
Angesichts des anhaltenden Krieges mit dem Iran will Israel die Produktion seiner Arrow-Abfangraketen deutlich beschleunigen. Der zuständige Ministerausschuss hat einen entsprechenden Beschluss genehmigt.
Israel erhöht die Produktion von Abfangraketen des Typs Arrow in grossem Umfang. Wie das israelische Wirtschaftsportal Globes berichtet, hat der Ministerausschuss für Rüstungsbeschaffungen einen Plan des Verteidigungsministeriums gebilligt, die Herstellung der von Israel Aerospace Industries (IAI) produzierten Abfangraketen deutlich zu beschleunigen.
Der Ausschuss wird von Premierminister Benjamin Netanjahu geleitet. Nach der Genehmigung soll in Kürze ein Vertrag mit IAI unterzeichnet werden, um sowohl die Produktionsrate als auch die Zahl der hergestellten Arrow-Abfangraketen zu erhöhen. Der Umfang des Geschäfts ist noch nicht endgültig festgelegt, könnte aber Milliarden Schekel erreichen. Damit wächst auch der Druck auf den Staatshaushalt 2026, der erst vor kurzem von der Knesset verabschiedet worden war.
Hintergrund des Ausbaus ist die aktuelle Bedrohungslage. Seit Beginn der laufenden Kampagne wurden Hunderte ballistische Raketen aus dem Iran auf Israel abgefeuert. Das Arrow-System ist darauf ausgelegt, diese Raketen möglichst ausserhalb der Atmosphäre oder an deren Rand abzufangen, um die Bedrohung so weit wie möglich vom israelischen Staatsgebiet fernzuhalten. Es bildet die oberste Ebene der israelischen Luftverteidigung. Darunter arbeiten Iron Dome und David’s Sling auf niedrigeren Höhen.
Die Produktionskosten für die Abfangraketen sind erheblich. Eine Arrow-2-Rakete kostet derzeit rund 1,5 Millionen US-Dollar, eine Arrow-3-Rakete etwa 2 Millionen US-Dollar. Während Arrow 3 für Abfänge ausserhalb der Atmosphäre ausgelegt ist, bekämpft Arrow 2 Ziele am Rand der Atmosphäre.
Zudem verweist der Globes-Bericht auf ein vor zwei Wochen veröffentlichtes Dokument des US-Kongresses zum amerikanischen THAAD-System. Darin wird die Sorge geäussert, dass der intensive Einsatz der Abfangraketen die ohnehin begrenzten Bestände weiter verringert hat. Vor diesem Hintergrund stellt sich auch die Frage, ob Israel mit ähnlichen Engpässen bei Arrow-3-Abfangraketen konfrontiert ist.
Verteidigungsminister Israel Katz wies solche Befürchtungen zurück. Israel verfüge über genügend Abfangraketen, um seine Bürger zu schützen, erklärte er. Die nun beschlossene Ausweitung der Produktion solle sicherstellen, dass diese Handlungsfreiheit und der notwendige operative Spielraum auch in Zukunft erhalten bleiben. Zugleich werde die monatliche Zahl produzierter Arrow-Raketen bereits deutlich erhöht, was Israels oberste Verteidigungsschicht gegen ballistische Bedrohungen aus Iran und von dessen Stellvertretern stärke.




















