Meldung des Tages
Trauer um Familie Gershovich nach Raketentreffer in Haifa
In Haifa wurden am Dienstag drei Mitglieder der Familie Gershovich beerdigt, die ums Leben kamen, als eine iranische ballistische Rakete ihr sechsstöckiges Wohnhaus durchschlug. Zeitgleich erschüttert ein diplomatisches Memo Teheran: US- und israelische Geheimdienste informierten Golf-Verbündete, dass Irans neuer Oberster Führer Mojtaba Khamenei in einem Spital in Qom bewusstlos und in «schwerem» Zustand liege. Er sei von jeder Entscheidungsfindung ausgeschlossen. Damit übernehmen die Revolutionsgarden (IRGC) faktisch die Kontrolle über das Regime – sechs Wochen nach der Tötung Ali Khameneis am 28. Februar. Seit Mojtabas Ernennung am 9. März trat er nie öffentlich auf; nur zwei Textbotschaften wurden im Staatsfernsehen verlesen, keine verifizierte Tonaufnahme seiner Stimme existiert.
Militär & Sicherheit
Terror · Istanbul
Anschlag auf israelisches Konsulat in Istanbul – IS-verdächtiger Yunus E.S. erschossen
Zwei bewaffnete Männer eröffneten am Dienstag das Feuer vor dem Gebäude des seit zwei Jahren geschlossenen israelischen Konsulats in Istanbul. Türkische Sicherheitskräfte erschossen beide Angreifer in einem Feuergefecht; zwei Polizisten wurden verletzt. Das türkische Innenministerium identifizierte einen der Toten als Yunus E.S. und erklärte, er habe «Verbindungen zu einer Terrorgruppe, die die Religion missbraucht». Türkische Medien deuten auf den Islamischen Staat (IS) hin.
Militär · Iran
IAF zerstört Bahram, Mehrabad und Azmayesh – Dutzende Kampfjets greifen iranische Flughäfen an
Dutzende Kampfjets der israelischen Luftwaffe haben in der Nacht auf Dienstag die iranischen Flughäfen Bahram, Mehrabad (Teheran) und Azmayesh angegriffen und nach IDF-Angaben ausser Betrieb gesetzt. Iranische Staatsmedien melden zudem schwere Schäden an einer Synagoge in Teheran sowie an angrenzenden Wohnhäusern, die nach iranischer Darstellung bei einem israelischen Schlag teilweise zerstört wurden.
Militär · Iran
IDF zerstört Petrochemie-Komplex in Südpars – Katz: «Wir schlagen Irans Geldhahn zu»
Israelische Kampfjets trafen eine zentrale petrochemische Anlage am gigantischen Südpars-Gasfeld, der grössten Einnahmequelle des Regimes. Verteidigungsminister Israel Katz erklärte, Ziel sei es, «die finanzielle Lebensader der Ayatollahs zu durchtrennen». Parallel meldete die IDF die Zerstörung weiterer Petrochemie-Anlagen in Shiraz, die Nitrosäure für Sprengstoffe und ballistische Raketen produzieren.
Militär · Hormuz
Trump-Ultimatum läuft heute Nacht ab – «Wir können ganz Iran in einer Nacht auslöschen»
Die von Donald Trump gesetzte Frist zur Öffnung der Strasse von Hormuz läuft in der Nacht auf Mittwoch, 2 Uhr Schweizer Zeit, endgültig ab. Auf einer Pressekonferenz im Weissen Haus erklärte Trump: «Wir könnten am Dienstagabend ganz Iran in einer Nacht auslöschen.» Danach werde er Kraftwerke, Brücken und Raffinerien zerstören. Teheran wies den Pakistan-vermittelten Waffenruhe-Vorschlag in einer Zehn-Punkte-Antwort zurück.
Militär · Libanon
IDF verlegt 98. Division nach Südlibanon – sechste Division im Einsatz
Die IDF hat die elitäre 98. Division mit Fallschirmjägern und Kommandoeinheiten zur Verstärkung in den Südlibanon verlegt und damit die sechste Division im Einsatz gegen die Hisbollah stationiert. Nach Angaben des Nordkommandos wurden inzwischen über 130 iranische und libanesische Luftabwehrsysteme ausgeschaltet. Die IDF veröffentlichte Raketenkamera-Aufnahmen ihrer Angriffe.
International & Gesellschaft
Heimatfront · Pessach
Ben Gurion Airport begrenzt Abflüge auf 50 Passagiere – Pessach-Notbetrieb
Wegen anhaltender iranischer Raketenangriffe hat der Flughafen Ben Gurion seine Ausreiseflüge auf maximal 50 Passagiere pro Maschine begrenzt und den Verkehr stark reduziert. Wenige Tage vor Pessach sitzen tausende Israelis fest oder warten auf Sonderflüge. Der Bürgermeister von Arad berichtete unterdessen über schwere Schäden in seiner Stadt nach einem Raketentreffer; Premierminister Netanyahu besuchte den Ort.
Diplomatie · Pakistan
Iran weist Pakistan-Waffenruhe in Zehn-Punkte-Memo zurück
Teheran übermittelte Pakistan-Vermittler Shehbaz Sharif eine Zehn-Punkte-Antwort auf den US-Vorschlag einer 45-tägigen Feuerpause. Iran fordert ein permanentes Kriegsende, ein bindendes Hormuz-Protokoll, die vollständige Aufhebung aller Sanktionen sowie ein Wiederaufbauprogramm. Washington wertete die Antwort als «de-facto-Ablehnung».
IDF · Elimination
IDF eliminiert Asghar Bagheri – IRGC-Quds-Spezialoperationschef
Die israelische Luftwaffe tötete nach Angaben der IDF Asghar Bagheri, seit 2019 Kommandant der Sondereinsatzabteilung der IRGC-Quds-Brigaden. Bagheri war für verdeckte Operationen in Syrien, Irak und Jemen verantwortlich und gilt als einer der engsten Vertrauten des getöteten Quds-Chefs Esmail Qaani.
Iran · Führung
Qalibaf in Teheran: «Die ganze Region wird brennen»
Parlamentssprecher Mohammed-Bagher Qalibaf warnte in Teheran vor «unbedachten Schritten» der USA und drohte mit einer regionalen Eskalation: «Unsere ganze Region wird brennen.» Analysten werten die Aussage als Versuch der politischen Führung, nach der mutmasslichen Handlungsunfähigkeit Mojtaba Khameneis Stärke zu demonstrieren.
Wirtschaft & Innovation
Wirtschaft · Energie
Brent springt auf 147 USD – Ölmärkte preisen «Power Plant Day» ein
Der Brent-Ölpreis kletterte am Dienstag auf ein neues Kriegshoch von 147 USD je Fass, nachdem Trump erneut mit der Zerstörung iranischer Infrastruktur drohte. Der asiatische LNG-Benchmark JKM stieg um 18 Prozent. Die Internationale Energieagentur warnte vor einem Engpassszenario, sollte die Strasse von Hormuz weitere zwei Wochen blockiert bleiben.
Wirtschaft · Defense-Tech
Rafael schliesst Finanzierungsrunde über 850 Mio. USD für Iron-Beam-Produktion
Der israelische Rüstungskonzern Rafael hat eine Finanzierungsrunde über 850 Millionen Dollar abgeschlossen, um die Serienproduktion des Laser-Abwehrsystems Iron Beam deutlich hochzufahren. Der 38-tägige Krieg hat den internationalen Bedarf an wirtschaftlichen Abfangsystemen sprunghaft steigen lassen; mehrere Golfstaaten sollen bereits Abnahmeverträge unterzeichnet haben.