Die UNO hat im Gazastreifen erstmals seit Kriegsbeginn gemessen, wie viele Kinder akut mangelernährt sind. Das Ergebnis: 0,5 Prozent. Die ernährungsbezogene Schwelle für eine Hungersnot liegt bei 30 Prozent. In der Schweiz werfen SP, Grüne und Gewerkschaften Israel weiterhin vor, Hunger als Kriegswaffe einzusetzen.
Am 22. Juli 2026 trafen sich 49 Fachleute zu einer Videokonferenz. Vertreten waren die Weltgesundheitsorganisation, das Welternährungsprogramm, UNRWA, die EU-Katastrophenschutzbehörde ECHO, Save the Children, das US-Aussenministerium und die Weltbank. Auf dem Programm stand, worauf die Hilfsorganisationen seit Monaten warteten: die erste Erhebung, die für den ganzen Gazastreifen aussagekräftig ist.
Durchgeführt hatte sie das UN-Kinderhilfswerk UNICEF gemeinsam mit der Hilfsorganisation Action Against Hunger. Die Erhebungsteams waren vom 31. Mai bis 15. Juni 2026 unterwegs. Sie besuchten 2089 Haushalte an 147 von 150 vorgesehenen Orten und massen 1335 Kinder unter fünf Jahren. In allen drei Erhebungsgebieten nahmen über 91 Prozent der angefragten Haushalte teil. Verweigert haben die Teilnahme fünf Familien.
Null Komma fünf Prozent
Der zentrale Wert heisst Auszehrung. Gemessen wird der Anteil jener Kinder, die im Verhältnis zu ihrer Körpergrösse zu wenig wiegen – ein Zustand, der sich innerhalb weniger Wochen entwickelt und bei rechtzeitiger Behandlung wieder zurückgeht. Er ist weltweit einer der wichtigsten Messwerte für akute Mangelernährung und entscheidet mit darüber, ob eine Hungersnot festgestellt wird.
Ermittelt wird er auf zwei Wegen: über das Verhältnis von Gewicht zu Körpergrösse, der bevorzugten Methode, und ersatzweise über den Umfang des Oberarms, der sich einfacher und schneller messen lässt.
Nach der bevorzugten Methode liegt dieser Anteil im gesamten Gazastreifen bei 0,5 Prozent. Nach der Messung am Oberarm bei 1,3 Prozent. Schwere Fälle wurden bei 0,2 Prozent der Kinder festgestellt.
Die Präsentation der zuständigen UN-Koordinationsgruppe für Ernährungsfragen formuliert den Befund unmissverständlich: Die Unterernährung der Kinder sei in allen Erhebungsgebieten niedrig, was darauf hindeute, dass in der Bevölkerung keine verbreitete akute Mangelernährung vorliege.
Zur Einordnung braucht es die offiziellen Schwellenwerte. Die Weltgesundheitsorganisation teilt die Verbreitung akuter Mangelernährung in fünf Stufen ein, gestützt auf eine Fachanalyse von 2018. Die unterste Stufe, «sehr niedrig», beginnt unterhalb von 2,5 Prozent.
Daneben gibt es das IPC. Hinter dem Kürzel steht ein Bewertungssystem, das UNO-Organisationen, Hilfswerke und Regierungen gemeinsam tragen. Es teilt Krisengebiete in fünf Stufen ein, und die weltweite Berichterstattung über Hunger stützt sich darauf. Alles unter fünf Prozent gilt dort als «akzeptabel».
Von einer Hungersnot spricht das IPC erst, wenn drei Bedingungen gleichzeitig erfüllt sind: Mindestens jeder fünfte Haushalt leidet extremen Nahrungsmangel, die Sterblichkeit ist erhöht, und 30 Prozent der Kinder sind akut mangelernährt. Bei der dritten Bedingung liegt der in Gaza gemessene Wert bei einem Sechzigstel der Schwelle.
Das ist keine Interpretation von aussen. Die IPC-Fachleute selbst haben die Erhebung ausgewertet und am 23. Juli 2026 alle vier untersuchten Verwaltungsbezirke des Gazastreifens in die unterste der fünf Stufen eingeordnet.
