Start Audiatur Exklusiv SRF-Nahostkorrespondentin Christina Brun: Weitere Verbindung zum BDS-Umfeld dokumentiert

SRF-Nahostkorrespondentin Christina Brun: Weitere Verbindung zum BDS-Umfeld dokumentiert

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Christina Brun. Foto Screenshot SRF
Christina Brun. Foto Screenshot SRF
Lesezeit: 2 Minuten

Nach Recherchen des «SonntagsBlick» über eine frühere Verlinkung der Israel-Boykottbewegung BDS durch die neue SRF-Nahostkorrespondentin Christina Brun zeigt eine Recherche von Audiatur-Online einen weiteren Zusammenhang: Bereits 2015 stellte Brun Fotografien für eine Publikation zur Verfügung, deren Herausgeberorganisation die BDS-Kampagne unterstützt.

Wie der «SonntagsBlick» am 11. Oktober berichtete, hatte Christina Brun auf einer früheren Website ihres Fotoprojekts «Stories beyond the Wall» die Israel-Boykottbewegung BDS verlinkt. Nach einer journalistischen Anfrage «verschwand» die Website aus dem Internet. SRF erklärte daraufhin, die Verlinkung habe lediglich «Informationszwecken» gedient. Brun habe die BDS-Bewegung «nie unterstützt». Die ausgebildete Fotografin berichtet seit September 2026 als stellvertretende Nahostkorrespondentin für SRF aus der jordanischen Hauptstadt Amman.

Links auf Christina Brun’s früherer Website mit dem Namen Pieces of Palestine. Foto Screenshot

Eine Recherche von Audiatur-Online zeigt nun einen weiteren dokumentierten Berührungspunkt. In der Dezemberausgabe 2015 der Zeitschrift «Palestine Info» erschienen mehrere Fotografien aus Bruns Projekt. Im Editorial auf Seite 2 bestätigt die Redaktion ausdrücklich, dass Christina Brun ihr die Fotografien zur Verfügung gestellt hatte.

Herausgeberin der Zeitschrift ist die sogenannte «Palästina-Solidarität Region Basel», die auf der Website von BDS Schweiz ausdrücklich unter den Organisationen aufgeführt wird, welche die Boykottkampagne in der Schweiz mittragen. Die Publikation behandelt den Nahostkonflikt aus einer klar reinen pro-palästinensischen Perspektive und berichtet regelmässig über internationale Boykottaktionen gegen Israel. BDS Schweiz verbreitet die Zeitschrift zudem über sein eigenes Publikationsarchiv.

Ausserdem wurden vom 11. Dezember 2015 bis zum 3. Januar 2016 Bruns Bilder als Ausstellung im Kulturraum Tattarletti in Olten gezeigt und auf der Website der israelkritischen Plattform nahostfrieden.ch, die unter anderem Veranstaltungen der BDS-Bewegung und Boykottaufrufe gegen israelische Produkte verbreitet, unter der Parole «VISIT PALESTINE BEFORE IT IS TOO LATE» beworben.

Die internationale BDS-Bewegung («Boycott, Divestment and Sanctions») versucht, Israel durch wirtschaftliche, kulturelle und akademische Boykotte sowie politische Sanktionen unter Druck zu setzen. Ihre Methoden stehen insbesondere wegen antisemitischer Argumentationsmuster und der gezielten Ausgrenzung israelischer Einrichtungen und Personen in der Kritik. Der Deutsche Bundestag verabschiedete am 17. Mai 2019 einen fraktionsübergreifenden Beschluss, in dem ausdrücklich festgehalten wird: «Die Argumentationsmuster und Methoden der BDS-Bewegung sind antisemitisch.» Das Parlament begründete seine Bewertung unter anderem damit, dass Boykottaufrufe gegen israelische Waren und Einrichtungen an die antisemitische Ausgrenzung während der nationalsozialistischen Herrschaft erinnerten

SRF betonte gegenüber dem «SonntagsBlick», es gebe keinen Anlass, an der Professionalität und journalistischen Unabhängigkeit seiner Nahostkorrespondentin zu zweifeln. Zwar liegen die Veröffentlichungen einige Jahre zurück, sie werfen jedoch die Frage auf, ob dem Sender diese Verbindungen zum Umfeld der BDS-Bewegung bei der Ernennung Bruns bekannt waren und wie er sie im Hinblick auf die journalistische Unabhängigkeit seiner Nahostberichterstattung in Zukunft einordnet.

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