Start Innovation US-amerikanische KI-Chipfirma Astera Labs baut Entwicklungszentren in Israel auf

US-amerikanische KI-Chipfirma Astera Labs baut Entwicklungszentren in Israel auf

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Symbolbild. Foto IMAGO / Westend61
Symbolbild. Foto IMAGO / Westend61
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Der US-Halbleiterhersteller Astera Labs eröffnet neue Forschungs- und Entwicklungszentren in Israel. Laut einem Bericht in Globes Israel wird das Unternehmen Büros im Grossraum Tel Aviv sowie in Haifa aufbauen und damit erstmals eine grössere operative Präsenz im Land etablieren.

Die Expansion erfolgt im Zusammenhang mit einer Vereinbarung mit dem israelischen Speicherchip-Startup Pliops, in deren Rahmen rund 60 Mitarbeiter zu Astera Labs wechseln sollen. Laut Globes handle es sich dabei nicht um eine klassische Firmenübernahme, sondern um die gezielte Übernahme technischer Fachkräfte.

Astera Labs ist ein an der Nasdaq gelistetes Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von rund 28 Milliarden Dollar. Das Unternehmen entwickelt Chips und Kommunikationsprotokolle für Rechenzentren, die den Datentransfer zwischen Grafikprozessoren und Hauptprozessoren in Cloud- und KI-Servern ermöglichen. Damit konkurriert Astera Labs direkt mit Branchengrössen wie Nvidia und Broadcom.

Das Wachstum des Unternehmens ist eng mit dem Boom im Bereich Kunstliche Intelligenz verbunden: Die Umsätze verdoppeln sich dem Bericht zufolge jährlich, während aggressive Produkteinführungen den Aktienkurs innerhalb eines Jahres um 62 Prozent steigen liessen.

Zu den Kunden zählen insbesondere Cloud-Anbieter, darunter auch Betreiber sogenannter „Neo-Clouds“, die eigene KI-Server unabhängig von Nvidia entwickeln möchten. Ein besonders teures Produkt des Unternehmens ist seine Rack-Scale-Infrastruktur-Technologie.

Israelischer Standort ohne Firmenkauf

Ursprünglich prüften die Gründer von Astera Labs die Übernahme eines israelischen Unternehmens, ähnlich wie es zuvor Amazon, Marvell oder Apple getan hatten. Letztlich entschieden sie sich jedoch dafür, die Hardware-Ingenieure von Pliops einzustellen. Das Unternehmen galt lange als vielversprechend, konnte jedoch kein erfolgreiches Produkt auf den Markt bringen.

Etwa die Hälfte der rund 120 Pliops-Mitarbeiter wird demnach zu Astera Labs wechseln, insbesondere aus dem Bereich Elektrotechnik. Software-Mitarbeiter müssen entweder im Unternehmen verbleiben oder neue Arbeitsplätze finden.

Der Preis für diese Personaltransaktion wird auf etwa 70 Millionen Dollar geschätzt – deutlich weniger als die letzte Bewertung von Pliops in Höhe von 650 Millionen Dollar im Jahr 2022, nachdem das Unternehmen insgesamt 210 Millionen Dollar eingesammelt hatte.

Aufbau neuer Entwicklungszentren

Die neuen Standorte entstehen teilweise in bestehenden Pliops-Räumen im Amot-Tower in Ramat Gan sowie in vorhandenen Kundenservice-Büros in Haifa. Astera Labs plant, bis Jahresende Dutzende Mitarbeiter einzustellen und bis Ende 2027 mehrere hundert Beschäftigte in Israel zu haben.

Guy Azrad, zuvor Vizepräsident für Engineering bei Google Israel im Bereich Kommunikationschips, wird Leiter der Israel-Aktivitäten. Zusätzlich wird Pliops-CEO Ido Bukspan als VP ASIC Engineering zu Astera Labs wechseln.

Mit dem Schritt bestätigt sich erneut die Rolle Israels als globaler Talentpool für Hochleistungs-Halbleiter- und Rechenzentrums-Technologie: Nicht der Firmenkauf, sondern der direkte Zugriff auf Ingenieurskompetenz steht im Zentrum der Investition.

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