Start International Israel hat Chinas Vormachtstellung im Nahen Osten beendet

Israel hat Chinas Vormachtstellung im Nahen Osten beendet

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Der stellvertretende iranische Aussenminister Kazem Gharibabadi, der stellvertretende chinesische Aussenminister Ma Zhaoxu und der stellvertretende russische Aussenminister Sergej Rjabkow posieren vor einem Treffen zum Atomprogramm Teherans in der Diaoyutai State Guesthouse in Peking, China, für ein Foto, 14.03.2025. Foto IMAGO / SNA
Der stellvertretende iranische Aussenminister Kazem Gharibabadi, der stellvertretende chinesische Aussenminister Ma Zhaoxu und der stellvertretende russische Aussenminister Sergej Rjabkow posieren vor einem Treffen zum Atomprogramm Teherans in der Diaoyutai State Guesthouse in Peking, China, für ein Foto, 14.03.2025. Foto IMAGO / SNA
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Israelische Luft- und Drohnenangriffe in den frühen Morgenstunden des 13. Juni haben den Iran schwer getroffen und Tehran in seinen regionalen Machtambitionen erheblich zurückgeworfen. Die israelischen Streitkräfte griffen Einrichtungen zur Entwicklung von Atomwaffen und ballistische Raketenstellungen an und töteten hochrangige Militärs, darunter Generalmajor Mohammad Bagheri, Stabschef der Streitkräfte, und Generalmajor Hossein Salami, Oberbefehlshaber der Islamischen Revolutionsgarde (IRGC).

von Gordon G. Chang

Iranische Medien gaben den Tod von Ali Shamkhani bekannt, dem obersten Berater des Obersten Führers Ayatollah Ali Khamenei.

Teheran bezeichnete Israels Vorgehen als „Kriegserklärung“. Dieser Krieg dauert an, und der Iran hat mit ballistischen Raketen und Drohnenangriffen zurückgeschlagen.

Die Narrative werden sich im Laufe der Kämpfe noch ändern, aber eine Schlussfolgerung ist bereits jetzt klar: China, der langjährige Verbündete des Iran, ist ein Opfer der Kämpfe. Das ist eine rasante Kehrtwende. Noch im letzten Jahr schien China in der Region auf dem Vormarsch zu sein.

„China verfolgt die Angriffe Israels auf den Iran aufmerksam und ist zutiefst besorgt über die möglichen schwerwiegenden Folgen dieser Operationen“, erklärte das chinesische Aussenministerium wenige Stunden nach den ersten Angriffen auf X. „China lehnt Massnahmen ab, die die Souveränität, Sicherheit und territoriale Integrität des Iran verletzen, ebenso wie Schritte, die zu einer Eskalation der Spannungen oder einer Ausweitung der Konflikte führen.“ „China ist bereit, eine konstruktive Rolle bei der Entspannung der Lage zu spielen“, hiess es weiter.

Peking mag zwar bereit sein, aber abgesehen vom iranischen Regime selbst ist die Region nicht an chinesischer Hilfe interessiert.

So sind beispielsweise Saudi-Arabien und die benachbarten Golfstaaten, wie der Wissenschaftler und Analyst Christopher Balding es ausdrückte, „still zufrieden“, dass Israel den Iran im Allgemeinen und dessen Atomwaffenprogramm im Besonderen zurückgedrängt hat. „Als heute Morgen die Sonne aufging, gab es einige sehr, sehr erleichterte Menschen in der Golfregion“, erklärte Jonathan Bass am Tag nach dem ersten Angriff Israels.

Wie Bass, der für Argent LNG viel in der Region unterwegs ist, betont, geben die Verluste des iranischen Militärs und der IRGC den sunnitisch-muslimischen Staaten weniger Gründe, mit Teheran zusammenzuarbeiten. „Die Saudis waren nicht besonders glücklich über die chinesischen Versuche, eine Beziehung zwischen ihnen und den Iranern aufzubauen“, sagte Bass. „Das Abkommen vom März 2023 war im Königreich nicht populär.“

Bass bezog sich auf das von China vermittelte Abkommen, das dazu führte, dass die langjährigen Feinde Riad und Teheran ihre diplomatischen Beziehungen wieder aufnahmen.

