Start International Australische Juden berichten über eskalierenden Antisemitismus

Australische Juden berichten über eskalierenden Antisemitismus

0
Brandanschlag auf Synagoge in East Melbourne: Rabbiner Dovid Gutnick geht am Samstag, dem 5. Juli 2025, an den Schäden an der Aussenfassade der East Melbourne Hebrew Congregation in Melbourne vorbei. Foto IMAGO / AAP
Brandanschlag auf Synagoge in East Melbourne: Rabbiner Dovid Gutnick geht am Samstag, dem 5. Juli 2025, an den Schäden an der Aussenfassade der East Melbourne Hebrew Congregation in Melbourne vorbei. Foto IMAGO / AAP
Lesezeit: 2 Minuten

Gewalt gegen Juden nimmt in Australien seit dem Terrorangriff der Hamas auf Israel zu. Höhepunkt des Antisemitismus war der tödliche Terrorakt auf eine Chanukka-Feier im Dezember in Sydney. Eine Kommission will das nun aufarbeiten.

Bei der ersten öffentlichen Anhörung der Kommission zur Untersuchung des Antisemitismus in Australien haben sich jüdische Vertreter tief besorgt gezeigt. Sie sprachen am Montag in der live übertragenen Anhörung von der Gefahr einer bevorstehenden Katastrophe durch den wachsenden Antisemitismus im Land.

Die Leiterin der Untersuchungskommission, Virginia Bell, erklärte den starken Anstieg des Antisemitismus in Australien wie in anderen westlichen Ländern mit den Konflikten im Nahen Osten. „Es ist wichtig, dass die Menschen verstehen, wie schnell solche Ereignisse zu hässlichen Ausbrüchen von Feindseligkeit gegenüber australischen Juden führen können, allein weil sie Juden sind“, so Bell.

Sheina Gutnick, Tochter eines Opfers des Terroranschlags vom 14. Dezember in Sydney, sprach von Drohungen ihr gegenüber. In Online-Kommentaren habe es geheissen, sie hätte ebenfalls getötet werden sollen oder Juden hätten den Anschlag inszeniert, um Aufmerksamkeit oder Mitleid zu erregen. Ihren Kindern wolle sie Stolz auf das jüdische Erbe mitgeben, „ihnen aber gleichzeitig auch ein tiefes Bewusstsein dafür vermitteln, dass sie auf der Hut sein müssen“.

Der Geschäftsführer des Exekutivrats des australischen Judentums, Alex Ryvchin, sagte, viele Opfer des Anschlags in Bondi seien aus einer eng verbundenen Gemeinschaft von jüdischen Flüchtlingen aus der Sowjetunion gewesen. „Sie waren Patrioten, die dieses Land liebten“, sagte Ryvchin, der als Kind mit seiner Familie aus der Ukraine nach Australien eingewandert war.

Peter Halasz, dessen Mutter 1944 in Ungarn von den Nazis erschossen worden war, sagte: „Ich habe miterlebt, was Hass mit Menschen anrichten kann.“ Was heute in Australien geschehe, sei kein schwaches Echo einer fernen Vergangenheit, real und alarmierend. Er habe sich nicht vorstellen können, jemals wieder Angst davor zu haben, den Davidstern in der Öffentlichkeit zu tragen. Der 86-Jährige war als Teenager vor dem Antisemitismus kommunistischer Prägung aus Ungarn nach Australien geflohen.

Premierminister Anthony Albanese hatte im Januar 2026 die „Königliche Kommission zu Antisemitismus und gesellschaftlichem Zusammenhalt“ mit der Untersuchung der Umstände des islamistischen Terroranschlags auf eine Chanukka-Feier am 14. Dezember 2025 an Sydneys Bondi Beach beauftragt. Dabei erschossen die beiden Attentäter 15 Menschen.

KNA/mll/nhe/cdt

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.