
Die israelische Fluggesellschaft El Al erweitert ihre Langstreckenflotte und wird dafür zusätzliche Boeing-787-Maschinen anschaffen. Mit diesem Schritt reagiert das Unternehmen auf die steigende Nachfrage im Fernverkehr und festigt zugleich seine Position in einem angespannten globalen Markt für neue Verkehrsflugzeuge.
El Al nimmt eine Option zum Kauf von sechs Boeing 787-9 wahr und sichert sich zugleich eine weitere Option auf sechs zusätzliche Maschinen dieses Typs. Vier der bestellten Flugzeuge sollen zudem auf das grössere Modell 787-10 aufgestuft werden. Laut dem israelischen Wirtschaftsmagazin Globes ist die Auslieferung dieser grösseren Maschinen zwischen 2030 und 2032 vorgesehen. Damit setzt Israels nationale Fluggesellschaft ihren Kurs fort, die eigene Langstreckenflotte gezielt auszubauen.
Dieser Schritt ist vor allem deshalb von Bedeutung, weil der Dreamliner bereits heute innerhalb der El-Al-Flotte eine wichtige Rolle spielt. Die Airline verfügt derzeit über 17 Dreamliner. Diese Flugzeuge bilden das Rückgrat des Langstreckenbetriebs. Die übrigen 47 Maschinen der Flotte, darunter Boeing-737- und 777-Flugzeuge, werden dagegen überwiegend auf kurzen und mittleren Strecken eingesetzt. Durch die Erweiterung der Dreamliner-Flotte kann El Al ihr Angebot auf Langstrecken weiter ausbauen.
Auch wirtschaftlich ist die Bestellung beachtlich. Der Listenpreis einer Boeing 787-9 beträgt laut Globes rund 290 Millionen Dollar, der einer 787-10 liegt bei 330 bis 340 Millionen Dollar. In der Regel zahlen Fluggesellschaften jedoch deutlich weniger, da erhebliche Rabatte üblich sind. Der effektive Preis pro Flugzeug liegt demnach meist zwischen 120 und 200 Millionen Dollar – noch ohne die Kosten für die individuelle Innenausstattung und Konfiguration, die weitere Millionenbeträge ausmachen können.
Die Entscheidung fällt in eine Phase anhaltender Belastungen für die internationale Luftfahrtindustrie. Sowohl Boeing als auch Airbus kämpfen damit, die hohe Nachfrage nach neuen Flugzeugen zu bedienen. Als Gründe werden Störungen in den Lieferketten und Produktionsverzögerungen genannt. Vor diesem Hintergrund ist die Ausweitung der El-Al-Bestellung auch als Signal zu verstehen: Das Unternehmen sichert sich frühzeitig zusätzliche Kapazitäten in einem Markt, in dem neue Maschinen knapp bleiben.
Für El Al bedeutet die Bestellung mehr als nur eine Flottenmodernisierung. Sie zeigt, dass die Fluggesellschaft ihre Langstreckenstrategie konsequent weiterverfolgt und sich auf weiteres Wachstum in diesem Segment vorbereitet. Gerade weil moderne Grossraumflugzeuge weltweit nur begrenzt verfügbar sind, gewinnt jede zusätzliche Bestellung strategisches Gewicht. Der Ausbau der Dreamliner-Flotte dürfte El Al in den kommenden Jahren mehr Spielraum bei der Planung internationaler Verbindungen verschaffen.
























Sind bei ElAl deswegen die Preisen dermassen übertrieben gestiegen?