
Wer gehofft hatte, dass der politische Prozess in Gaza zumindest schrittweise zu einer Schwächung der Hamas führen würde, wird durch einen aktuellen Bericht des Meir Amit Intelligence and Terrorism Information Centers eines Besseren belehrt. Der Bericht für den Zeitraum vom 3. bis 10. März 2026 zeigt: Die Gespräche über die zweite Phase des Abkommens sind ins Stocken geraten, eine alternative Verwaltungsstruktur kommt nicht voran und die Hamas nutzt dieses Vakuum, um ihre Macht im Gazastreifen weiter zu festigen.
Während in westlichen Medien oft so getan wird, als sei die Hamas lediglich ein militärischer Akteur unter vielen oder gar nur ein Störfaktor in einem grösseren „humanitären Konflikt“, zeichnet der Bericht ein anderes Bild: Die Hamas ist nach wie vor die dominierende Kraft in Gaza – politisch, administrativ und sicherheitsbezogen. Gerade weil der Aufbau technokratischer Alternativen sich verzögert, bleibt die Terrororganisation jene Macht, die den Alltag vor Ort prägt.
Laut dem Bericht wurden die Verhandlungen über die zweite Phase der Waffenruhe seit Beginn des Krieges mit dem Iran eingefroren. Damit sind auch Gespräche über eine mögliche Entwaffnung der Hamas betroffen. Nach Angaben aus dem Umfeld der Verhandlungen verhinderten unter anderem massive Einschränkungen des Flugverkehrs geplante Treffen mit Vermittlern aus Ägypten, Katar und der Türkei. Die Hamas selbst bestätigte dem Bericht zufolge, dass die Gespräche derzeit eingefroren sind. Gleichzeitig erklärte das Weisse Haus, die Diskussionen über eine Entwaffnung der Hamas gingen weiter und verliefen positiv.
Diese Blockade hat direkte Auswirkungen auf die Machtverhältnisse im Gazastreifen. So räumte ein Mitglied des nationalen Komitees zur Verwaltung des Gazastreifens laut Bericht offen ein, dass die Arbeit des Gremiums seit Beginn des Krieges erheblich eingeschränkt sei. Einige Hilfsprogramme seien gestoppt worden, Fortschritte seien kaum möglich. Mit anderen Worten: Jene Strukturen, die die Hamas langfristig hätten zurückdrängen können, sind derzeit weitgehend lahmgelegt.
Genau in diesem Stillstand liegt der politische Vorteil der Hamas. Laut Bericht nutzt die Terrororganisation die Verzögerung bei der Aufnahme der Tätigkeit des technokratischen Komitees und der vorgesehenen Sicherheitskräfte, um ihre zivile Verwaltung und ihre Sicherheitsstrukturen weiter zu konsolidieren.
Auch militärisch zeigt sich ein klares Bild. Die israelische Armee setzte ihre Operationen innerhalb der sogenannten „Gelben Linie“ im Gazastreifen fort. Dabei wurden fünf unterirdische Tunnel mit einer Gesamtlänge von mehr als zwei Kilometern sowie Raketenabschussvorrichtungen, die auf israelisches Gebiet gerichtet waren, zerstört. Zudem wurden Terroristen getötet, die diese Linie überschritten oder israelische Soldaten angreifen wollten, sowie weitere Kämpfer, die die Hamas unterstützten. Dies unterstreicht erneut, weshalb Israels militärisches Vorgehen nicht als beliebige Eskalation abgetan werden kann. Es richtet sich gegen konkrete terroristische Infrastruktur und gegen Akteure, die aktiv an der Aufrechterhaltung der Hamas-Herrschaft beteiligt sind.
Der Bericht spricht von einer anhaltend schwierigen humanitären Lage. Nach einer zweitägigen Unterbrechung aufgrund von Sorgen über mögliche iranische Raketenangriffe wurden die Grenzübergänge für Hilfslieferungen am 3. März wieder geöffnet. Laut der Koordinierungsstelle für Regierungsaktivitäten in den besetzten Gebieten (COGAT) wurden alle Anträge der Vereinten Nationen und anderer Hilfsorganisationen für Lebensmittel und Hilfsgüter freigegeben. Hunderte Lastwagen erreichten daraufhin den Gazastreifen.
Händler berichten von schweren Engpässen bei Gemüse, Früchten und Eiern berichten. Die Hamas-Behörde für nationale Wirtschaft habe deshalb feste Preise für verschiedene Waren festgelegt, um Horten und Preismanipulationen einzudämmen. COGAT wiederum wirft der Hamas laut dem Bericht vor, Güter zu beschlagnahmen und Preise künstlich in die Höhe zu treiben, um das eigene Überleben zu sichern, während die Bevölkerung den Preis bezahlt. Auch das passt zu einem Muster, das seit langem bekannt ist: Hamas erscheint nicht als Schutzmacht der Zivilbevölkerung, sondern als Machtapparat, der selbst unter Kriegsbedingungen Kontrolle, Verteilung und Abhängigkeit organisiert.

Laut dem Meir Amit Intelligence and Terrorism Information Center ist der Einsatz technokratischer Sicherheitskräfte weiterhin verzögert, weshalb die Hamas-Polizei im Alltag aktiv bleibt. Das Hamas-Sozialministerium kündigte erneut die Auszahlung von je 500 Schekel an bedürftige Personen an. Dies zeigt, wie die Hamas ihre Herrschaft nicht nur mit Waffen, sondern auch durch Verwaltungszugriff und soziale Steuerung absichert.
