass teilweise offen antisemitische Inhalte über längere Zeit online bleiben, bevor sie gelöscht werden. Dies deute auf Defizite bei Moderation und Kontrolle hin.
Verschwörungstheorien dominieren antisemitische Inhalte
Die häufigste Form antisemitischer Inhalte im Internet waren Verschwörungstheorien, die 42 Prozent aller Online-Vorfälle ausmachten.
Zu den verbreiteten Narrativen gehörten klassische antisemitische Verschwörungstheorien, etwa die Behauptung, Juden kontrollierten Medien, Banken oder Regierungen.
Eine besonders verbreitete Theorie war laut Bericht die sogenannte «Chasaren-Theorie», die behauptet, Juden hätten keine historischen Wurzeln im antiken Israel und daher kein Recht auf einen jüdischen Staat.
Zu den weiteren antisemitischen Inhalten zählten die Leugnung oder Verharmlosung des Holocausts sowie Vergleiche Israels mit dem Nationalsozialismus.
Angespannte Stimmung in der jüdischen Gemeinschaft
Der Bericht beschreibt eine weiterhin angespannte Stimmung innerhalb der jüdischen Gemeinschaft in der Schweiz.
Demnach vermeiden es viele Juden, religiöse Symbole öffentlich zu tragen oder Orte zu besuchen, an denen sie mit Feindseligkeiten rechnen müssen. Einige fühlen sich aus bestimmten gesellschaftlichen Räumen verdrängt.
Besonders an Universitäten sind pro-palästinensische Aktivisten sehr aktiv. Dort komme es teilweise zu Aktionen mit Parolen gegen Israel, zur Verherrlichung von Terrorismus oder zu Aufrufen zur Intifada. Dies belaste jüdische Studierende erheblich.
Sicherheitslage bleibt angespannt.
Auch aus sicherheitspolitischer Sicht bleibt die Lage angespannt.
Der Nachrichtendienst des Bundes stuft jüdische und israelische Einrichtungen in der Schweiz weiterhin als stark gefährdet ein.
In dem Bericht wird zudem auf eine Reihe internationaler Anschläge auf jüdische Einrichtungen in den vergangenen Jahren verwiesen. Diese werden als dauerhaftes Sicherheitsrisiko für jüdisches Leben in Europa angesehen.
Warnung vor gefährlicher Normalisierung
In ihrem Bericht warnen die Autoren davor, antisemitische Vorfälle als unvermeidliche Begleiterscheinung politischer Konflikte zu akzeptieren.
Eine solche Normalisierung könne langfristig die Grundlagen eines demokratischen Staates untergraben. Staatliche Institutionen und die Zivilgesellschaft seien daher aufgefordert, antisemitischen Entwicklungen entschieden entgegenzutreten.
Download Bericht: Antisemitismusbericht 2025 für die die deutsch-, italienisch- und rätoromanischsprachige Schweiz






















Noch etwas,
die Foto habe ich mir nun genauer angesehen. Insbesondere die Erklärung unter dem Bild.
diese Demo hat dem nach am 28.10. 2023 statt gefunden! Und da wird davon geredet/geschrieben auf dem Plakat “ Israel begeht Holocaust an den Palästinenser“ Das ist schon ein starkes Stück mit solchen Slogans zu demonstrieren, nicht mal ganz einen Monat nach dem 7. Oktober.
Wie quer muss man gestrickt sein.
Weil ich gestern in einem Kommentar bei einer Tageszeitung nach Quellenangaben für die Behauptung „Israel habe im Gaza Krieg Phosphatbomben eingesetzt“ gebeten habe, wurde ich ganz schön mit negativ Kommentaren eingedeckt.
Die ganz schlimmen Kommentare gegen Israel und ,oder gegen Juden ,sind immer anonym. Einer „MJ. „meinte ,für mich würde so wie so nur Audiatur-online als wahr gelten.
Eine andere „Erika2“ wundert sich nicht ,dass der Antisemitismus dauernd zu nimmt.
Alle diese Kommentatoren/innen sind zu feige um mit ihrer Person zu ihrer Meinung zu stehen. Schade mit der „Erika“ z.B. würde ich gerne mal Kaffee trinken. Und uns austauschen.
Die linken Medien tragen mit ihren völlig einseitigen, schlecht recherchierten oder direkt von Al Jazeera importierten Berichten viel zum Antisemitismus bei. Leider sind in den letzten Jahren auch viele Leute in unser Land gekommen, welche ihr Gastrecht schamlos missbrauchen, indem sie den in ihren Heimatländern üblichen Antisemitismus auch hier verbreiten. Solche Leute sollten hier nicht geduldet werden. Sie schaden mit ihrem Verhalten auch all den anständigen Ausländern.