Die ständige Lüge von der „Gaza-Blockade“

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Mit Waren beladene Lastwagen fahren am 14. Juli 2021 über den Kerem-Shalom-Übergang in Rafah im südlichen Gazastreifen aus Israel in den Gazastreifen ein. Foto IMAGO / NurPhoto
Lesezeit: 3 Minuten

Auch im Jahr 2022 haben Vertreter der UNO, zahlreiche Länder und deren Repräsentanten sowie die Palästinensische Autonomiebehörde die Lüge wiederholt, dass Israel eine „Blockade“ gegen den „belagerten Gazastreifen“ verhängt habe.

von Maurice Hirsch

Während die Lüge, Gaza sei das „grösste Gefängnis der Welt“, gang und gäbe ist und oft sogar noch ausgeschmückt wird, offenbaren die vom Büro der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten in den so genannten „besetzten palästinensischen Gebieten“ (OCHA) veröffentlichten Statistiken den wahren Sachverhalt.

Laut OCHA-Statistiken gab es im Jahr 2022 424.417 Ausreisen über den Erez-Grenzübergang von Gaza nach Israel. 14.909 Ausreisen betrafen Patienten aus dem Gazastreifen, die in Begleitung von 10.930 Personen nach Israel einreisten, um medizinisch behandelt zu werden. Ausserdem gab es 573 Einreisen nach Israel, um inhaftierte Terroristen zu besuchen.

Website des Büros der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten, abgerufen am 18. Januar 2023

Neben der Einreise der Menschen aus dem Gazastreifen nach Israel meldete OCHA auch, dass im Jahr 2022 74.096 Lastwagenladungen mit Waren aus Israel über den Grenzübergang Kerem Shalom in den Gazastreifen gelangten. Den Statistiken zufolge waren davon 5 % mit humanitären Gütern beladen.

Website des Büros der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten, abgerufen am 18. Januar 2023

Zusätzlich zu den 74 096 Lkw-Ladungen mit Waren kamen Tausende von Lkw mit Treibstoff aus Israel in den Gazastreifen:

Website des Büros der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten, abgerufen am 18. Januar 2023

Während aus den vom israelischen Verteidigungsministerium veröffentlichten Statistiken hervorgeht, dass Israel von 2017 bis 2021 – erstaunlicherweise – 11.499 neue Fahrzeuge in den Gazastreifen zugelassen hat, wurde die Zahl der neuen Autos, die im Jahr 2022 aus Israel in den Gazastreifen eingeführt wurden, noch nicht bekannt gegeben.

Auf der OCHA-Website ist ausserdem zu lesen, dass im Jahr 2022 zusätzlich zu den 424.417 Ausreisen aus dem Gazastreifen nach Israel weitere 245.145 Ausreisen aus dem Gazastreifen über den Grenzübergang Rafah nach Ägypten zu verzeichnen waren. 

Website des Büros der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten, abgerufen am 18. Januar 2023

Neben dem Personenverkehr gelangten auch 32.353 Lkw-Ladungen mit Waren aus Ägypten über den Grenzübergang Rafah in den Gazastreifen. Alle Waren, die aus Ägypten in den Gazastreifen gelangten, waren für kommerzielle Zwecke bestimmt. Es wurden keine humanitären Güter aus Ägypten in den Gazastreifen gebracht.

Website des Büros der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten, abgerufen am 18. Januar 2023

Über den Grenzübergang Salah Ad-Din gelangte auch Treibstoff aus Ägypten nach Gaza.

Website des Büros der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten, abgerufen am 18. Januar 2023

Während der Gazastreifen von der international als Terrororganisation bezeichneten Hamas kontrolliert wird, die nach wie vor die Leichen von zwei israelischen Soldaten – Hadar Goldin und Oron Shaul – und zwei mental beeinträchtigten israelischen Staatsbürgern – Avera Mengistu und Hisham A-Sayed – unter völliger Verletzung des humanitären Rechts gefangen hält, zeigen die OCHA-Statistiken, dass 100 % der humanitären Güter und 100 % des industriellen Treibstoffs über Israel in den Gazastreifen gelangen.

Nach der illegalen ägyptischen Besatzung von 1948-1967 verwaltete Israel den Gazastreifen, bis es sich 2005 vollständig aus dem Gazastreifen zurückzog und die jüdischen Siedlungen und über 8.000 Juden, die im Gazastreifen ihre Heimat gefunden hatten, räumte. Seit diesem Rückzug hat Israel keine Verpflichtungen mehr gegenüber dem Gazastreifen. Im Gegensatz dazu haben Terroristen aus dem Gazastreifen seit dem Abzug 2005 Zehntausende von Raketen und anderen Waffen auf Israel abgefeuert und dabei wahllos die israelische Zivilbevölkerung ins Visier genommen. Allein im August 2022 schossen Terroristen aus dem Gazastreifen 1.233 Raketen auf Israel ab.

Da die UN-Statistiken die unwahre Behauptung, der Gazastreifen befinde sich in einer „Blockade“ oder „Belagerung“, eindeutig widerlegen und diese Statistiken allgemein zugänglich sind, stellt sich die Frage, warum diese Lüge dennoch aufrechterhalten wird.

Maurice Hirsch ist Direktor für Rechtsstrategien bei Palestinian Media Watch. Übersetzung Audiatur-Online.

1 Kommentar

  1. Sind diese Fakten auch der schweizer Medien bekannt? Es wäre an der Zeit, dass solche Nachrichten z.B. in Tages Anzeiger veröffentlich werden…

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