Die Lügen über Israel

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Lastwagen mit Hilfsgütern am 26. Mai 2024 in der Nähe des Kerem-Shalom-Übergangs zwischen Israel und dem Gazastreifen. Foto IMAGO / Xinhua
Lastwagen mit Hilfsgütern am 26. Mai 2024 in der Nähe des Kerem-Shalom-Übergangs zwischen Israel und dem Gazastreifen. Foto IMAGO / Xinhua
Lesezeit: 9 Minuten

Monatelang hat Israel verleumderische Behauptungen über eine Hungersnot im Gazastreifen widerlegt, während internationale Organisationen – insbesondere die UN und die EU, der Internationale Gerichtshof und die Mainstream-Medien sowie Nichtregierungsorganisationen wie Human Rights Watch – falsche und böswillige Behauptungen aufstellten, Israel verursache eine Hungersnot im Gazastreifen und setze diese sogar als “Kriegswaffe” ein. Israel hätte sich die Mühe sparen können. Niemand hat zugehört.

von Robert Williams

Hungersnot“, so der EU-Aussenbeauftragte Josep Borrell, “wird als Kriegswaffe eingesetzt. Israel provoziert eine Hungersnot”. Seine Worte kamen, nachdem ein der UNO angegliedertes Gremium, die Integrated Food Security Phase Classification (englisch für „Integrierte Klassifizierung der Ernährungssicherheitsphasen“, kurz IPC), im März einen Sonderbericht veröffentlicht hatte, in dem behauptet wurde, dass Hunderttausende von Menschen im Gazastreifen bereits von einer Hungersnot betroffen seien und dass die Zahl bis Juli auf mehr als eine Million ansteigen werde.

“Eine Hungersnot steht unmittelbar bevor”, so die IPC. “1,1 Millionen Menschen, die Hälfte des Gazastreifens, sind von einer katastrophalen Ernährungsunsicherheit betroffen.”

Der Internationale Gerichtshof stützte sich bei seiner Anordnung vom 28. März an Israel, die humanitäre Hilfe für den Gazastreifen zu erhöhen, auf den IPC-Bericht. Israel wurde daher von der Weltgemeinschaft mit einer Flut von Empörung und Hass konfrontiert, weil es angeblich diese “Hungersnot” verursacht hat.

Im Mai behauptete das Welternährungsprogramm (WFP) der Vereinten Nationen ohne den geringsten Beweis, dass in Gaza eine “regelrechte Hungersnot” herrsche.

Jetzt stellt sich heraus, dass das alles eine grosse Lüge war. Es gab keine Hungersnot, es gibt keine Hungersnot und Israel hat den Hunger nicht als “Kriegswaffe” eingesetzt:

In seinem am 4. Juni veröffentlichten Bericht kam die IPC der Vereinten Nationen zu dem Schluss, dass eine Hungersnot nicht einmal mehr “plausibel” sei und es keine “unterstützenden Beweise” gebe. Die UNO hat auch zugegeben, dass es in Gaza bisher nur 32 Todesfälle aufgrund von Unterernährung gegeben hat, von denen 28 auf Kinder unter 5 Jahren entfielen. Niemand jedoch – weder die UN, noch der IGH, die NGOs oder all die Medien, die die Lügen aufgebauscht und verbreitet haben – hat zugegeben, dass sie falsch lagen. Im Gegenteil, am 18. Juni verbreitete die New York Times mit der Behauptung, in Gaza herrsche ein “extremes Mass an Hunger”, diese Lüge weiter.

Der jüngste IPC-Bericht, der am 25. Juni veröffentlicht wurde, kam zu dem Schluss, dass die Nahrungsmittellieferungen für den Gazastreifen in den letzten Monaten tatsächlich zu- und nicht abgenommen haben und dass “in diesem Zusammenhang die verfügbaren Beweise nicht darauf hindeuten, dass derzeit eine Hungersnot herrscht”. ‘

Im Vergleich dazu sind mehr als drei Millionen Kinder im Sudan akut unterernährt, und eine Viertelmillion wird wahrscheinlich in den kommenden Monaten sterben. Nach eigener Aussage der UNO ist der Krieg im Sudan “der Krieg, den die Welt entweder vergessen hat oder ignoriert”. Die Ironie dieser Aussage ist den Vereinten Nationen offensichtlich entgangen, was wahrscheinlich der Hauptgrund dafür ist, dass der Sudan – und andere Konfliktherde – ignoriert werden: Die Vereinten Nationen konzentrieren fast alle ihre Ressourcen auf Israel und Gaza.

