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Die israelische Medienbeobachtungsstelle Palestinian Media Watch (PMW) hat Ende Mai in Anbetracht des – in letzter Sekunde zurückgezogenen – palästinensischen Antrags, Israel von der FIFA auszuschliessen, einen längeren Bericht über das Verhältnis der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) zu Sport veröffentlicht.

In dem Bericht kommt die NGO zum Schluss, dass die PA Sport missbraucht, um verschiedene anti-israelische Botschaften zu verbreiten: Der Mord an israelischen Zivilisten sei ehrenvoll und heroisch; ganz Israel gehöre „Palästina“; und Friedensarbeit und „Normalisierung“ mit Israel seien verboten und kriminell. Gemäss PMW sei der Umgang der PA mit Sport ein konkretes Beispiel dafür, wie die PA versuche, den Konflikt auszuweiten statt ihn zu lösen.

Jibril Rajoub, der Vorsitzende des Olympischen Komitees der PA ist derjenige, der den Antrag zum Ausschluss Israels organisiert und vorangetrieben hat. Gemäss PMW ist er auch eine der treibenden Kräfte hinter dem Missbrauch von Sport durch die PA und ein kontinuierlicher Befürworter von Terrorismus.

PMW listet dutzende von Beispielen auf, um diese Vorwürfe zu untermauern. So sei Rajoub beispielsweise verantwortlich für ein „Dalal Mughrabi Tischtennis-Tournier“, benannt nach der palästinensischen Terroristen, die einen Anschlag anführte, der 37 Zivilisten das Leben kostet. Rajoub pries im Oktober 2013 die „glorreichen Taten der heldenhaften Märtyrerin Dalal Mughrabi“ in Al-Hayat Al-Jadida, der offiziellen Tageszeitung der PA an.

Das Tischtennis-Tournier ist bei weitem kein Einzelfall. Wie PMW aufzeigt, führt die Autonomiebehörde Dutzende von Wettbewerben durch, die nach palästinensischen Terroristen (sowohl von Fatah, als auch von PFLP und Hamas) benannt werden, darunter Fussball-, Fecht-, Kampfsport-Turniere und viele weitere Wettkampfveranstaltungen.

Und auch Rajoubs Aussage war kein einmaliger Ausrutscher, wie PMW aufzeigt. Der verurteilte Ex-Terrorist und jetziger Minister gibt etwa damit an, dass er niemanden beim „Massaker in einer Siedlung“ stoppen würde. Zudem erklärt er, die Palästinenser würden eine Atombombe gegen Israel einsetzen, wenn sie denn eine hätten. Rajoub legitimiert Gewalt und Entführungen und ruft regelmässig zum „bewaffneten Widerstand“ gegen Israel auf.

Zudem zeigt PMW auf, wie die PA systematisch sportliche Begegnungen zwischen Israelis und Palästinensern unterbindet und solche Ansätze zur Friedensbildung bewusst verunmöglicht. Auch in dieser Hinsicht tut sich Rajoub einmal mehr hervor, er der die „Normalisierung im Sport“ in der Vergangenheit als ein „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ bezeichnet hat und jegliche sportliche Koordination oder Kooperation mit Israel ablehnt. Stattdessen macht er sich dafür stark, Israel aus allen sportlichen Vereinigungen auszuschliessen.

Damit steht Rajoub nicht alleine. Die Verweigerung des sportlichen Austauschs mit Israel ist einer der Grundsätze der PA. Ein Mitglied des olympischen Komitees der PA bezeichnet etwa ein Fussbalspiel zwischen israelischen und palästinensischen Kindern als „Verbrechen und unpatriotische und unmoralische Angelegenheit“. Die palästinensischen Organisatoren hätten damit das Blut der Kinder und Märtyrer von Gaza beschmutzt. Zudem droht die PA all jenen Palästinensern mit rechtlichen Schritten, die an solchen Anlässen teilnehmen.

Video: Fatah verherrlicht Terroristen und Selbstmordattentate, die Dutzende von Israelis getötet haben.

Schliesslich unterstreicht der PMW-Bericht auch, dass die PA damit fortfährt, die Terroristen der Schwarzen September-Organisation zu verherrlichen. Diese sind verantwortlich für das Massaker an den israelischen Olympia-Teilnehmern in München 1972. Wie PMW mit unzähligen Quellen belegt, werden die Mitglieder der Organisation als ehrenhafte Helden und Märtyrer angepriesen, die den palästinensischen Befreiungskampf exemplifizieren würden.

Laut Palestinian Media Watch, zeigt die Dokumentation des Verhältnisses der PA zum Sport, die Ironie im Antrag für den Ausschluss Israels aus der FIFA auf. Vielmehr sei es die PA, welche wegen grundlegender Verletzung des Sportgeistes von der FIFA suspendiert gehöre.

Dementsprechend fordert PMW die FIFA dazu auf, die PA von allen Aktivitäten auszuschliessen, bis diese sich öffentlich verpflichtet, Sportturniere nicht länger nach Terroristen zu benennen und damit aufhört, die Terroristen des Münchner Massakers und deren Anschlag zu verherrlichen. Zudem habe die FIFA alle Verbindungen mit Rajoub einzustellen, bis dieser seine Aufrufe zu Terror und „Massaker“ zurückzieht.

Die ausführliche Analyse der  Medienbeobachtungsstelle „Palestinian Media Watch“ in englisch als PDF Dokument.