„Die Saudis“, so Bass, „wissen, dass China ihren Feind Iran mit Atomwaffen und anderen Waffen ausgerüstet und die Houthis, die seit Jahren Krieg gegen das Königreich führen, voll unterstützt hat.“

Ja, das chinesische Regime hat all das getan, und das Königreich wartet schon lange auf Vergeltung.

Peking könnte auch einen weiteren Rückschlag erleiden. China hat in den letzten Jahren mehr als 90 % der iranischen Rohölexporte abgenommen. Die israelischen Angriffe vom 14. Juni trafen eine Verarbeitungsanlage im iranischen South Pars-Gasfeld, dem grössten der Welt. Es gibt Berichte, dass Israel auch die iranische Ölraffinerie in Abadan angegriffen hat. Wenn die Angriffe auf iranische Energieanlagen weitergehen, könnte Peking bald um Kohlenwasserstoffe kämpfen müssen.

„Als grösster Energiekäufer des Iran hat China am meisten zu verlieren, wenn die Theokratie im Iran gestürzt wird“, erklärte Brandon Weichert, Autor des Buches „The Shadow War: Iran’s Quest for Supremacy“. „Der chinesische Staat ist nur so stark wie sein wichtigster Energieversorger, und dieser wichtige Energieversorger, der bislang nicht in der Lage war, israelischen Angriffen etwas entgegenzusetzen, wird diesen Krieg in seiner jetzigen Form wahrscheinlich nicht überleben.“

Der mögliche Sturz des iranischen Regimes macht zwei Jahre schneller Fortschritte Chinas in der Region zunichte. „China ist der Kopf, Iran ist die Schulter, Katar ist der Ellbogen und die Stellvertreter – Hamas, Houthis und Hisbollah – sind die Finger“, bemerkt Bass. „Ohne die Schulter kann der Kopf weder den Ellbogen noch die Finger bewegen.“

Die Dezimierung des Iran wirft China auch in einem anderen wichtigen Teil der Region zurück. „Mit dem Verlust Syriens und der Hisbollah hat der Iran kein Kommando- und Kontrollzentrum mehr in Damaskus, nur noch eine Autostunde von Beirut entfernt“, betont Bass. „Das bedeutet, dass China die Ereignisse dort nicht mehr manipulieren kann.“

Syrien, einst ein vielversprechendes Ziel für die chinesische Vorherrschaft, verlässt den Einflussbereich Pekings. Der neue Staatschef des Landes, der ehemalige Rebellenführer Ahmed al-Sharaa, rückt Syrien rasch näher an die Vereinigten Staaten heran.

Sharaa hat einen willigen Partner: US-Präsident Donald J. Trump. Während seines Besuchs in Saudi-Arabien im vergangenen Monat traf Trump mit Sharaa zusammen, nachdem er angekündigt hatte, dass die USA ihre Sanktionen aus der Assad-Ära gegen sein Land aufheben würden.

Auch in der gesamten Region hat China ein Trump-Problem. Mit Ausnahme des Iran bekunden fast alle, einschliesslich des iranischen Partners Katar, ihre Sympathie für den amerikanischen Präsidenten. Trump eroberte den Golf im Sturm während seiner Reise durch drei Länder – Saudi-Arabien, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate – im Mai.

Die chinesische Führung war offensichtlich der Ansicht, dass sie durch ihre Unterstützung des Iran die Kontrolle über die Region erlangen könnte. Ein Stellvertreterkrieg ist ein schlauer Schachzug, wenn die Stellvertreter gut arbeiten, aber er kann zu einer Katastrophe führen, wenn die Stellvertreter in Grund und Boden gestampft werden.

Chinas Stellvertreter – und China selbst – werden derzeit zermürbt.

Gordon G. Chang ist Autor des Buches „Plan Red: China’s Project to Destroy America“, renommierter Senior Fellow des Gatestone Institute und Mitglied dessen Beirats. Auf Englisch zuerst erschienen bei Gatestone Institute. Übersetzung Audiatur-Online.

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