Projekt für Schweizer Holocaust-Mahnmal

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Halle der Namen in der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem. Foto sdo216, CC BY-SA 3.0, https://de.wikipedia.org/w/index.php?curid=10850427
Halle der Namen in der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem. Foto sdo216, CC BY-SA 3.0, https://de.wikipedia.org/w/index.php?curid=10850427
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In der Schweiz setzen sich 30 Organisationen sowie rund 150 Politiker und Prominente für ein Holocaust-Mahnmal in Bern ein. Das Konzept, über welches das Echo der Zeit im Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) berichtete, sieht eine historische Dauerausstellung sowie Wechselausstellungen zu Themen wie Diskriminierung oder Menschenrechten vor. 

Mehrere hundert Schweizer Bürger wurden während des Zweiten Weltkriegs in Konzentrationslagern getötet, jüdische Opfer, aber auch Sozialdemokraten und Kommunisten. Gut 700 Schweizer Bürger überlebten nach Angaben der Initiatoren „Hunger, Zwangsarbeit und Misshandlungen“ in Lagern der Nationalsozialisten. Laut Presseberichten soll die Gedenkstätte vor allem die nachfolgenden Generationen zu kritischem Nachdenken über Vorurteile und Ausgrenzung befähigen. 

Der Präsident des Schweizerisch Israelitischen Gemeindebundes, Ralph Lewin, sagte, vermutlich werde man kein neues Gebäude bauen, sondern eine Zusammenarbeit mit einem bestehenden Museum suchen. Die Initiatoren haben ihr Projekt nun der Schweizer Regierung, dem Bundesrat, vorgelegt. Mehr als 100 Mitglieder des Nationalrates unterzeichneten laut Bericht einen Antrag, die den Bund zur Schaffung einer solchen Gedenkstätte auffordert. Die christlichen Kirchen unterstützen das Vorhaben.

KNA/brg/cdt/Aud

1 KOMMENTAR

  1. Eine Holocaust-Gedenkstätte – schont das Gewissen der Schweiz. Die ursprüngliche Idee einiger Zürcher war, in Bern ein Mahnmal zu errichten, das an die Schuld der Schweiz erinnern sollte, die mit ihrer unbarmherzigen Flüchtlingspolitik während der Nazizeit tausende Menschen, vor allem Juden, in den sicheren Tod schickte. Dazu kamen diejenigen Opfer, die sich erst gar nicht mehr zur Schweizer Grenze wagten. Einzig und nur darum sollte es beim Mahnmal gehen. Doch die Idee geriet in andere Hände. Nun soll eine all umfassende Gedenkstätte entstehen, ein «Sammelpaket», in dem das Ziel, ein sichtbares Bekenntnis der Schweiz zu ihrer Schuld zu schaffen, zur Randerscheinung wird. Kein Wunder, geniesset die vorgestellte «Holocaust-Gedenkstätte» breite Unterstützung. Sie zeigt mit dem Finger vor allem auf andere und (ver)schont uns weitgehend.

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