Israelischer Botschafter: Documenta war „Foul im 16-Meter-Raum“

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21. Juni 2022, Kassel, documenta fifteen. Banner des indonesischen Künstlerkollektivs Taring Padi mit eindeutig antisemitischen Darstellungen wird abgehängt. Foto IMAGO / Hartenfelser
21. Juni 2022, Kassel, documenta fifteen. Banner des indonesischen Künstlerkollektivs Taring Padi mit eindeutig antisemitischen Darstellungen wird abgehängt. Foto IMAGO / Hartenfelser
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Der israelische Botschafter in Deutschland, Ron Prosor, sieht beunruhigende Tendenzen im Kunst- und Kulturbetrieb. Was am Rande der Gesellschaft gewesen sei, werde „plötzlich salonfähig gemacht“, sagte er am Sonntag im Deutschlandfunk. Die Kunstausstellung documenta fifteen sei „ein Paradebeispiel dafür“ gewesen. Der Diplomat zog einen Vergleich zum Fussball: „Documenta war ein Foul im 16-Meter-Raum. Das heisst: Elfmeter und rote Karte.“

Diese Konsequenz habe es jedoch nicht gegeben, kritisierte Prosor, der seit August als Vertreter Israels in Berlin tätig ist. Und weiter: „Braucht man wirklich sieben Professoren, um festzustellen, dass ein Jude mit einer Hakennase über einem Beutel Geld mit einer Kippa Antisemitismus ist?“

Für einen Skandal hatte bei der Schau, die von Juni bis September lief, zunächst die Präsentation des Banners „People’s Justice“ des indonesischen Künstlerkollektives Taring Padi mit antisemitischen Darstellungen gesorgt. Danach wurden weitere als antisemitisch kritisierte Bilder gefunden, darunter judenfeindliche Stereotype in Zeichnungen der Broschüre „Presence des Femmes“.

Der Botschafter fügte hinzu, „natürlich“ könne und solle man Israel kritisieren: „Und übrigens, die schlimmste und schlechteste Kritik übt man von innen in Israel.“ Die Israel-Boykott-Bewegung BDS jedoch wolle keinen Frieden, sondern „den Staat Israel zerstören. Ich habe keine anderen Worte dafür.“ Er beobachte einen Standard für demokratische Staaten, einen für diktatorische Staaten „und einen speziellen Standard für Isreal, den man nie wirklich erzielen kann.“ Das sei das Problem.

KNA/pko/cdt

1 Kommentar

  1. Kunst und Kultur sind schon lange abgedriftet – zu lange wurde der Graubereich toleriert, es ist zu spät!

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