Irans gefährlicher neuer Terror-Proxy: Sudan

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Der iranische Präsident Ibrahim Raisi trifft den amtierenden sudanesischen Aussenminister Ali Al-Sadiq in Teheran. Foto: IMAGO / ranian Presidency Office Tehran
Der iranische Präsident Ibrahim Raisi trifft den amtierenden sudanesischen Aussenminister Ali Al-Sadiq in Teheran. Foto: IMAGO / ranian Presidency Office Tehran
Lesezeit: 6 Minuten

Die Einkreisung Israels durch die Islamische Republik und die Kontrolle über das Rote Meer sind fast vollendet.

von Peter Hoekstra

Während die Biden-Regierung damit beschäftigt ist, die Wiederwahl im November zu gewinnen und eine Reihe von Bränden zu löschen, die sie in der Ukraine, im Nahen Osten und im indopazifischen Raum mitverursacht hat, lauert eine neue Gefahr, die von der Öffentlichkeit weitgehend unentdeckt bleibt: Irans zunehmendes Vordringen in den Sudan.

Die Vereinnahmung des Sudan würde dem Iran mehr Öl, Gold und seltene Mineralien sowie einen weiteren Hafen am Roten Meer verschaffen, von dem aus er den Seeverkehr weiter blockieren könnte. Der Sudan würde dem Iran auch die Nähe zu Israel verschaffen und als zusätzliche Basis dienen für noch tödlichere Drohnenangriffe auf den jüdischen Staat – zumindest solange, bis sein Atomwaffenprogramm fertiggestellt ist.

Der Iran könnte den Sudan auch der Liste der vier anderen Länder hinzufügen, die er in der Region bereits effektiv kontrolliert: Irak, Syrien, Libanon und Jemen.Mit der Unterstützung des Irans wäre der Sudan dann auf dem besten Weg, ein weiterer Wiedergänger von Hamas, Al-Qaida oder den Taliban zu werden und seine Machenschaften und Absichten auf den Rest des afrikanischen Kontinents auszuweiten.

Areej El-Haq hielt kürzlich für das Washington Institue for Near East Policy fest:

die Zukunft erscheint in diesem Fall noch düsterer angesichts der tatsache, dass der sudan in der Vergangenheit Extremisten und Dschihadisten von ganz rechts und ganz links aufgenommen hat. Während des vorherigen Regimes beherbergte der Sudan Osama bin Laden, den Anführer von Al-Qaida, Hamas, Hisbollah und Carlos den Schakal. Diese herzliche umarming von gewalttätigen Extremisten brachte dem Sudan einen Platz auf der Liste der staatlichen Sponsoren des Terrorismus ein.

Bloomberg berichtete am 24. Januar, dass der Iran die sudanesischen Streitkräfte (SAF) unter der Führung von General Abdel Fattah al-Burhan mit Militärdrohnen beliefert hat – die neue „billige, sofort einsetzbare und leichter zugängliche Luftwaffe“ für jedermann. Der Iran hat den Sudanesen auch beigebracht, wie man Drohnen vor Ort herstellen kann.

Die SAF, die Berichten zufolge mit der Muslimbruderschaft und anderen Islamisten in Verbindung steht, ist derzeit in einen Bürgerkrieg mit den Rapid Support Forces (RSF) unter Mohammed Hamdan Dagal verwickelt. Das sudanesische Regime unter der Führung von al-Burhan ist ein diktatorisches Regime. Es hat Berichten zufolge grausame Verbrechen gegen die sudanesische Bevölkerung begangen, darunter die Bombardierung ganzer Stadtviertel und die Tötung von Zivilisten. Sowohl das iranische als auch das sudanesische Regime sind durch ein im letzten Monat unterzeichnetes Abkommen über Sicherheitskooperation zu einer zusätzlichen Bedrohung für Israel, die Region und die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten und ihrer Verbündeten geworden.

Die Iraner sehen den Verkauf von Waffen und neue Wirtschaftsabkommen offensichtlich als erste Schritte, um das Chaos in der Welt für ihre geostrategischen Ziele zu nutzen. Genau das scheint das Land mit der Vertiefung seiner Beziehungen zum Sudan zu tun. Aus Berichten geht hervor, in welchem Umfang diese iranischen Aktivitäten bereits stattfinden. Berichten zufolge hat der Iran dem Sudan ein Helikopterträger als Gegenleistung dafür angeboten, dass er dem Iran den Bau eines Marinestützpunktes im Lande gestattet. Dieses Angebot wurde Berichten zufolge aus Angst vor der Reaktion Israels und der Vereinigten Staaten abgelehnt.

Nachdem die Regierung Biden die Sanktionen gegen den Iran gelockert hatte, konnte Teheran seine Staatskasse aufbessern. Aus der Not heraus hat der Iran seine Bargeldreserven durch erhöhte Ölverkäufe um Milliarden aufgestockt. Mit diesen zusätzlichen Mitteln finanzierte er die Bedrohung der Schifffahrt im Roten Meer und im Golf von Aden durch die Houthi, den brutalen Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober, seine eigenen massiven Drohnen- und Raketenangriffe auf Israel am 14. April und den kontinuierlichen Aufbau von Waffenlagern durch die Hisbollah.