Noch deutlicher wird das im Vergleich mit der Zeit vor dem Krieg. Die letzte grosse Erhebung des palästinensischen Statistikamts zusammen mit UNICEF, durchgeführt im Dezember 2019 und Januar 2020, ermittelte für den Gazastreifen eine akute Mangelernährung von 0,8 Prozent. Der heute gemessene Wert von 0,5 Prozent liegt darunter.
Was sich gebessert hat
Die Verbesserung ist nicht auf die Kinder beschränkt. Sie zeigt sich auch bei der Versorgung der Haushalte, für die das IPC eine zweite Skala führt.
Am oberen Ende dieser Skala ist der Wandel am deutlichsten. Im Dezember 2025 zählte das IPC noch 104 000 Menschen in Stufe 5, der Katastrophenstufe. In der Analyse vom 23. Juli 2026 ist diese Stufe leer – für den untersuchten Zeitraum wie für die Vorausschau bis Dezember 2026. Niemand.
Auch insgesamt gehen die Zahlen zurück. Ende 2025 waren 1,6 Millionen Menschen oder 77 Prozent der Bevölkerung von einer Krise oder Schlimmerem betroffen. Für Juli bis Dezember 2026 rechnet das IPC mit 1,4 Millionen oder 67 Prozent. FAO, UNICEF und das Welternährungsprogramm nennen das in einer gemeinsamen aktuellen Mitteilung ausdrücklich einen Rückgang.
Der gesamte Gazastreifen bleibt in Stufe 3 von 5 eingestuft, also noch eine Krise. Von 2,118 Millionen erfassten Menschen waren zwischen Mitte April und Ende Juni 2026 noch rund 1,24 Millionen betroffen, davon 211 821 in Stufe 4.
Zwei Werte bei den Kindern haben sich gegenüber der Vorkriegszeit leicht verschlechtert. Die Wachstumsverzögerung stieg von 9,0 auf 12,2 Prozent, das Untergewicht von 2,1 auf 3,9 Prozent. Beides sind Spätfolgen: Sie bilden ab, wie ein Kind über Monate und Jahre gelebt hat, nicht wie es diesen Monat isst. Was hier gemessen wird, stammt aus der Zeit der Blockade und der schwersten Kämpfe. Das IPC führt es auf die seit Kriegsbeginn schlechten Lebensbedingungen zurück.
Ungelöst ist die Qualität des Essens. Nur gut jedes fünfte Kind bekommt eine Kost, die als ausreichend abwechslungsreich gilt. Die Rationen genügen laut den UN-Organisationen weiterhin weder in der Menge noch in der Vielfalt.
Dass es dabei nicht allein um zu wenig Essen geht, zeigt ein Wert, der in der Debatte nie vorkommt: Bei 4,0 Prozent der Kinder wurde Übergewicht oder Fettleibigkeit festgestellt – achtmal so viele, wie ausgezehrt sind. Kalorien sind also da. Was fehlt, sind Gemüse, Obst und Eiweiss. Genau das schreiben auch die Fachleute: Das Nebeneinander von Auszehrung, Wachstumsverzögerung und Übergewicht zeige, wie wichtig die Qualität der Ernährung sei und nicht allein deren Menge.
Der Verlauf
Am 22. August 2025 stellte das IPC für den Verwaltungsbezirk Gaza eine Hungersnot fest, die erste im Nahen Osten, und sagte deren Ausweitung auf Deir al-Balah und Khan Yunis bis Ende September voraus. Erwartet wurden 132 000 akut mangelernährte Kinder bis Juni 2026, darunter 41 000 schwere Fälle.
Zwei wichtige Umstände dieser Feststellung stehen im Bericht des zuständigen Expertengremiums.
Erstens gab es keine Erhebungen in der Bevölkerung. Wegen des fehlenden Zugangs konnten keine durchgeführt werden; die einzigen Messdaten stammten aus Reihenuntersuchungen in Hilfsprogrammen, bei denen ausschliesslich der Oberarm gemessen wurde. Seit Oktober 2023 mussten sämtliche Analysen so erfolgen, obwohl die eigenen Vorschriften dem Verhältnis von Gewicht zu Körpergrösse den Vorrang geben. Genau diesen Wert misst die neue Erhebung – als erste Datengrundlage seit Kriegsbeginn, die dem Standard des IPC entspricht.