“Etwa 222.000 stark unterernährte Kinder und mehr als 7.000 junge Mütter werden in den kommenden Monaten wahrscheinlich sterben, wenn ihre Ernährungs- und Gesundheitsbedürfnisse nicht erfüllt werden”, so die Schlussfolgerung des “Nutrition Cluster in Sudan” – einer Partnerschaft von Organisationen wie den Vereinten Nationen, dem Bundesgesundheitsministerium und Nichtregierungsorganisationen, darunter Save the Children – vor kurzem. Insgesamt sind 18 Millionen Menschen im Sudan vom Hungertod bedroht. Offensichtlich kümmert das niemanden.

Die “erfundene” Hungersnot ist nur die jüngste in einer langen Reihe von Lügengeschichten, die Israels Militäroperationen im Gazastreifen dämonisieren und die in den letzten Monaten als Lügen entlarvt wurden, ohne dass die Medien darüber berichtet hätten. Vorhersehbarerweise wurde keine der Enthüllungen in den Mainstream-Medien veröffentlicht oder von Organisationen wie der EU oder den vielen NGOs, die die Lügen verbreitet haben, wie Human Rights Watch, anerkannt.

Hier eine Auswahl der krassesten Lügen:

Israel lässt nicht genügend humanitäre Hilfe nach Gaza: Diese Behauptung, die auf einer Lüge beruht, war der angebliche Grund für US-Präsident Joe Biden, einen Landungssteg in Gaza zu bauen. UN Watch schreibt dazu:

“Die von den Vereinten Nationen und der COGAT veröffentlichten Daten zeigen, dass bis zum 4. April 2024, also etwa sechs Monate nach Beginn des Krieges, etwa 13.000 Lastwagen mit Lebensmitteln in den Gazastreifen gelangt sind, was einer Menge von 272.000 Tonnen Lebensmitteln entspricht, mehr als das Doppelte der vom Welternährungsprogramm (WFP) geforderten Menge. Während die Gesamtzahl der Lastwagen, die vor dem 7. Oktober in den Gazastreifen kamen, insgesamt zurückgegangen ist, hat sich die Zahl der Lastwagen mit Nahrungsmitteln, die seit dem 7. Oktober in den Gazastreifen kamen, verdoppelt. Gleichzeitig hat es den Anschein, dass die UNO nicht über die logistischen Kapazitäten verfügt, um die eintreffenden Hilfsgüter zu verteilen. COGAT hat die UNO wiederholt dafür kritisiert, dass sie nicht in der Lage ist, alle an einem Tag in den Gazastreifen einfahrenden Lastwagen abzuarbeiten.”

Trotz dieser Situation, die nicht von Israel verursacht wurde, wiederholte der UN-Menschenrechtsbeauftragte Volker Türk am 18. Juni die verleumderische Anschuldigung, dass Israel die Einfuhr humanitärer Hilfe nach Gaza behindere. “Die willkürliche Verweigerung und Behinderung der humanitären Hilfe geht weiter”, log Türk unverblümt. “Das muss ein Ende haben.”

Israel hat in Gaza mehr als 37.000 Menschen getötet, vor allem Frauen und Kinder: Seit Monaten berichten die Medien über Opferzahlen, die direkt aus der Propagandamaschine der Hamas stammen, die auch als Gesundheitsministerium des Gazastreifens bekannt ist und die das UN-Büro für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) fröhlich und unkritisch täglich auf seiner Website veröffentlicht. Warum die UNO als Sprecher der Hamas fungiert, ist zumindest offiziell rätselhaft, aber sie scheint dennoch die Hauptquelle für Journalisten zu sein, die über die Opferzahlen im Gazastreifen berichten. Die gemeldeten Opferzahlen wurden von Anfang an als extrem hoch angegeben – derzeit mehr als 37.000 – und laut Honest Reporting wurde fast immer angegeben, dass die überwältigende Mehrheit der Opfer, etwa 70 %, Frauen und Kinder waren. Diese Zahlen wurden unhinterfragt von allen nachgeplappert, auch von anderen UN-Gremien, der EU, den Medien und selbsternannten Menschenrechts-NGOs.

