
Wenn eine Person des öffentlichen Lebens sich mit Begriffen wie Völkermord, Apartheid und ethnische Säuberung wappnet und diese Begriffe als unumstössliche Tatsachen verbreitet, werden Kultur und Geschichte ein Stück weit zerstört.
von Fiamma Nirenstein
Das kürzlich in der italienischen Zeitung Corriere della Sera veröffentlichte Interview mit Francesca Albanese, der UN-Sonderberichterstatterin für palästinensische Rechte, enthielt mehr als nur Fehlinformationen; es war ein Manifest für die Auslöschung des jüdischen Staates.
Ich habe mich lange geweigert, Albanese mit einer Diskussion zu würdigen – nicht aus Zaghaftigkeit, sondern aus Prinzip. Mit jemandem dieselbe Luft zu atmen, der wiederholt nachweisbare Unwahrheiten verbreitet, bedeutet, eine moralische Gleichwertigkeit anzuerkennen, die nicht existiert.
Ihre jüngste Behauptung – dass Israels blosse Existenz „das Problem“ sei, dass es sich um einen Apartheidstaat handele, der ein Land besetze, das einst Palästina hiess – fasst Jahrzehnte der Geschichte in einem einzigen, unehrlichen Satz zusammen.
Es lohnt sich, die Leser an die einfachen Tatsachen zu erinnern, die Albanese ausblendet. Während eines Grossteils des 19. und frühen 20. Jahrhunderts bezeichneten sich Juden selbst als Palästinenser; die ehemalige israelische Premierministerin Golda Meir war eine von ihnen.
Die modernen arabischen Bevölkerungsgruppen in der Zeit des britischen Mandats waren keine statischen indigenen Blöcke, sondern Völker, die aus benachbarten Regionen zuwanderten. Das britische Mandat, das nach dem Zusammenbruch des Osmanischen Reiches von der internationalen Gemeinschaft sanktioniert wurde, bildete den rechtlichen Rahmen für die Rückkehr der Juden in das Land Israel.
Die Teilung und die darauf folgenden Kriege schufen die Grenzen und Probleme, mit denen wir heute leben. Die moderne palästinensische Nationalbewegung entstand später – in den 1960er und 1970er Jahren – und wurde von geopolitischen Kräften und Ideologien im Ausland gefördert. Diese Chronologie zu ignorieren bedeutet, die Ursachen selbst zu ignorieren.
Albaneses rhetorischer Taschenspielertrick ist kein unschuldiger Interpretationsfehler. Er dient einem Ziel: der Demontage der Legitimität Israels. Wenn der öffentliche Diskurs komplexe rechtliche und historische Streitigkeiten in pauschale moralische Anklagen umwandelt, hört er auf, eine Debatte zu sein, und beginnt, eine Zerstörung zu sein. Schlimmer noch, wenn grosse Medienunternehmen und einflussreiche Institutionen solche Behauptungen ohne kritische Prüfung verstärken, vergrössern sie den Schaden.
Dies ist nicht nur eine akademische Debatte. Begriffe wie „Völkermord“ und „Apartheid“ sind schwerwiegend – und das zu Recht. Sie erfordern eine gründliche Quellenangabe, eine sorgfältige Kontextualisierung und die Bereitschaft, sich ehrlich mit unangenehmen Tatsachen auseinanderzusetzen, darunter auch die Gräueltaten islamistischer Gruppen, die Israel das Existenzrecht absprechen.
Albaneses Gewohnheit, übertriebene Zahlen, wiederverwertete Anschuldigungen und selektive Darstellungen zu zitieren, schafft keine Klarheit, sondern einen Nebel, der die Urheber der Gewalt abschirmt und genau die Opfer delegitimiert, für die sie sich angeblich einsetzt.
Die Geschichte lehrt uns eine mahnende Lektion: Delegitimierung geht der Enteignung voraus. Die Politik der Gegenwart vergisst allzu oft, was die Geschichte uns lehrt – dass die Ausgrenzung eines Volkes und die Umdeutung seiner Herkunft der erste Schritt auf einem dunklen Weg ist.
Wir haben gesehen, wie Propaganda die Herzen und Bürokratien auf Verbrechen vorbereiten kann. Wir sollten uns jeder Sprache widersetzen, die solche Prozesse unter dem Deckmantel moralischer Klarheit normalisiert.
Uneinigkeit mit der israelischen Politik ist legitim; die Forderung nach Rechenschaftspflicht ist notwendig. Aber es gibt einen grossen Unterschied zwischen Kritik und einem Projekt der Auslöschung. Albaneses Darstellung überschreitet diese Grenze. Sie zielt nicht auf Reformen oder Verhandlungen ab, sondern auf Auslöschung.
Wenn uns die Wahrheit, die Erinnerung und die brüchige ethische Grundlage, die verhindert, dass sich die schlimmsten Kapitel der Geschichte wiederholen, am Herzen liegen, müssen wir dies klar und deutlich sagen. Intellektuelle Verantwortung erfordert mehr als nur Slogans; sie erfordert Treue gegenüber den Fakten, dem Kontext und der ganzen Komplexität menschlicher Ereignisse.
Alles andere bedeutet das Ende der Zivilisation – und das können wir uns nicht noch einmal leisten.
Fiamma Nirenstein war Mitglied des italienischen Parlaments (2008-13), wo sie als Vizepräsidentin des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten der Abgeordnetenkammer diente. Auf Englisch zuerst erschienen bei Jewish News Syndicate. Übersetzung Audiatur-Online.



























Der Wahn der Antisemiten wird immer schlimmer.
Sie ist die schlimmste Hetzerin gegen Juden und Israel innerhalb der UNO aber auch ausserhalb, wenn man ihr Engagement sieht welches sie an den Tag legt. Scheinbar unermütlich verbreitet sie unter dem Vorwand der Menschenrechte Lügen, welche uns an die dunkelsten Zeiten Europas erinnern. Ich bin davon überzeugt, dass ihr Hass gegen Israel sie irgendwann einholen wird und Frau Albane dafür einen hohen Preis bezahlt. Die Geschichte lehrt uns dies immer wieder und wie man so schön sagt geschieht nichts neues unter der Sonne. Wer Terror verherrlicht, ja sogar rechtfertigt, hat moralisch gesehen schon längst verloren. Frau Albanese steht definitiv auf der falschen Seite der Geschichte.
Liebe Fiamma, wie immer kurz und dddim Nagel auf dem Kopf getroffen. Albanese Sprüche basieren nicht auf Tatsachen sondern sie „Schaft“ ihre Tatsachen selbst bzw. passt die „Tatsachen“ an ihre Bedürfnisse an. Aber, wie wir wissen, auch wenn jeder eine Recht auf seine eigene Meinung hat, hat niemand das Recht auf „eigene Tatsachen“. Frage mich immer wider, wer sie für diese Sprüche finanziert?