Der Bericht dokumentiert bewaffnete Zwischenfälle mit lokalen Milizen im Gazastreifen. So soll im al-Nasr-Viertel von Gaza-Stadt ein Angriff vereitelt worden sein, nachdem Mitglieder einer sogenannten „Volksarmee“ das Feuer auf Hamas-Sicherheitskräfte eröffnet hatten. In einem weiteren Fall hätten Bewaffnete einer anderen Miliz einen Regierungsangestellten der Hamas entführt und Zivilisten verletzt. Solche Vorfälle zeigen, dass es in Gaza durchaus Spannungen und Machtkämpfe gibt. Sie ändern aber nichts am zentralen Befund: Hamas bleibt die organisierte Kraft, die über Sicherheitsstrukturen, Verwaltungsinstrumente und Durchsetzungsfähigkeit verfügt.
Auch in Judäa und Samaria blieb die Lage angespannt. Der Bericht verweist auf umfangreiche israelische Anti-Terror-Operationen, bei denen mehr als 200 gesuchte Personen und Verdächtige festgenommen worden seien, darunter Sprengsatzbauer, Waffenhändler, Hamas-Operative und Personen, denen Anstiftung oder Anschlagspläne vorgeworfen wurden. Zudem seien Waffen, Drehbänke zur Waffenherstellung und grosse Geldsummen zur Terrorfinanzierung sichergestellt worden. Auch hier zeigt sich, dass Israel nicht einem abstrakten „Konflikt“ gegenübersteht, sondern einer konkreten, organisierten terroristischen Infrastruktur.
Zugleich hält der Bericht fest, dass es weitere tödliche Gewalt im Zusammenhang mit Auseinandersetzungen zwischen sogenannten jüdischen „Siedlern“ und Palästinensern gab. Hamas reagierte laut Bericht mit dem Aufruf an Palästinenser in Städten, Dörfern und Flüchtlingslagern in Judäa und Samaria, die Konfrontation mit dem „Feind“ zu eskalieren und Siedlern entgegenzutreten.
Der Bericht führt damit in seltener Klarheit vor Augen, was in vielen westlichen Debatten verdrängt wird. Das Hauptproblem in Gaza ist nicht nur Krieg, Mangel oder administrative Schwäche. Das Hauptproblem ist, dass Hamas trotz militärischem Druck und trotz internationaler Vermittlungsbemühungen weiterhin die entscheidende Macht vor Ort ist. Solange alternative Strukturen nicht greifen und politische Prozesse blockiert bleiben, gewinnt ausgerechnet jene Organisation Zeit, die Gaza in diese Lage geführt hat. Der Bericht macht deutlich, was in vielen westlichen Debatten verdrängt wird. Das Hauptproblem in Gaza sind nicht nur Krieg, Mangel oder administrative Schwäche. Das Hauptproblem ist, dass die Hamas trotz militärischen Drucks und internationaler Vermittlungsbemühungen weiterhin die entscheidende Macht vor Ort ist. Solange keine alternativen Strukturen greifen und politische Prozesse blockiert bleiben, gewinnt ausgerechnet jene Organisation Zeit, die Gaza in diese Lage geführt hat.



























Ja, sich immer nur schön ducken und wegschauen. Das war auch zu grossen Teilen bei der jüdischen Bevölkerung in Europa so, als 1933 die Nazis an die Macht kamen. Was die schrecklichen Folgen davon waren wissen wir heute alle. Nein Ari, diese Haltung bringt gar nichts, im Gegenteil. Seit sich Israel im Nahen Osten erfolgreich gegen seine Vernichtung zur Wehr setzt, erntet der jüdische Staat dafür Respekt, vorallem von den arabischen Staaten. Die IDF wurde ins Leben gerufen, um das jüdische Volk zu verteidigen. Dies geschah seit 1948 äusserst erfolgreich. Warum Sie sich mit Ihren Äusserungen auf die Seite der Feinde Israels stellen ist mir ein Rätsel, denn es gibt einen jüdischen Staat unter 22 arabischen Staaten, deren Fäche ein zigfaches von Israel ist. (Finde es äusserst bedenklich, dass Sie sich hier über die richtige Bezeichnung des jüdischen Kernlandes, „Judäa – Samaria“ lustig machen.) Um Land kann es in diesem Konflikt mit den Palästinensern offensichtlich nicht gehen.
Es ist absolut krass, was für Kommentare hier freigeschlatet werden (Susanna) – allenfalls strafrechtlich relevant. Und Judäa/Sumaira? Ich bitte Sie, das ist lächerlich. Sie tun den Schweizer Juden mit ihren reisserischen Berichten leider keinen Gefallen, liebe Audiatur-Redaktion.
Das war zu erwarten. Hamas muss vernichtet und Gaza jüdisch besiedelt werden. Sonst wird das nichts. Und Gaza muss in die Verwaltung von Israel und Jerusalem einbezogen sein. Alle jordanischen und agyptischen Bürger haben das Land zu verlassen. Und bitte achtet auf eure Sprache. Es gibt keine Palästinenser, es sind alles Moslembrüderschaften und damit Nazis.