Anfang April räumte die Hamas dann ein, dass ihre Zahlen “fehlerhaft” seien. Die Foundation for the Defense of Democracies schrieb:

“Das von der Hamas geführte Gesundheitsministerium im Gazastreifen erklärte am 6. April, dass es über “unvollständige Daten” für 11.371 der 33.091 palästinensischen Todesopfer verfüge, die es angeblich dokumentiert habe. In einem statistischen Bericht stellt das Ministerium fest, dass es einen individuellen Datensatz als unvollständig betrachtet, wenn einer der folgenden Schlüsseldaten fehlt: Identitätsnummer, vollständiger Name, Geburtsdatum oder Todesdatum.”

Anfang Mai räumte die UNO ein, dass die Angaben der Hamas zu den Opfern nicht glaubwürdig sind, und senkte die Zahl der Todesopfer von etwa 34.000 auf etwa 24.000 und die Zahl der angeblichen Opfer unter Kindern von 14.000 auf etwa 7.800. Nach Angaben der IDF waren 14.000 der 24.000 Opfer Hamas-Terroristen, was bedeutet, dass die tatsächliche Zahl der zivilen Todesopfer zu diesem Zeitpunkt eher bei 10.000 lag.

“Zivilisten”, jedenfalls im palästinensischen Kontext, sind ein kompliziertes Thema. Zum einen haben viele so genannte “Zivilisten” an den Massakern vom 7. Oktober an der Seite von ausgebildeten Hamas-Terroristen teilgenommen, so dass sie faktisch der Hamas gleichgestellt sind. Darüber hinaus sind die Hamas und der Palästinensische Islamische Dschihad dafür bekannt, dass sie Kinderterroristen rekrutieren. Im Jahr 2021 forderte UN-Generalsekretär Antonio Guterres den “militärischen Flügel” der Hamas auf, den Missbrauch von Kindern bei ihren Terroraktivitäten einzustellen:

“Ich fordere die al-Qassam-Brigaden auf, die Rekrutierung und den Einsatz von Kindern einzustellen und ihren nationalen und internationalen rechtlichen Verpflichtungen nachzukommen. Ich fordere alle bewaffneten palästinensischen Gruppen auf, Kinder zu schützen, auch indem sie verhindern, dass sie der Gefahr von Gewalt ausgesetzt werden oder für politische Zwecke missbraucht werden.”

Die Hamas rekrutiert schon seit Jahrzehnten Kinder unter 15 Jahren. Die Hamas führt auch militärische Sommerlager für Kinder durch, in denen sie mit den al-Qassam-Brigaden trainieren. Daniel Pérez-García, Forscher im Bereich Radikalisierung, Prävention und Sicherheit der Abteilung Forschung und Projekte der Euro-Arab Foundation for Higher Studies schreibt:

“Neben der Ausbildung im Umgang mit Waffen wie der bekannten AK-47 werden sie wie die Streitkräfte einer konventionellen Armee in regelwidrigen Taktiken ausgebildet… Neben anderem Spezialtraining in asymmetrischer und regelwidriger Kriegsführung bringen die bewaffneten Gruppierungen der Hamas und des Palästinensischen Islamischen Dschihad ihren jüngsten Mitgliedern bei, IDF-Soldaten zu entführen… In den Propagandapublikationen beider Gruppen ist zu sehen, dass es sich bei den betreffenden Personen um Minderjährige handelt und dass diese Methoden über digitale Kanäle wie Telegram verbreitet werden…”

Schliesslich spielen auch Zivilisten eine aktive Rolle bei den Kriegsgräueln der Hamas, nicht zuletzt als Geiselnehmer. Die vier Geiseln, die kürzlich von den israelischen Streitkräften befreit wurden, wurden in Privathäusern festgehalten, von denen eines einem Al Jazeera-“Journalisten” gehörte.

