Start Audiatur Exklusiv Nicht nur Susanne Brunner: Auch die SRG-Ombudsstelle gehört auf den Prüfstand

Nicht nur Susanne Brunner: Auch die SRG-Ombudsstelle gehört auf den Prüfstand

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Blick in die SRF 4 News- Redaktion im News- und Sportcenter. Foto SRF/Oscar Alessio
Blick in die SRF 4 News- Redaktion im News- und Sportcenter. Foto SRF/Oscar Alessio
Lesezeit: 3 Minuten

Susanne Brunner ist nicht mehr Auslandschefin von Radio SRF. Nach dem Massaker der Terrororganisation Hamas vom 7. Oktober 2023 hatte sie im Radio gesagt, auch Israel habe Geiseln genommen. Die Ombudsstelle SRG Deutschschweiz nannte das damals einen Fehler, sah aber keinen Verstoss gegen das Gesetz. Der Autor hat die Beschwerde damals eingereicht. Er findet, dass nicht nur Brunner, sondern auch die Ombudsstelle auf den Prüfstand gehört.

Freunde Israels haben mit Sicherheit über die am 20. September im Blick Online publizierten Nachricht «Susanne Brunner nicht mehr SRF-Auslandschefin» mit Genugtuung reagiert. SRF begründet den Wechsel mit der Zusammenlegung zweier Abteilungen.

Ein Kommentar von Pedro Bilar

Raphael Rauch, der Verfasser des Artikels, erinnert daran, dass Susanne Brunner nach dem Massaker der Terrororganisation Hamas vom 7. Oktober 2023 in der Sendung «Heute Morgen» von «Hamas-Kämpfern als israelischen Geiseln» sprach. Die Ombudsstelle SRG Deutschschweiz hatte dies damals als Fehler bezeichnet, eine Verletzung des Sachgerechtigkeitsgebots aber verneint.

Die Beanstandung, auf die sich die Ombudsstelle bezog, stammt von mir. Ich habe sie am 9. Oktober 2023 eingereicht. Sie lautete:

Die unwahre und zynische Behauptung, „Israel habe Dutzende von Geiseln genommen“ reiht sich in die einseitige Berichterstattung der SRG zum Thema Israel im Allgemeinen und den Terrorüberfall der Hamas auf unschuldige Zivilisten insbesondere ein.

Hamas hat etwa 130 israelische Geiseln (Anmerkung: das war der derzeitige Stand), darunter Frauen, Kinder, eine Deutsche, mehrere US-Bürger und womöglich auch Schweizer verschleppt. Dies haben die Terroristen selbst dokumentiert, und die Videoclips liegen sicherlich dem SRF News Recherche Team vor. Dies ist eindeutig ein weiteres schweres Kriegsverbrechen (neben der systematischen Abschlachtung von israelischen Zivilisten, ebenfalls von Hamas selbst dokumentiert), welche an Nazi Aktionen erinnert.

Die Gleichsetzung dieser Gräueltaten mit der während Kampfhandlungen festgenommenen Terroristen durch die IDF auf israelischen Boden ist der Gipfel des Zynismus, für das Susanne Brunner selbst zur Rechenschaft gezogen werden sollte.

Eine Entschuldigung wäre ebenfalls angebracht, aber nicht zu erwarten.»

Die Antwort der Ombudsstelle kam am 11. Oktober 2023, also praktisch postwendend. Das Gesetz lässt ihr dafür bis zu 40 Tage Zeit. Was mich vermuten lässt, dass entgegen den Gepflogenheiten (oder gar der festgeschriebenen Vorgehensweise) meine Beschwerde wahrscheinlich entweder die SRG-Verantwortlichen gar nicht erreichte oder zumindest, dass die Ombudsstelle nicht auf deren Reaktion gewartet hat.

Unterschrieben haben Esther Girsberger und Kurt Schöbi, die damals die Ombudsstelle gemeinsam leiteten.

Die Ombudsstelle hält zunächst fest, Brunner habe im selben Bericht die Entführungen durch die Hamas und den Islamischen Dschihad sowie das Massaker am Musikfestival erwähnt. In anderen Beiträgen habe sie die Hamas als Terrororganisation bezeichnet. Dann folgen die entscheidenden Sätze:

Fälschlicherweise ist von israelischen «Geiseln» statt «Gefangenen» die Rede. Susanne Brunner ist praktisch Tag und Nacht an der Arbeit und der Fehler ärgert sie am meisten.

Und weiter:

Es besteht weder ein Grund für eine Entschuldigung noch ist das Sachgerechtigkeitsgebot gemäss Art. 4 Abs. 2 des Radio- und Fernsehgesetzes verletzt.

Sollte die SRG – insbesondere der Publikumsrat SRG Deutschschweiz – Wert auf eine objektive Nahost-Berichterstattung ohne systematisches Framing und Israel-Bashing legen, die den wachsenden, unerträglichen Antisemitismus in der Schweiz befeuern, genügt es bei weitem nicht, lediglich auf die hauptverantwortliche SRF-Journalistin Susanne Brunner zu schauen. Denn auch die Ombudsstelle trägt zu dieser traurigen Situation bei, die für Schweizer Juden mittlerweile immer gefährlicher wird.

Der Publikumsrat wählt die Ombudsleute. Er sollte sich deren Besetzung genauer ansehen. Der heutige Co-Leiter der Ombudsstelle, Urs Hofmann, gibt sein Amt Ende 2026 vorzeitig ab. Esther Girsberger bleibt bis Februar 2028 im Amt. Sie war früher beim Tages-Anzeiger und gehörte 2024 zu den prominenten Unterzeichnern des Gründungsaufrufs des Jüdischen Forums Gescher. Gescher kritisiert die Politik der israelischen Regierung und spricht nur für einen kleinen Teil der Juden in der Schweiz. Wer eine solche Haltung öffentlich vertritt, ist als Schiedsrichterin in Fragen der Nahost-Berichterstattung nicht die naheliegende Wahl.

