Israel: Antike Werkzeuge geben neue Hinweise auf Jagdverhalten

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Nahaufnahme eines Quina-Schabers, der in der prähistorischen Höhle von Jaljulia in Zentralisrael gefunden wurde. Foto Universität Tel Aviv
Nahaufnahme eines Quina-Schabers, der in der prähistorischen Höhle von Jaljulia in Zentralisrael gefunden wurde. Foto Universität Tel Aviv
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Der prähistorische Mensch in der südlichen Levante jagte Elefanten. Als die verschwanden, musste er sich etwas Neues überlegen. Antike Werkzeugfunde aus dem heutigen Israel zeigen: Damwild war seine neue Wahl.

Werkzeuge zur Elefantenjagd sind wenig für das Erlegen von Damwild geeignet. Mit dem Verschwinden des Grosswilds entwickelten die prähistorischen Menschen deshalb einer neuen Studie zufolge israelischer Archäologen passendere Werkzeuge. Die Forscher untersuchten laut der Universität Tel Aviv 400.000 Jahre alte Feuersteinwerkzeuge und kamen zu dem Schluss, dass sie der früheste Beleg für Werkzeuge zum Schlachten und Häuten von Damwild seien und neue Aufschlüsse über die Entwicklung der Jagd in der Altsteinzeit gäben.

“Als die Elefanten aus der Region verschwanden, waren die Jäger gezwungen, ihre Technik anzupassen, um sich auf Jagd, Schlachten und Verarbeitung der leichtfüssigen Damhirsche zu konzentrieren”, so die Forscher. Die spezielle Klinge, nach einer altsteinzeitlichen französischen Fundstätte als Quina-Schaber bezeichnet, habe es den Jägern durch eine scharfe Arbeitskante erlaubt, das Wild sowohl zu schlachten als auch die Häute zu verarbeiten.

Gefunden wurden die Werkzeuge mit einer schuppenartigen Klinge demnach in Jaljulia sowie Qesem-Höhle östlich der heutigen Stadt Tel Aviv. Als Material wurde dabei ein Feuerstein benutzt, der in der Fundgegend nicht vorkommt, sondern aus einem Gebiet rund 20 Kilometer weiter östlich in der Nähe der Berge Ebal und Garizim in der Nähe der heutigen palästinensischen Stadt Nablus stammt. Die Forscher vermuten, dass es sich gleichzeitig um das Kalbungsgebiet des Damwilds handelte.

Die Berge Gerizim und Ebal. Foto Dr. Shai Bar/Universität Tel Aviv

Zahlreiche Damwildknochen wurden laut den Forschern auch am Altar auf dem Berg Gerizim gefunden, der dem biblischen Anführer Josua zugeschrieben sowie in einigen Traditionen als Ort verehrt wird, an dem Abraham seinen Sohn opfern wollte. Das lasse den Schluss zu, dass der Berg schon prähistorischen Jägern als heilig galt.

Eine frühere Studie an prähistorischen Knochenfunden in der Qesem-Höhle hatte darauf hingedeutet, dass die dort lebenden Hominide bereits eine Vorratshaltung kannten.

Ein Artikel über die Werkzeuge, “The Stone, the Deer, and the Mountain: Lower Paleolithic Scrapers and Early Human Perceptions of the Cosmos”, wurde im Februar in der Zeitschrift Archaeologies veröffentlicht. Die Forschung wurde von Vlad Litov und Prof. Ran Barkai von der Abteilung für Archäologie und altorientalische Kulturen der Universität Tel Aviv geleitet.

KNA/akr/brg/Aud

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