Start Audiatur Exklusiv Sechs ermordete Juden, kein Aufschrei der dauerempörten «Zivilgesellschaft»

Sechs ermordete Juden, kein Aufschrei der dauerempörten «Zivilgesellschaft»

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Sechs Tote und sechs Schwerverletzte in Jerusalem, als Terroristen das Feuer auf einen Bus und Fussgänger eröffnen, 8. September 2025. Foto IMAGO / Anadolu Agency
Sechs Tote und sechs Schwerverletzte in Jerusalem, als Terroristen das Feuer auf einen Bus und Fussgänger eröffnen, 8. September 2025. Foto IMAGO / Anadolu Agency
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Montagmorgen, Berufsverkehr in Jerusalem. Eine Bushaltestelle, ein Linienbus, Menschen auf dem Weg zur Arbeit, zur Schule, ins Krankenhaus. Sekunden später: Schreie, Blut, Chaos. Zwei palästinensische Terroristen eröffnen mit Sturmgewehren das Feuer auf Fahrgäste des Busses und Passanten an der Ramot-Kreuzung. Sechs Menschen werden ermordet, über zwanzig verletzt, dazu mehr als zwei Dutzend in Schockzustand. Ein Soldat und bewaffnete Zivilisten stoppen die Täter und erschiessen sie noch am Tatort.

Die Terrororganisationen Hamas und Palästinensischer Islamischer Dschihad feiern den Anschlag als «heroische Operation» und «natürliche Antwort». Der Mord an Juden und Zivilisten wird dabei offen verherrlicht.

Diese Fakten sind eindeutig und wurden von mehreren unabhängigen Quellen schon sehr schnell bestätigt. Und doch: Wer die Berichterstattung im deutschsprachigen Raum verfolgt, liest teilweise eine andere Geschichte.

SRF: Ein Lehrstück der Verzerrung

Der SRF-Artikel zum Anschlag trägt die Überschrift: «Sechs Tote nach Schüssen in Jerusalem – das ist bekannt». Schon hier beginnt die Relativierung. «Schüsse» – als handle es sich um ein missglücktes Jagdunglück oder ein zufälliges Scharmützel.

Besonders zynisch wirkt die sprachliche Verrenkung im SRF-Text: «Die Polizei nannte die Täter ‹Terroristen›» und «Sie wurden als ‹Terroristen› bezeichnet». Das ist kein Detail, das ist bewusste Distanzierung. Anstatt klar zu schreiben «Es waren Terroristen», versteckt sich die Redaktion hinter indirekter Rede. Damit bleibt ein Hintertürchen offen: vielleicht waren es ja doch nur «mutmassliche Schützen» oder «Angreifer» oder gar «Widerstandskämpfer»?  Diese feige Formulierung relativiert eine Tatsache, die in keinem seriösen Medium bestritten wird – zwei bewaffnete Männer haben wahllos jüdische Zivilisten erschossen. Was ist das, wenn nicht Terrorismus?

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Screenshot SRF

Weiter wird von SRF, statt die Opfer in den Mittelpunkt zu stellen der Schauplatz beschrieben: «Eine Strasse, die zu jüdischen Siedlungen im Osten Jerusalems führt.» Der unterschwellige Sinn ist klar: Wer dort lebt oder wartet, ist irgendwie «Siedler» – also selbst schuld oder rechtsextrem oder sonst wie ganz schlimm.

Ohrenbetäubendes Schweigen der dauerempörten «Zivilgesellschaft»

Und während in Israel Familien ihre Angehörigen begraben, herrscht bei den sonst so lautstarken Pro-Palästina, Pro-Gaza- und Pro-Hamas-Groupies in der Schweiz Funkstille. Keine Solidaritätsbekundungen von SP und Grünen, kein betupfter TV-Auftritt von SP-Nationalrat Fabian Molina, kein Vorstoss für eine Sondersession, keine Mahnwachen von den «Menschenrechts»-Aktivisten, die sonst jede israelische Polizeiaktion mit Megafonen begleiten. Dieselben, die Israel tagtäglich wegen irgendetwas anprangern, schweigen, wenn jüdische Zivilisten ermordet werden.

Diese Doppelmoral ist nicht nur beschämend, sie ist unerträglich und gefährlich. Und sie sendet eine klare Botschaft: Jüdisches Leben zählt weniger.

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Fotos zVg

Die Opfer von Ramot – Yaakov Pinto (25), Israel Mentzer (28), Yosef David (43), Levi Yitzhak Pash (57), Sarah Mendelson (60), Mordechai Steinsteg (79) – sind keine abstrakten Namen. Sie sind Menschen, die mit ihrem Blut bezahlen mussten, weil islamistische Terroristen glauben, dass der Mord an Juden eine «natürliche Reaktion» sei.

Und sie klagen nicht nur die Täter an, sondern auch jene, die hierzulande durch beschönigende Worte, falsche Vergleiche oder schlichtes Schweigen mitschuldig werden.

Möge die Erinnerung an Yaakov, Israel, Yosef, Levi Yitzhak, Sarah und Mordechai ein Segen sein – für ihre Familien, für Jerusalem, für das Volk Israel.

3 Kommentare

  1. Nun ja, ich war an diesem Montag in Jerusalem. Meistens fahren wir mit dem öffentlichen Verkehr. Diesmal, haben wir für diesen Tag ein Auto gemietet. Haben also diese Terroraktion nicht miterlebt. Aber es ist nur noch zum Fremdschämen, wie die Medien, nicht nur SRF, alles was den Terror gegen Israel betrifft versucht zu beschönigen und klein zu reden. Danke Audiatur, die solche Machenschaften aufdeckt.

  2. DER TRIUMPH DER SCHAMLOSIGKEIT Tagesanzeiger 19.07.25

    „Dieser Kampf geht über das palästinensische Volk und die arabische Welt hinaus. Es ist jetzt ein Kampf um die Seele der Menschheit“. „Der Zionismus hat den gesamten Planeten in einen moralischen Abgrund gestürzt und macht sich über das Völkerrecht und unsere Souveränität lustig. Er ist eine Geißel der menschlichen Zivilisation.“
    Richard Medhurst Journalist Grossbritannien

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