Jibril Rajoub. Foto Nati Shohat / Flash90
Jibril Rajoub. Foto Nati Shohat / Flash90
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Der internationale Fussballverband FIFA hat ein Ermittlungsverfahren gegen Jibril Rajoub, den Vorsitzenden des palästinensischen Fussballverbandes, eingeleitet, dies als Reaktion auf eine detaillierte Beschwerde der israelischen NGO Palestinian Media Watch (PMW).

 

In der ursprünglich im Mai 2017 eingereichten Beschwerde legte PMW der FIFA Beweise dafür vor, dass Rajoub gegen die Satzung der FIFA verstossen hat, weil er den Terrorismus propagiert und verherrlicht, zu Hass und Gewalt aufstachelt, Rassismus fördert und die Nutzung des Fussballspiels zum Bau einer Brücke für den Frieden verhindert hat.

In einem Brief an Rajoub, der laut der Jerusalem Post Anfang dieses Monats von einer pro-palästinensischen Medienseite veröffentlicht wurde und vom Januar 2019 datiert ist, bittet Martin Nagoga, Chef der FIFA-Ethikkommission, Rajoub, auf die Beschwerde der PMW Punkt für Punkt zu antworten und erklärt:

„Der Vorsitzende der Untersuchungskammer der FIFA-Ethikkommission hat dieses Untersuchungsverfahren eröffnet, nachdem er anhand eines Dokuments und einschlägiger Beweise festgestellt hat, dass es auf der Grundlage eines Dokuments und relevanter Beweise, die von der Organisation Palestinian Media Watch mit dem Titel „Kick Terror Out of Football“ vorgelegt wurden, stichhaltige Beweise dafür gibt, dass Sie in Ihrer Eigenschaft als Präsident des Palästinensischen Fussballverbandes (PFA) gegen den FCE (FIFA Code of Ethics) verstossen haben könnten“.

Das Schreiben erinnert Rajoub an seine Pflicht, „wahrheitsgemäss, umfassend und in gutem Glauben mit der Ethikkommission zu kooperieren“ und verlangt, dass er bis zum 18. Januar 2019 antwortet.

Auszug aus dem Brief an Rajoub. zVg PMW

Wenn Rajoub für schuldig befunden wird, könnte er sowohl mit hohen Geldstrafen als auch mit einem Verbot der Teilnahme an jeder fussballbezogenen Aktivität für bis zu fünf Jahre rechnen.

Zu den neuesten Entwicklungen sagte PMW-Direktor Itamar Marcus, der den Bericht „Kick Terror out of Football“ verfasst hat:

„Ich begrüsse die Entscheidung der FIFA, eine Untersuchung des Verhaltens von Jibril Rajoub als Leiter des palästinensischen Fussballverbandes einzuleiten. Es ist entwürdigend für die FIFA, einem Terroranhänger, der sich einer abscheulichen rassistischen Sprache bedient, zu gestatten, eine Position mit dem guten Ruf der FIFA zu haben.

Anstatt den schönen Sport zu nutzen, um Brücken zu bauen und Frieden und Koexistenz zu fördern, nutzt Rajoub seine Position, um Gewalt zu schüren und Terror zu fördern und zu verherrlichen. Ich hoffe, dass die FIFA nun ein für allemal Rajoub aus jeder Position in der FIFA entfernen und diesen dunklen Fleck im internationalen Fussball beseitigen wird.“

Rajoub hat gegenüber der Untersuchungsstelle der FIFA keine öffentliche Stellungnahme abgegeben.

Rajoub wurde im August 2018 von der FIFA-Disziplinarkommission sanktioniert und wegen Verstosses gegen Artikel 53 (Anstiftung zu Hass und Gewalt) des FIFA-Disziplinarreglements zu einer 12-monatigen Spielaussetzung und einer Geldstrafe von 20.000 USD verurteilt.

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