Die Ersatzmessung machte eine Umrechnung nötig. Die Hungersnot-Schwelle liegt bei 30 Prozent, wenn nach Gewicht und Körpergrösse gemessen wird, aber bei 15 Prozent bei Messung am Oberarm. Warum die Hälfte genügen soll, begründet das Gremium in seinem Bericht selbst: Für den Gazastreifen fehlten Vergleichsdaten, deshalb griff man auf eine Untersuchung von Ernährungserhebungen im Nahen Osten zurück. Dort fanden sich mit der Oberarmmessung etwa halb so viele Fälle wie mit der Messung nach Gewicht und Grösse. Also, so der Schluss, dürfte das in Gaza ähnlich sein.
Die neue Erhebung liefert nun genau jenen lokalen Vergleich, der damals fehlte. Er fällt umgekehrt aus. In allen drei Erhebungsgebieten liegt der Wert nach Oberarmmessung höher als jener nach Gewicht und Körpergrösse: 1,5 gegen 0,8 Prozent in Gaza-Stadt und Nord-Gaza, 1,9 gegen 0,5 in Deir al-Balah, 0,8 gegen 0,2 in Khan Yunis und Rafah. Für den ganzen Gazastreifen 1,3 gegen 0,5. Das angenommene Verhältnis bestätigt sich für Gaza also nicht.
Das Gremium selbst hielt fest, seine Oberarm-Daten stammten aus Hilfsprogrammen und seien deshalb keine Zufallsauswahl; es hielt sie eher für zu günstig als für zu schlecht. Die neuen Zahlen deuten in die andere Richtung. Auf dieselbe Umkehrung hat der Statistiker Mark Zlochin in der britischen Jewish Chronicle hingewiesen.
Zweitens wurde die Sterblichkeit nicht direkt gemessen, sondern indirekt errechnet. Das Gremium folgerte aus den vorhandenen Angaben, die Schwelle sei überschritten, räumte aber ein, kein Datensatz decke den entscheidenden Zeitraum ausreichend ab.
Woher die Zahlen zu den Hungertoten stammten, listet der Bericht selbst auf: aus den täglichen Meldungen des Gesundheitsministeriums in Gaza, abgerufen über dessen Telegram-Kanal. Dieses Ministerium untersteht der Hamas. Bis zum 15. August 2025 hatte es 240 Todesfälle dem Hunger zugeschrieben. Eine unabhängige Überprüfung dieser Meldungen fand nicht statt.

Die Angaben der Weltgesundheitsorganisation zur Sterblichkeit in Ernährungszentren stehen im Bericht in einer einzigen Zeile: ohne Link, ohne Zahl, ohne ein Wort zur Methode. Es sind Meldungen von Behandlungsstellen im Gazastreifen, keine unabhängige Messung in der Bevölkerung.
Die zweite Quelle ist eine Erhebung von Ärzte ohne Grenzen, durchgeführt von der organisationseigenen Forschungsstelle Epicentre. Befragt wurden 2523 Personen: die eigenen Mitarbeiter der Organisation und deren Angehörige. Die Organisation schreibt selbst, die Ergebnisse liessen sich nicht auf die Bevölkerung Gazas übertragen; medizinisches Personal und dessen Familien hätten besseren Zugang zur Gesundheitsversorgung als andere.
Diese Erhebung ermittelte eine Sterberate von 0,41 Toten pro 10 000 Menschen und Tag, bei Kindern unter fünf Jahren 0,70. Die Schwelle, ab der das IPC von einer Hungersnot spricht, liegt bei zwei beziehungsweise vier Toten pro 10 000 und Tag. Der gemessene Wert lag damit bei rund einem Fünftel der Schwelle – erhoben allerdings für Oktober 2023 bis März 2025 und damit vor dem entscheidenden Zeitraum.
Wer zur Belegschaft von Ärzte ohne Grenzen gehörte, ist dabei nicht nebensächlich. Nach Angaben des israelischen Aussenministeriums waren mehrere Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen in Gaza zugleich Mitglieder von Terrororganisationen. Genannt wird Fadi al-Wadiya, ein ranghohes Mitglied des Palästinensischen Islamischen Dschihad, das an der Raketenentwicklung beteiligt gewesen sein soll. Genannt wird auch Nasser Hamdi al-Shalfouh, der als Hamas-Scharfschütze im Einsatz gewesen sein soll. Die Forschungsstelle NGO Monitor nennt zusätzlich Mahmoud Abu Nujaila, der für die Organisation arbeitete und gleichzeitig eine Vorfeldorganisation der PFLP leitete. Audiatur-Online hat die Fälle im Januar 2026 zusammengetragen.
