Der Iran unterstützt neue Terrorgruppen in Judäa und Samaria

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Bewaffnete Palästinenser des Dschenin-Bataillons und des Islamischen Dschihad, 6. Oktober 2022, Dschenin. Foto IMAGO / ZUMA Wire
Bewaffnete Palästinenser des Dschenin-Bataillons und des Islamischen Dschihad, 6. Oktober 2022, Dschenin. Foto IMAGO / ZUMA Wire
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Die Flucht von sechs Terroristen aus dem israelischen Gilboa-Gefängnis im September 2021 war nach Ansicht hochrangiger Vertreter des Palästinensischen Islamischen Dschihad der Ausgangspunkt für die Gründung neuer Terrorgruppen in Samaria.

von Yoni Ben Menachem

Die Initiative zur Gründung neuer bewaffneter Gruppen wurde vom Islamischen Dschihad in Abstimmung mit den iranischen Revolutionsgarden ergriffen. Damit wurde die Strategie von General Qassem Soleimani – dem von den USA ermordeten Kommandeur der Quds-Truppe der Revolutionsgarden – umgesetzt, die darin besteht, Stellvertreter einzusetzen, um die Expansion des iranischen Regimes zu erreichen.

Nach der Bewaffnung der Hamas und des Islamischen Dschihad im Gazastreifen hat der Iran im letzten Jahr begonnen, die neuen Terrorgruppen in Samaria zu unterstützen. Der Islamische Dschihad wurde vom Iran mit Geld versorgt und begann, neue bewaffnete Gruppen unter der Bezeichnung „Bataillone“ zu gründen, denen Terroristen anderer Organisationen wie Fatah, Hamas und der Volksfront zur Befreiung Palästinas angehören. Zunächst wurde das „Jenin-Bataillon“ in der Stadt Jenin gegründet, gefolgt vom „Nablus-Bataillon“.

Nach Angaben der israelischen Sicherheitsbehörden war Scheich Bassam al-Saadi aus Dschenin, ein ranghohes Mitglied des Islamischen Dschihad, der von der israelischen Sicherheitsbehörde (ISA) verhaftet wurde und sich derzeit vor einem Militärgericht verantworten muss, an der Schaffung der Infrastruktur für die Gründung der neuen Terrorgruppen beteiligt.

Trotz einer gross angelegten Verhaftungsaktion der israelischen Armee (IDF) und der Sicherheitskräfte in Judäa und Samaria (Westjordanland) bildet der Islamische Dschihad weiterhin neue Terrorgruppen, darunter das „Tulkarem-Bataillon“, das „Tubas-Bataillon“ und das „Balata-Bataillon“ im Flüchtlingslager Balata.

Das Balata-Bataillon im „Flüchtlingslager“ Balata. Foto zVg

Nach dem Militäreinsatz der IDF gegen die Terrorgruppe im Gazastreifen empfing der Generalmajor der Revolutionsgarden, Hossein Salami, im August den Generalsekretär des Islamischen Dschihad, Ziyad Al-Nakhallah. Quellen in Gaza zufolge führte das Treffen zu einer Vereinbarung über die Stärkung der Aktivitäten des Islamischen Dschihad in Samaria.

Salami hat in einem Interview auf der Website des iranischen Obersten Führers Ali Khamenei angekündigt, dass der Iran die „Widerstandskräfte“ in Judäa und Samaria genauso bewaffnen wird wie im Gazastreifen und dass dieser Prozess bereits begonnen hat. Er spottete darüber, dass Israel nicht in der Lage sei, den Zustrom von Waffen nach Judäa und Samaria zu stoppen, und sagte, dass es „vor palästinensischem Beschuss niemals sicher sein kann“. Er fügte hinzu, dass der Gazastreifen nicht das einzige Schlachtfeld des Widerstands sei und dass sich der Kampf nun nach Judäa und Samaria verlagert habe.

Der Leiter des IDF-Geheimdienstes, Generalmajor Aharon Haliva, bestätigte im November vor dem Institute for National Security Studies, dass der Iran an der aktuellen Terrorwelle in Judäa und Samaria beteiligt ist.

Der Iran agiert jetzt in allen Gebieten des Nahen Ostens und kämpft an allen Fronten gegen Israel. Die Aktivitäten in Judäa und Samaria sind ein weiterer Schritt, mit dem der Iran den Würgegriff um Israel noch enger ziehen will.

Die Hälfte der IDF-Kräfte ist derzeit mit der Bewältigung der aktuellen Terrorismuswelle beschäftigt. Dies beeinträchtigt die Fähigkeit der regulären Armeeeinheiten, zu trainieren und ihre Einsatzfähigkeit aufrechtzuerhalten, und der Iran verfolgt mit dieser Terrorismuswelle einen weiteren Versuch, Israel zu schwächen.

Yoni Ben Menachem ist leitender Nahost-Analyst des Jerusalem Center for Public Affairs, ein unabhängiges israelisches Forschungsinstitut für politische und gesellschaftliche Fragen mit Sitz in Jerusalem. Übersetzung Audiatur-Online.

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