Selbstmordattentate seien oft oder manchmal gerechtfertigt, um „den Islam gegen seine Feinde zu verteidigen“, sagt eine Mehrheit der palästinensischen Muslime.. Zu diesem Schluss kommt eine neue Pew Research-Umfrage zu islamischem Extremismus. Die Erhebung bezieht sich ausschliesslich auf die Ansichten von Muslimen.

„Unterstützung für Selbstmordanschläge und andere Formen der Gewalt gegen Zivilisten sind in den Palästinensergebieten am meisten verbreitet, wo 62% der Muslime angeben, dass solche Angriffe oftmals oder manchmal gerechtfertigt sind, um den Islam zu verteidigen“, ist im Bericht zu lesen. Das Ausmass der Unterstützung befindet sich in dem von der Fatah regierten Westjordanland auf einem ähnlich hohen Niveau (60%) wie im von der Hamas beherrschten Gazastreifen (64%).

Von den befragten verschiedenen muslimischen Gruppen sind die palästinensischen Muslime die einzigen,  die in der Mehrheit eine Unterstützung für Selbstmordattentate zum Ausdruck brachte. Dagegen sagte eine Mehrheit der Muslime in den meisten der untersuchten Länder, dass Selbstmordanschläge oder andere Formen der Gewalt im Namen des Islam gegen Zivilisten niemals gerechtfertigt seien. Allerdings denkt ein beträchtlicher Anteil der Minderheit im Libanon (33%) und in Ägypten (25%), dass Selbstmordanschläge und ähnliche Attacken im Namen des Islam zumindest teilweise gerechtfertigt sind.

Der Pew Bericht zeigt auf, dass die Unterstützung für Selbstmordattentate und verwandte Formen der Gewalt im letzten Jahrzehnt abgenommen hat, in den Palästinensergebiete allerdings nur um acht Prozentpunkte, von 70% im Jahr 2007 auf 62% in 2013. Im Gegensatz dazu hat der Prozentsatz im Libanon und Jordanien viel stärker abgenommen (41 Prozentpunkte bzw. 31 Prozentpunkte).

Ein anderer Aspekt, in dem sich palästinensische Muslime von den Muslimen der anderen befragten Länder unterscheiden, ist die Korrelation der Unterstützung für Selbstmordanschläge mit Frömmigkeit. In den Palästinensergebieten geben 66% jener Muslime, die fünfmal täglich beten, an, dass Selbstmordattentate oftmals oder manchmal gerechtfertigt sind, verglichen mit 49% jener, die weniger als fünfmal am Tag beten. Diese Verbindung konnte andernorts nicht festgestellt werden.

Die untersuchten Länder der Studie waren: Ägypten, Indonesien, Jordanien, Libanon, Malaysia, Nigeria, Pakistan, die Palästinensergebiete, Senegal, Tunesien und die Türkei.

Auszug aus der Originalversion: Muslim Publics Share Concerns about Extremist Groups © Pew Research Global Attitudes Project, September 10, 2013.

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