Entschlüsselte Dokumente des Hamas-Innenministeriums aus den Jahren 2018 bis 2022 beschreiben ein Bürgschaftssystem, das internationale Hilfsorganisationen in Gaza zwang, von der Hamas genehmigtes Personal zu beschäftigen. Eine Befragung genau dieser Belegschaft und ihrer Angehörigen taugt nicht als unabhängige Gegenprobe zu den Zahlen des Hamas-Gesundheitsministeriums.
Und die Prüfung, auf die sich die Organisation beruft, betraf die Gewaltopfer: Die Forscher glichen Namen gewaltsam Verstorbener mit der Liste des Gesundheitsministeriums ab, fanden fast 90 Prozent wieder und schlossen daraus auf die Gültigkeit der Ministeriumsstatistik. Über die Zahl der Hungertoten sagt dieser Abgleich nichts. Genau darum aber ging es.
Das dritte und entscheidende Kriterium einer Hungersnot stützte sich in seinem Kern auf die täglichen Meldungen einer Behörde, die von der Hamas kontrolliert wird. Audiatur-Online hat mehrfach dokumentiert, wie solche Zahlen ungeprüft in internationale Berichte wandern und welchen Mustern sie folgen.
Dann kamen die Lockerung der Blockade und der Waffenstillstand vom 10. Oktober 2025. Am 19. Dezember 2025 erschien eine neue Analyse: Kein Gebiet war mehr als Hungersnot eingestuft. Das Gremium blieb bei seiner Feststellung für Juli und Anfang August, hielt aber fest, dass die Ausbreitung auf weitere Bezirke vermieden worden sei.
Parallel wuchs die Hilfe. Die Zahl der Standorte, an denen Kinder gezielte Zusatznahrung erhielten, stieg von 21 im Vorjahr auf 174, jene für Vitamine und Spurenelemente von 38 auf 141, die Zahl aller Hilfsstandorte um 58 Prozent. Die Zahl der Kinder in Behandlung erreichte im August 2025 mit fast 17 000 ihren Höchststand und fiel bis März 2026 auf rund 2900. Im ersten Halbjahr 2026 wurden unter allen behandelten Patienten vier Todesfälle bestätigt, die auf Mangelernährung zurückgingen.
Wie gross der Sprung war, zeigen die drei UN-Organisationen am Vergleich zweier Monate. Im September 2025 erreichte Nahrungsmittelhilfe in irgendeiner Form rund 500 000 Menschen. Im Mai 2026 gingen Lebensmittelpakete an rund 1,5 Millionen Menschen, Bargeldhilfe an etwa 700 000.
Das Versagen einiger Medien
In Gaza gab es Hunger. Das ist sehr tragisch und sollte nicht sein. Wie schwer, weiss für den Sommer 2025 niemand genau, weil niemand gemessen hat – das ist die Selbstauskunft jener Institution, die damals die Hungersnot feststellte. In der Berichterstattung wurde diese Unsicherheit nicht immer berücksichtigt.
Und fast nirgends stand, woher die Zahlen kamen. Wer im Sommer 2025 über Hungertote in Gaza las, erfuhr selten, dass deren Zahl aus dem täglichen Telegram-Kanal eines Ministeriums stammte, das der Hamas untersteht. Eine islamistische Terrororganisation. lieferte die Belege für den Vorwurf gegen Israel. Für jede andere Konfliktregion wäre das ein Warnhinweis im ersten Absatz gewesen.
Am 25. Juli 2025 titelte Schweizer Radio und Fernsehen (SRF): «Extreme Hungersnot im Gazastreifen: Warum tut die Welt nichts?» Damals hatte noch kein Fachgremium etwas dergleichen festgestellt. Sechs Tage später trug ein SRF-Beitrag den Titel «Kinder verhungern in Gaza». Darin nannte eine UNICEF-Vertreterin durchschnittlich 27 täglich sterbende Kinder und über 15 000 seit Kriegsbeginn – Zahlen, die alle Todesursachen des Krieges umfassen, nicht Hungertote. Die Schlagzeile legte anderes nahe.
