Start Innovation Wie israelische Technologie NVIDIAs KI-Boom antreibt

Wie israelische Technologie NVIDIAs KI-Boom antreibt

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Foto IMAGO / CFOTO
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Alle Börsen und viele Anleger reden vom unvergleichlichen Erfolg der US-Firma NVIDIA, die ihren Umsatz im 2. Quartal 2026 auf 96 Milliarden US-Dollar gegenüber dem Vorjahrsquartal verdoppelt hat. Aber fast alle verschweigen, dass ohne die israelische Firma MELLANOX dieser Erfolg nicht möglich gewesen wäre. NVIDIA ist mit einem aktuellen Marktwert von 4,7 Billionen Euro die wertvollste Company, höher bewertet als Microsoft, Apple oder Meta (Facebook, Instagram, WhatsApp).

Die Quelle für diese Information ist nicht etwa US-Päsident Donald Trump, sondern Colette Kress (58), Chief Financial Officer (CFO) von NVIDIA, eine der ersten Frauen, die aus eigenem Antrieb – keine Erbin – seit 2025 in die Liste der Dollar-Milliardärinnen aufgenommen wurde. In einer Investoren-Konferenz verriet sie dieser Tage, dass der Umsatz des Verkaufs von Kommunikations-Prozessoren vom ersten zum zweiten Quartal dieses Jahres um 18 Prozent gestiegen ist.

Hinter dieser Zahl steht auch MELLANOX in Yokne´am, eine Autostunde nördlich von Tel Aviv. NVIDIA verkauft in grossen Mengen Graphic- und Kommunikations-Prozessoren. Letztere beschleunigen die Graphic Prozessoren. Hier kommt MELLANOX in Israel ins Spiel. Denn die Kommunikations-Prozessoren werden zu einem erheblichen Teil von NVIDIAs israelischer Einheit entwickelt und verantwortet. Dazu gehört auch der Bestseller NVLINK, der von Israel aus organisiert wird. Dort wurde auch der Spectrum-Ethernet-Prozessor erfunden und 2023 als spezielle Ethernet-Plattform für grosse KI-(Künstliche Intelligenz) Cluster vorgestellt. 2019 hatte NVIDIA die israelische Firma für 6,9 Milliarden US-Dollar übernommen.

Eine Investition, die sich inzwischen mehrfach bezahlt gemacht hat. Kress berichtete den Investoren, wie das Wirtschaftsblatt Globes Israel meldet, dass sich der Umsatz durch „Spectrum X“ innerhalb eines Jahres um das 2,6-fache erhöht hat. Damit wurde NVIDIA das am schnellsten wachsende Unternehmen weltweit, das Kommunikatios-Prozessoren herstellt. Das war nicht immer so. Als Kress 2013 zu NVIDIA kam , war die Firma die kleinste, für die die an der Universität von Arizona ausgebildete Finanz-Expertin gearbeitet hat. Zuvor war sie bereits in Führungspositionen bei Microsoft und Cisco.

Worin liegt die Leistung der Entwickler bei MELLANOX: bis vor kurzem waren die GPUs (Graphics Processor Unit) die Motoren, ohne die kein Smart Phone oder PC Daten als Bild oder Video darstellen kann. Der rasant wachsende Markt der Computerspiele hat den Bedarf an GPUs vervielfacht. MELLANOX hat nicht noch mehr GPU-Technologien entwickelt, sondern einen neuen Weg beschritten: mit der Ethernet/Spectrum-X-Technologie haben die Israeli die Fähigkeit geschaffen, sehr viele GPUs zu einem einzigen gigantischen Computersystem zusammenzuschalten. MELLANOX hat NVIDIA damit den Weg gewiesen, aus sehr vielen einzelnen extrem schnellen GPUs ein einziges riesiges KI- Rechensystem zu machen. Das ist für die heutige generative KI ein entscheidender Wettbewerbsvorteil.

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Ein Serverraum bei Mellanox Technologies in Yokneam, Israel. Foto IMAGO / Xinhua

Hinter jedem neuen Produkt steht ein kreativer Kopf. Bei Mellanox heisst er Eyal Waldman, Gründer, langjähriger CEO und technologischer Ideengeber. Er ist in Jerusalem aufgewachsen und wurde am Technion in Haifa zum Elektro-Ingenieur ausgebildet. Waldmanns  Familie wurde von einem tragischen Schicksalsschlag heimgesucht. Seine jüngste Tochter Danielle und ihr Partner Noam Shai wurden am 7. Oktober 2023 beim Überfall der palästinensischen Hamas-Terroristen auf das Musik-Festival nahe des Gaza-Streifens ermordet. Seine Reaktion: er initiierte im Dezember 2023 mit anderen israelischen High-Tech-Firmen das Projekt Next October. Damit sollen 1200 Startups entstehen, jedes benannt nach und zu Ehren eines der 1200 Opfer des Massakers.

Waldmans wirtschaftliche Leistungen haben auch nicht zu übersehende Vorteile für  Israels Ökonomie. Das NVIDIA-Wachstum schaufelte im ersten Quartal 2026 15 Milliarden und im 2. Quartal 17,5 Milliarden US-Dollar in die Taschen der talentierten Entwickler, Investoren und über Steuern und Abgaben auch in die Staatskasse. Laut CBS (Central Bureau of Statistics) bedeuten diese Einnahmen für das kleine Israel einen beträchtlichen Anstieg des Bruttoinlandprodukts (BIP).

Im Verlauf des letzten Jahres wuchs das BIP um 3.5 Prozent, ohne NVIDIA  hätte die Steigerung nur 2.1 Prozent betragen. Wie ein führender Ökonom in Israel vorrechnete, würde das BIP im 2. Quartal 2026  im Vergleich zum Vorjahresquartal ohne NVIDIA bei 5.5 Prozent liegen, mit NVIDIA bei 7.2 Prozent. Das macht einen nicht unerheblichen Unterschied von 1,7 Prozent  des gesamten BIPs von immerhin 611 Milliarden US-Dollar – Stand 2025 – aus. Und diese Wirtschaftsleistung Israels ist grösser als die aller arabischen Nachbarn zusammengerechnet – inklusive Ägypten mit 120 Millionen Einwohnern.

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