Der Iran versucht nun, sich mit seinem Geld Einfluss auf die sudanesische Regierung zu verschaffen. Der Sudan und der Iran haben eine komplizierte Geschichte, aber der dortige Bürgerkrieg hat dem Iran die Möglichkeit eröffnet, immer engere Beziehungen zur sudanesischen Führung zu knüpfen. Diese Bemühungen könnten durchaus dazu führen, dass der Sudan selbst oder Gruppen im Lande zum jüngsten Proxy des Iran werden, um Konflikte zu schüren und den Westen abzulenken. Angesichts der strategischen Lage des Sudan müssen die iranischen Bemühungen, das Land in seine Einflusssphäre einzubinden, zurückgedrängt werden.

Die USA und ihre Verbündeten in Europa müssen unbedingt verhindern, dass sich das Chaos in Osteuropa und dem Nahen Osten weiter ausbreitet. Der russisch-ukrainische Krieg hat die militärischen Versorgungskapazitäten des Westens belastet und Schwachstellen sowohl in den Lagerbeständen als auch in der Verteidigungsindustrie des Westens offenbart. Er hat auch zu einer zunehmenden Spaltung in Washington geführt, wie die monatelange Verzögerung bei der Verabschiedung des jüngsten Rüstungspakets für die Ukraine durch den Kongress gezeigt hat. Dieses Waffenpaket enthielt auch Mittel für einen wichtigen Verbündeten der USA, Israel, für seinen laufenden Krieg gegen die Hamas im Gazastreifen und die Bedrohung durch die Hisbollah im Libanon. Ein weiteres Thema, das in der Region grosse Aufmerksamkeit erregt, ist die anhaltende Bedrohung der internationalen Schifffahrt durch die Houthis im Jemen.

In all diesen Unruhegebieten gibt es eine Konstante – den Iran. Irans Unterstützung für seine bewaffneten Stellvertretergruppen und seine Waffenlieferungen an Russland haben das nötige Zündholz geliefert, um den Konflikt in einem grossen Teil Eurasiens anzuheizen. Die Eindämmung des böswilligen Einflusses des Irans ist von entscheidender Bedeutung für die Beendigung der aktuellen Konflikte im Nahen Osten, aber es ist auch zwingend erforderlich, dass der Westen zur Vernunft kommt und die Ausbreitung des iranischen Einflusses in andere Regionen der Welt stoppt.

Der Iran unternimmt gefährliche Eskalationsschritte, um seinen Einfluss und seine Fähigkeit auszubauen, Chaos und Terror in der Region zu verbreiten. Die US-Regierung hat öffentlich einen Stopp der Waffenverkäufe an den Sudan gefordert und hinzugefügt, dass sich der Sudan in einer „Krise epischen Ausmasses“ befindet. Die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Linda Thomas-Greenfield, wies darauf hin, dass die Stadt El Fasher „am Abgrund eines gross angelegten Massakers“ stehe. Dies verdeutlicht die verzweifelte Lage im Sudan, die durch den Iran und zu dessen Gunsten noch verschlimmert wird.

Unter dem Strich müssen Amerika und Europa feststellen, dass die Strategie, den Iran zu umwerben und zu beschwichtigen, kläglich gescheitert ist. Der Iran ist nicht nur ein Hauptlieferant für Russlands Kriegsanstrengungen in der Ukraine, sondern hat auch erfolgreich den Nahen Osten destabilisiert.

Der Krieg, der derzeit von iranischen Proxies in Gaza und im Libanon geführt wird, hat massive öffentlichen Demonstrationen zur Folge. Diese scheinen vor allem in den USA und Europa gut organisiert zu sein und werden von Agitatoren von aussen finanziert, die Amerika, den Rechtsstaat und den Westen stürzen wollen – zugunsten von Terrorismus und Tyrannei.

Es ist daher doppelt wichtig, den Iran daran zu hindern, sein Chaos und seinen bösartigen Einfluss h auszuweiten. Die Spannungen im Nahen Osten und der wachsende Druck, Terroristen zu beschwichtigen, haben auch die Beziehungen zwischen den USA und Israel belastet – den beiden wichtigsten Ländern, die verbrecherische Regimes wie den Iran, Russland und das kommunistische China an der Verwirklichung ihrer Machtvisionen hindern.

Washington darf nicht zulassen, dass das gegenwärtige Chaos dem Iran die Möglichkeit bietet, seine Präsenz im Nahen Osten und in Afrika auszuweiten. Die Lehren der letzten fünf Jahrzehnte sind eindeutig. Wenn der Iran eine Chance im Chaos sieht, wird er die Initiative ergreifen und seine Ressourcen nutzen, um weitere Teile der Welt zu destabilisieren und seinen Einfluss weiter auszubauen.

Die USA und Europa müssen jetzt aktiv werden, um den Bemühungen des Irans im Nahen Osten und im Sudan entgegenzuwirken. Wir können keine neuen „Stellvertreter des Terrors“ für den Iran zulassen.

Peter Hoekstra ist Distinguished Senior Fellow am Gatestone Institute. Er war US-Botschafter in den Niederlanden während der Trump-Regierung. Auf Englisch zuerst erschienen beim Gatestone Insitute. Übersetzung und redaktionelle Überarbeitung Audiatur-Online.

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