Der erste Beitrag wurde von der Ombudsstelle der SRG Deutschschweiz gerügt. Im Schlussbericht Nr. 11646 von Anfang September 2025 halten die Ombudsleute fest, das Bild eines abgemagerten Kindes hätte ohne weitere Recherche nicht gezeigt werden dürfen, weil dessen Ursache nicht geklärt war. Sie sehen darin einen Verstoss gegen das Gebot der Sachgerechtigkeit. Zur Fairness gehört: Dieselbe Stelle weist ebenso zurück, es habe gar keine Hungersnot gegeben, und einen beanstandeten «Tagesschau»-Beitrag rügte sie nicht.
Ähnlich anderswo. Die New York Times ergänzte ihren Bericht über einen ausgezehrten Jungen am 29. Juli 2025 um eine Anmerkung der Redaktion: Der behandelnde Arzt hatte nach der Publikation auf Vorerkrankungen des Kindes hingewiesen. Die BBC entfernte aus der Überschrift eines Berichts über eine in Italien verstorbene Frau aus Gaza die Angabe, sie sei an Mangelernährung gestorben; das Spital sprach von einem komplexen klinischen Bild. Beiden Korrekturen fehlt, was den Fehlern zuteilwurde: Reichweite.
Als am 19. Dezember 2025 festgestellt wurde, dass keine Hungersnot mehr vorliegt, berichtete SRF darüber immerhin – am 25. Dezember, morgens um 06.55 Uhr, in der Rubrik Dialog, übernommen von Swissinfo. Für die Feststellung im August hatte es Sondersendungen gegeben.
Nun liegen belastbare Messwerte vor, erhoben von UNICEF und einer Hilfsorganisation, ausgewertet von 61 Fachleuten aus 20 Organisationen und extern auf ihre Qualität geprüft. Die Belege wurden als «hoch» eingestuft, der bestmöglichen Bewertung des Systems. Sie zeigen akute Mangelernährung auf der untersten von fünf Stufen. Ein Jahr zuvor hatte dasselbe System für den Zeitraum bis Juni 2026 noch 132 000 akut mangelernährte Kinder vorausgesagt.
Der Gazastreifen bleibt ein Krisengebiet. 83 Prozent der Haushalte haben zurzeit kein regelmässiges Einkommen und das Wasserproblem ist noch nicht gelöst. Die Wirtschaft ist – abgesehen von der Hamas- und Clanwirtschaft – noch nicht wieder in Gang gekommen.
Es gelten aus Sicherheitsgründen noch drastische Einfuhrregeln. Der gesamte Warenverkehr läuft über Kerem Schalom, dem von Israel kontrollierten Übergang. Die Lebensmittelpakete, die im Mai 2026 rund 1,5 Millionen Menschen erreichten, kamen dort durch. Der Übergang Rafah nach Ägypten war selbst dann kein Warenübergang, als er Anfang Februar 2026 wieder öffnete: Vorgesehen waren rund 50 Personen pro Tag, zu Fuss. Wer in Gaza zu essen bekam, bekam es über israelisches Gebiet.
Wer im Juli 2025 ohne Messdaten von extremer Hungersnot sprach, schuldet seinem Publikum eine Antwort darauf, was die Messdaten von 2026 zeigen. Diese Antwort steht aus.
Zahlen scheinen nur dann Nachrichtenwert zu haben, wenn sie in die erwartete Richtung zeigen. Wer das Ausmass einer Katastrophe nicht korrigiert, wenn die Daten es verlangen, verliert die Glaubwürdigkeit, die er beim nächsten Mal brauchen wird.
Die Sache mit dem Genozid
In der Schweiz wird seit vielen Monaten der Vorwurf des Genozids wie ein Mantra wiederholt. Diese Zahlen entziehen dem Genozidvorwurf einer systematischen Aushungerung der Bevölkerung einen wesentlichen Teil seiner Grundlage.
Im Aufruf zu einer nationalen Demonstration im Juni 2025 schrieben Gewerkschaftsbund, Unia, VPOD, SP und Grüne, Israel begehe einen Völkermord. Hinzu komme der vorsätzliche Einsatz von Hunger als Kriegswaffe gegen mehr als zwei Millionen Menschen. Im September verlangte der Gewerkschaftsbund, die von Israel verursachte Hungersnot und dessen völkermörderische Handlungen müssten enden.
