Das israelische Cybersecurity-Unternehmen Oasis Security hat eine Series-B-Finanzierungsrunde über 120 Millionen Dollar abgeschlossen. Laut Globes will das 2022 gegründete Unternehmen damit seine Plattform für das Management sogenannter nicht-menschlicher Identitäten und den kontrollierten Zugriff von KI-Agenten auf kritische Unternehmenssysteme ausbauen.
Das israelische Cybersecurity-Unternehmen Oasis Security hat eine Finanzierungsrunde in Höhe von 120 Millionen Dollar abgeschlossen. Laut Globes wurde die Series-B-Runde von Craft Ventures angeführt. Beteiligt waren zudem die bestehenden Investoren Cyberstarts, Sequoia Capital und Accel. Seit der Gründung im Jahr 2022 hat das Unternehmen damit insgesamt 195 Millionen Dollar eingesammelt. Marktquellen gehen dem Bericht zufolge von einer Unternehmensbewertung von rund 700 Millionen Dollar aus.
Oasis Security positioniert sich nach eigenen Angaben in einem Bereich, der durch die zunehmende Nutzung von KI-Agenten in Unternehmen an Bedeutung gewinnt: dem Management sogenannter nicht-menschlicher Identitäten. Gemeint sind digitale Identitäten von Anwendungen, Diensten oder automatisierten Agenten, die auf Unternehmenssysteme und Daten zugreifen. Das Unternehmen will dafür eine Plattform bereitstellen, mit der sich diese Zugriffe zentral verwalten und kontrollieren lassen.
Dies ist eine der zentralen Sicherheitsfragen des KI-Zeitalters. Während sich das Identitätsmanagement früher vor allem auf menschliche Mitarbeiter konzentrierte, liegt die Zahl nicht-menschlicher Identitäten heute deutlich höher. Laut Daten von Palo Alto Networks kommt auf einen menschlichen Nutzer etwa 82 nicht-menschliche Identitäten. Dadurch entsteht ein neues Sicherheitsrisiko, da jede dieser Identitäten mit Zugriffsrechten auf Daten und Systeme verbunden sein kann.
Laut dem Unternehmen soll die Oasis-Plattform genau an diesem Punkt ansetzen. Sie soll sämtliche Identitäten in einer Organisation einheitlich verwalten und statt dauerhafter nur temporäre Berechtigungen vergeben. Das Ziel besteht darin, Unternehmen den breiteren Einsatz künstlicher Intelligenz zu ermöglichen, ohne das Sicherheitsrisiko unnötig zu erhöhen.
Oasis Security berichtet zudem von starkem Wachstum im vergangenen Jahr. So sei der jährlich erzielte Umsatz innerhalb von zwölf Monaten auf das Fünffache gestiegen. Zu den Kunden zählen grosse Unternehmen, überwiegend aus dem Kreis der Fortune-500-Konzerne. Konkrete Namen werden nicht genannt.
Das Unternehmen wurde von CEO Danny Brickman und CPO Amit Zimerman gegründet. Beide stammen aus der Cyber-Einheit des israelischen Militärgeheimdienstes. Ihren Einstieg in das Thema fanden sie demnach über Gespräche mit Verantwortlichen für Datensicherheit in grossen Unternehmen. Dabei identifizierten sie eine grundlegende Lücke beim Management nicht-menschlicher Identitäten.
Brickman sagte gegenüber Globes, dass der Zugang zu Systemen im KI-Zeitalter sowohl den Wert von KI-Agenten als auch das von ihnen ausgehende Risiko bestimmt. Unternehmen, die diese Technologie schnell implementieren, behandeln das Zugriffsmanagement deshalb bereits in einer frühen Phase als grundlegende Infrastruktur. Auch Investoren betonen die wachsende Bedeutung dieses Bereichs. So erklärt beispielsweise Michael Robinson, Partner bei Craft Ventures, KI verändere die Unternehmensinfrastruktur grundlegend und das Zugriffsmanagement werde zu einer zentralen Kontrollschicht. Lior Simon, Partner bei Cyberstarts, bezeichnet das Management von KI-Identitäten als Voraussetzung für eine breite Einführung solcher Systeme.
Unterm Strich zeigt sich vor allem zweierlei: Erstens fliesst weiterhin erhebliches Kapital in israelische Cybersecurity-Unternehmen. Zweitens rückt mit der Verbreitung von KI-Agenten ein Bereich in den Fokus, der bislang oft im Hintergrund stand: die Kontrolle automatisierter Zugriffe auf sensible Unternehmenssysteme. Genau in diesem Segment will sich Oasis Security etablieren.



