Israel begeht “Massaker”: Während des gesamten Krieges wurde Israel immer wieder beschuldigt, “Massaker” zu begehen. Ein solcher Vorwurf wurde Ende Mai gegen Israel erhoben, nachdem die israelischen Streitkräfte mit einem präzisen Schlag hochrangige Hamas-Terroristen ins Visier genommen hatten, dabei aber versehentlich ein Feuer auslösten, das mehrere Menschen in einem nahe gelegenen Vertriebenenlager tötete. Der Angriff und das anschliessende Feuer wurden massiv verurteilt, einige nannten es ein “Massaker”, und der UN-Sicherheitsrat hielt eine Dringlichkeitssitzung ab.

UN-Generalsekretär Antonio Guterres führte die Hetze gegen Israel an, wie es die UN fast immer tut. “Es gibt keinen sicheren Ort in Gaza. Dieser Horror muss aufhören”, schrieb er in den sozialen Medien. Der Chef der EU-Aussenpolitik, Josep Borrell, erklärte, er sei “entsetzt über die Nachricht” von dem Angriff; der französische Präsident Emmanuel Macron sagte, er sei “empört”.

Die Präzisionsmunition hatte auf zwei Terroristen gezielt. Die IDF-Untersuchung ergab, dass die Munition kein Feuer dieser Grösse in dem nahegelegenen Lager entzündet haben konnte; höchstwahrscheinlich lagerten Munition, Waffen oder anderes Material in der Nähe des Einschlags, was eine sekundäre Explosion und schliesslich das Feuer verursachte, das sich ausbreitete.

Die Liste der Lügen lässt sich fortsetzen, aber die diffamierenden Unwahrheiten werden, selbst wenn sie von der Hamas oder den Vereinten Nationen zugegeben werden, weiterhin als Teil einer erfundenen, bösartigen Erzählung über israelische “Kriegsverbrechen” und “Völkermord” weiterverbreitet. Die Lügen werden weiterhin von der Hamas und den Anhängern der Terrororganisation erfunden und von den Medien wiederholt, die sich zunehmend als unprofessionell und rassistisch erweisen. Die Lügen werden nie korrigiert, anscheinend weil dies das Bild, das die Medien von Israel haben wollen, völlig zerstören würde.

Grosse Teile der “Eliten” der internationalen Gemeinschaft, einschliesslich der UNO, der EU, der Medien und zahlloser “Menschenrechts”-NGOs, scheinen darauf bedacht zu sein, den Iran und seine Stellvertreter in ihrem Bestreben, den einzigen jüdischen Staat der Welt zu zerstören, zu unterstützen, indem sie die Lügen und falschen Erzählungen aufrechterhalten. Sie tun dann so, als seien sie schockiert, wenn der Antisemitismus immer neue Höhepunkte erreicht, wie kürzlich die Gruppenvergewaltigung eines 12-jährigen Mädchens in Frankreich, weil sie Jüdin war. Die Taktik der Hamas wird nun offensichtlich von heranwachsenden Jungen auf den Strassen Europas kopiert. Offensichtlich kümmert das niemanden.

Robert Williams ist ein in den USA ansässiger Wissenschaftler. Auf Englisch zuerst erschienen bei Gatestone Institute. Übersetzung Audiatur-Online.

1 Kommentar

  1. Doch natürlich kümmert es jemand, wir müssen nur erheblich mehr werden. Die viel gerühmte “Mitte” oder das Mitte-links und sogar das Mitte Rechts Lager ist schließlich von Menschen geprägt, die glauben wollen, dass die Moslembruderschaften eine Befreiungsorganisation sind. Da der Glaube von Abwehr und Verdrängung geleitet ist, hilft nur Protest und zwar massenhaft. Aber auch Aufklärung hat weiter ihren Platz. Sie sollte nur von guten Marketing Methoden flankiert sein oder “Influencern”.
    Und jetzt Schluß mit solchen Sätzen. Sie sind ja nicht der christliche Hiob. Kampf dem Kalten Krieg, Kampf der Schuldabwehr und Kampf den Iran-Anhängern. Vorwärts!

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