Wenn man möchte, dass die SRG objektiv und gerecht mit Israel umgeht, sollte man nicht nur für Ausgewogenheit bei der SRG-Berichterstattung, sondern auch für eine Umbesetzung der Ombudsstelle SRG Deutschschweiz plädieren.

2 Kommentare

  1. Es gibt nicht besonders viele Beschwerden über die SRF-Berichterstattung auf der UBI Website: https://www.ubi.admin.ch/de/entscheide/entscheide-suchen-sie-mit-suchkriterien

    Beim SRF-Referendum war die Bedeutung von Ausgewogenheit und unabhängiger Berichterstattung eines der Hauptthemen – die Fehlberichterstattung über Israel wurde in den Debatten jedoch nie erwähnt.

    Angenommen, SRF hätte eine faire und ausgewogene Berichterstattung, dann wäre es kein Problem gewesen, die pro-israelischen Argumente zu erklären und darzulegen, warum sie angeblich nicht in Ordnung seien. Stattdessen wird jedes vernünftige Argument vermieden, und ich habe noch nie ein Interview oder eine Position gesehen.

    Da ich selbst kein SRF mehr schaue, frage ich meine Freunde immer, ob sie jemals eine pro-israelische Position in den Schweizer Medien gehört haben. Die pro-israelischen Argumente sind klar und geradlinig:

    Die israelischen Siedlungen wurden durch den Völkerbund abgesichert, und die historische Verbindung der Juden zu Palästina ist im Völkerrecht anerkannt.
    Israel wurde bereits am zweiten Tag nach der Unabhängigkeitserklärung 1948 von mehreren arabischen Armeen angegriffen, mit dem Ziel, den jüdischen Staat zu vernichten.
    Menschenrechte und Völkerrecht (UNO-Sicherheitsratsresolution 242) verlangen Sicherheit für Staaten, einschliesslich Israels – ohne auch nur einen palästinensischen Staat zu erwähnen und ohne Juden vom Leben im Mandatsgebiet Palästina auszuschliessen.
    https://digitallibrary.un.org/record/90717?v=pdf
    Die Hamas-Charta fordert die Zerstörung Israels; Hamas und Ideen zur Ermordung von Juden sind in der Palästinensischen Autonomie und in Gaza populär und Teil der Hasserziehung.

    Es ist erstaunlich, warum einfache Fragen wie die folgenden nicht einmal gedacht werden können:
    * Warum sind Juden, die in ihren Häusern in Judäa leben, und nicht der palästinensische Terrorismus das Haupthindernis für den Frieden?
    * Wenn der jüdische Staat in der Mitte des Landes nur 30–50 km breit ist – wie kann es dann in Ordnung sein, dass das Völkerrecht die ethnische Säuberung der Juden aus Judäa und Samaria verlangt, nur 80 Jahre nach dem Massenmord an Juden in Europa und der ethnischen Säuberung der Juden im Nahen Osten?
    * Wenn der französische Präsident sich in der UNO mit Saudi-Arabien trifft, um einen palästinensischen Staat anzuerkennen – warum haben Saudi-Arabien und etwa 20 weitere Länder Israel nie anerkannt?
    * Wie können Gazaner zivil unter der Herrschaft der Terrorgruppe Hamas sicher und wohlhabend leben, während sie Hamas wählen und die Zerstörung Israels anstreben?
    * Wäre es nicht menschlich, denjenigen, die nicht in einer Terror-Enklave leben wollen, die Ausreise aus Gaza zu ermöglichen – mit Unterstützung Israels? Oder warum fordert man nicht Israel auf, Gaza zu regieren und Sicherheit zu bringen, falls Israel dem jemals zustimmen würde?

    Wenn vernünftige Menschen die verzerrte Berichterstattung von SRF nicht sehen und blockiert werden, wenn man einfache Fragen stellt – liegt das daran, dass sie Israel und die Juden für ihre Existenz schuldig sprechen?

    Oder geniessen einige es, Israel für das zu beschuldigen, was Europa den Juden angetan hat?

    Es gibt viele Journalisten und Forscher in der Schweiz. Warum lädt man nicht die Propaganda von SRF und anderen Medien in generative KI hoch, erzeugt Statistiken und klassifiziert Propagandamethoden? Besonders nach den Skandalen beim BBC, wo interne und externe Analysen eine anti-israelische Berichterstattung bestätigten, die gegen die eigenen Standards verstösst?

    Es ist dringend nötig, SRF ähnlich zu untersuchen. Mit der hervorragenden Arbeit von Audiatur, die Beispiele bringt und die Methoden von SRF erklärt – das wäre eine solide Forschung.

    Falls Leser meines Beitrags meine Meinung teilen: Gibt es Wege, Schweizer Universitätsstudenten oder israelische Soziologen (etwa von der Bar-Ilan-Universität) einzubeziehen, um den anti-israelischen Bias mit antisemitischem Beigeschmack in den Schweizer Medien einschliesslich SRF zu analysieren?

    Paying for Our Own Brainwashing? The BBC’s Coverage Under Fire
    https://telegraph.com/paying-for-our-own-brainwashing-the-bbcs-coverage-under-fire/

    Data-Driven Research on Journalistic Standards and Practices
    https://www.fifty.global/
    https://x.com/Fifty_Global

  2. Ja das sollte geschehen aber mit einer grossen Kampagne.Eine Entschuldigung und Stellungnahme muss erfolgen. Sie verletzte die Würde der Geiseln, und der in Geiselhaft ermordeten.

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