Israelischer Innenminister Deri für UN-Intervention in Aleppo

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Minster Aryeh Mahlouf Deri. Foto Hillel Maeir/TPS
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Innenminister Aryeh Deri drängte Premierminister Netanyahu am Dienstagmorgen dazu, eine Krisensitzung des UN-Sicherheitsrates zu den zivilen Opfern und Berichten über Massaker in der nordsyrischen Stadt Aleppo einzuberufen.

von Ilana Messika/TPS

“Während des Holocaust wurden sechs Millionen Juden umgebracht und die Welt schwieg. Als Juden können wir nicht still bleiben angesichts der Schrecken, die sich seit fast sechs Jahren in Syrien ereignen“, sagte Deri. „Die sich häufenden Massaker in Aleppo verpflichten uns als Juden, als Volk, das einen schrecklich Holocaust und schlimme Massaker erlitten hat, für einen öffentlichen Aufschrei zu sorgen“, stellte er fest.

Aleppo ist ein zentraler Krisenherd im blutigen Bürgerkrieg zwischen syrischen Rebellen und dem Regime von Präsident Bashar al-Assad, der sich aus dem Arabischen Frühling von 2011 entwickelte. Die Stadt ist derzeit in mehrere Fronten aufgeteilt, die den syrischen Truppen entgegenstehen, unterstützt von der Hisbollah, schiitischen Milizen und dem Iran bis hin zu den oppositionellen Kräften einschliesslich der Al-Nusra-Front und dem IS.

Am Montag, dem 12. Dezember, sagte der russische Major Igor Konashenkov, ein Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, die syrische Regierung habe die Kontrolle über 96 Prozent des Gebiets von Aleppo wiedererlangt, seit die Regierungstruppen im November in den Ostteil der Stadt vorgedrungen waren. Das Menschenrechtsbüro der UN meldete, man habe Belege, dass 82 Zivilisten in Ost-Aleppo auf der Stelle erschossen worden seien, als Regierungstruppen in ihre Häuser eindrangen. Tausende Weitere sind bereits vor der Übernahme durch Assad aus der Stadt geflohen, die UN warnte jedoch, dass bis zu 100.000 Menschen in den „weiter schrumpfenden“ Gebieten von Ost-Aleppo festsässen und von den Rebellen am Verlassen der Stadt gehindert  würden.

Der jüngste Versuch der Vereinten Nationen vom 6. Dezember, eine siebentägige humanitäre Waffenruhe durchzusetzen, um Verwundeten und Kranken das Verlassen der Stadt und die Versorgung der Verbleibenden mit Lebensmitteln und Medikamenten zu ermöglichen, stiess auf das Veto der Russischen Föderation und Chinas.

Israels Strategie im Hinblick auf den syrischen Bürgerkrieg war stets eine der Neutralität und Nichteinmischung, sofern keine Bedrohungen der eigenen Sicherheit abzuwehren waren, wie etwa im Fall der Vereitelung der von Russland stillschweigend gebilligten Lieferung von Massenvernichtungswaffen durch das vom Krieg gezeichnete Syrien an die im Libanon ansässige Hisbollah.