Im Oktober verurteilte die SP an ihrem Parteitag den «von Israel verübten Genozid aufs Schärfste» und sprach von «organisiertem Hunger». Die Unia erklärte an ihrem Kongress die Zivilbevölkerung zum Opfer eines Völkermordes. Beide Beschlüsse fielen zwei Wochen nach dem Waffenstillstand, als die Hilfe längst hochgefahren war und die Zahl der behandelten Kinder seit Wochen sank. Getragen wird der Vorwurf bis heute – Audiatur-Online hat die Doppelmoral von SP und Grünen dokumentiert wie auch die Propaganda von SP-Nationalrat Fabian Molina.
Der Beleg, auf den sich der Vorwurf stützte, war unter anderem die Hungersnot-Feststellung vom August 2025 – jene, deren Sterblichkeitskriterium auf Meldungen einer Hamas-Behörde beruhte und deren Umrechnung die neue Erhebung nicht bestätigt.
Aus Sicherheitsgründen schränkt Israel den Zugang nach Gaza weiterhin ein. Eine Beschränkung ist jedoch keine Vernichtung. Wer eine Bevölkerung systematisch aushungert, lässt Ernährungsprogramme nicht auf eine Abdeckung von sechzig Prozent wachsen. Und er lässt die Hilfslieferungen nicht auf durchschnittlich rund 100 Lastwagen pro Tag steigen, wie das IPC festhält.
Nun hat die UNO selbst gemessen. Ihre Zahlen widersprechen dem Bild eines bis heute andauernden, flächendeckenden Aushungerns und schwächen damit auch ein zentrales Argument, mit dem der Genozidvorwurf gegen Israel politisch begründet wurde. Sie zwingen zu einer Neubewertung jener Prognosen, mit denen die Öffentlichkeit im Sommer 2025 durch linke Parteien, Gewerkschaften und einige Medien konfrontiert – um nicht zu sagen: belogen – wurde.
Keine der genannten Politiker, Parteien, Organisationen oder Medien hat ihre Position seither korrigiert.
























Wie verlogen die UNICEF ist, zeigt das aktuelle Bild mit dem wohlgenährten Kind. Na ja, ein wenig Schmutz muss man ihm schon ins Gesicht schmieren und natürlich muss es auch traurig in die Welt gucken.
https://www.unicef.ch/de/so-helfen-sie/nothilfe/hilfe-fur-kinder-gaza
Antisemiten geben den Juden immer die Schuld an den Verbrechen, die an ihnen begangen werden.
• Israel wird seit 1948 durch Kriege, Intifadas und Massaker wie dem 7. Oktober angegriffen => und doch des Völkermords beschuldigt.
• Die Hamas verübte ein genozidales Massaker und schwört Wiederholung => doch Amnesty beschuldigt Israel des Völkermords und der IGH ermittelt.
• Israelische Geiseln in Gaza werden seit über zwei Jahren gefoltert und ausgehungert => doch Israel wird für den Hunger in Gaza verantwortlich gemacht, obwohl es Lebensmittel liefert, die die Hamas stiehlt.
• Israel ist winzig und arm an Ressourcen =>und wird des Landraubs bezichtigt.
• Terroristen sprengen Busse und Schulen => doch jüdische Häuser in Judäa & Samaria gelten als das schlimmste Verbrechen.
• Araber verfügen über riesige Länder und Reichtümer => doch Juden werden der Weltherrschaft bezichtigt.
• Die Araber haben den Nahen Osten und grosse Teile Afrikas kolonisiert => doch die Juden werden des Kolonialismus beschuldigt.
Antisemitismus ist eine gefährliche europäische Epidemie. Sie gibt den Hassern ein falsches Gefühl von Wichtigkeit und echten Genuss => im Tausch gegen gesunden Menschenverstand. Sie endet immer schlecht für alle. Das ist meine Meinung.
Korrigieren wird man auch nicht. Das Bild vom „Völkermord in Gaza“ soll erhalten bleiben. So wie alle Lügen über „die Juden“, die sich über Jahrhunderte gehalten haben. Da müsste schon eine besonders gute Propagandawelle der bald neuen israelischen Regierung gegensteuern.