In Aschdod soll das bislang grösste Rechenzentrum Israels entstehen. Das Projekt „Ofek“ wird mit einer Investitionssumme von 1,5 Milliarden US-Dollar veranschlagt und soll eine Leistungskapazität von anfangs 130 Megawatt erreichen. Es wird durch den Rechenzentrumsbetreiber Serverfarm gemeinsam mit dem Israel Infrastructure Fund (IIF) im Auftrag von Dalia Energy entwickelt.
Serverfarm befindet sich im Besitz von Manulife Investments und der Familie Papouchado. Das Projektunternehmen wird zu gleichen Teilen, also jeweils mit 50 Prozent, von Serverfarm und dem Israel Infrastructure Fund gehalten.
Das Rechenzentrum entsteht auf einem Grundstück, das Dalia Energy an eine neu zu gründende Gesellschaft verpachtet. Über Eshkol Energies, ein Unternehmen, an dem Dalia 75 Prozent hält, behält sich Dalia die Option vor, bis zu 30 Prozent der Anteile an der Projektgesellschaft zu übernehmen. Der Pachtvertrag für das Grundstück hat eine Mindestlaufzeit von 24 Jahren und elf Monaten. In einer späteren Phase soll das Rechenzentrum auf 200 Megawatt erweitert werden.
Unmittelbar angrenzend an das Rechenzentrum entsteht das neue Kraftwerk „Eshkol Avshal“. Es ist nach Avshalom Haran aus dem Kibbuz Be’eri benannt, der am 7. Oktober ermordet wurde. Das Kraftwerk soll eine Kapazität von 850 Megawatt erreichen und auf Erdgasbasis betrieben werden.
Die Finanzierung des Kraftwerks befindet sich derzeit noch in der Phase vor Abschluss der Finanzierungsvereinbarung mit der Bank Hapoalim. Der Abschluss wird im zweiten Quartal erwartet.
Die kommerzielle Inbetriebnahme des Kraftwerks ist für die zweite Hälfte des Jahres 2029 vorgesehen.
Milliardeninvestitionen in Hardware
Die Baukosten des Rechenzentrums werden auf 1,5 Milliarden US-Dollar geschätzt. Hinzu kommen laut dem Bericht mehrere Milliarden Dollar für Server, Kühlsysteme und die Strominfrastruktur. Die Ausstattung mit Tausenden Servern, in die die neuesten Nvidia-Prozessoren integriert werden sollen, könnte Kosten von vier bis fünf Milliarden Dollar auslösen.
Rechenzentren dieser Grössenordnung dienen insbesondere dem Betrieb und Training von KI-Modellen sowie Cloud-Computing-Anwendungen im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz.
Internationale Datenanbindung
Dalia Energy hat vom israelischen Kommunikationsministerium eine Lizenz zum Verlegen eines Unterwasser-Glasfaserkabels nach Europa erhalten. Diese Infrastruktur soll eine Hochgeschwindigkeits-Datenübertragung in grossem Umfang ermöglichen und ist für KI-Rechenprozesse von zentraler Bedeutung.
Dalia ist nicht das einzige Unternehmen, das in den israelischen Rechenzentrumsmarkt eintritt. Laut einem Bericht von Globes Israel prüft Nofar den Einstieg, etwa durch den Erwerb von Land in Shoham zur Errichtung eines grossen Rechenzentrums. Zudem haben die Unternehmen Doral und Ampa kürzlich eine Partnerschaft zur Entwicklung von Rechenzentren in der Nähe von Kraftwerken angekündigt.






















