Israels Botschafter sieht linken Antisemitismus in Deutschland

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Anti-Israel Protest in Frankfurt a/M. Foto IMAGO / Hannes P. Albert
Anti-Israel Protest in Frankfurt a/M. Foto
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Israels Botschafter in Deutschland, Ron Prosor, sieht in Deutschland einen „beunruhigenden Antisemitismus aus dem linken politischen Spektrum“. In einem Gastbeitrag für die „Welt“ (Freitag), nennt er unter anderem die Documenta 15 als Beispiel: „Während sonst innerhalb der Kulturszene bei rassistischen Darstellungen und diskriminierenden Äußerungen ein Sturm der Entrüstung losbricht, verhält es sich bei linkem Antisemitismus anders. Hier handelt es sich offensichtlich um ein Kavaliersdelikt.“

Prosor, der seit August als Vertreter Israels in Berlin tätig ist, schreibt unter anderem: „Der Antisemitismus, dem ich als Erstes entgegentreten musste, kam von links. Zwar erinnerten die Bilder von der Documenta 15, auf denen Juden mit Schweinegesicht und Raffzähnen dargestellt wurden, in der Bildsprache durchaus an rechte ‚Stürmer‘-Karikaturen. Mit dem Unterschied aber, dass die Künstler und Kuratoren (und nicht wenige ihrer Verteidiger) sich selbst als Teil einer vermeintlich progressiven globalen Kulturszene verstehen, die politisch links ist.“

Die Judenfeindlichkeit von links, so der Botschafter weiter, „erzählt meistens nicht, dass der Jude für das Übel in der Welt verantwortlich ist. Ihr Augenmerk liegt auf dem jüdischen Staat, dessen Existenz sie in Frage stellt.“ Dabei gelte auch hier, dass der stete Tropfen den Stein höhle: Eine „vermeintliche Israelkritik“, die den jüdischen Staat dämonisiere, und Boykotte, „die durchaus ans braune ‚Kauft nicht beim Juden‘ erinnern, bereiten den Boden für Gewalttaten gegen Israelis und Juden“.

Prosor beklagt zudem, dass sich anstelle einer Gegenöffentlichkeit aus demokratischen Kräften „eine Schar aus Beschwichtigern, Relativierern, Leugnern“ formiert habe. Linke Judenfeindlichkeit scheine als Kavaliersdelikt durchzugehen: „Wahlweise wurde die Kunstfreiheit oder der Meinungspluralismus vorgeschoben, um den Antisemitismus nicht verurteilen zu müssen.“

Der Botschafter schreibt weiter, Israel habe Erfahrungen darin, wie schnell sich aus Ideologie und Fanatismus Taten ableiten könnten: „Darauf werden wir nicht warten. Allen anständigen Menschen, die sich mit uns engagieren, rufe ich zu: Lasst Euch nicht erweichen, bleibt hart an Eurem Kern. Antisemitismus muss benannt und bekämpft werden. Ganz egal, welcher Couleur.“

KNA/gbo

2 Kommentare

  1. Herr Prosor sollte sich mal damit beschäftigen, womit er die Vertreibung von über 700000 Arabern im Jahr 1948 und die jetzt ebenfalls 700 000 „Siedler“ auf Land rechtfertigt, aus dem immer weiter die „terroristichen“ Eingeborenen vertrieben werden, und warum Amnesty International und selbst israelische Menschenrechtler*innen seine Regierung der Apartheid beschuldigen. Was sagt Herr Prosor dazu, daß jetzt der vorbestrafte Ben Gvir als Polizeiminister die israelische Justiz zum Befehlsempfänger der Regierung gleichschalten will?

  2. Zu den Linken gehören auch die SPD und die GRÜNEN!
    Besonders die letzten Außenminister Steinmeier, Gabriel und Maas (alle SPD) haben trotz „frommer“ Worte immer mehr oder weniger offen gegen ISRAEL gearbeitet und die „palästinensischen“ Terroristen unterstützt. Unter Merkels Führung gingen auch enorme Geldmengen unkontrolliert und nicht objektgebunden nach Gaza und in die „PA“-Gebiete. Rechenschaft über die Milliardensummen wurde nicht gefordert. So konnte allein Arafat davon 900 Mio. Euro (!) auf seine Privatkonten in der Schweiz ableiten, die nie zurückgefordert wurden (IWF- Recherche 2004).
    Steinmeier (SPD) gefiel es auch – nun als Präsident – den größten Feinden ISRAELS (Iran) Glückwünsche zur islamischen Machtergreifung 1979 zu senden oder z.B. Arafat durch Kranzniederlegung „im Namen seiner Landsleute“ und mit militärischem Aufmarsch zu ehren.

    Allerdings beklagt Steinmeier bei bestimmten Anlässen immer wieder die Ermordung von sechs Millionen Juden.

    Wie schon angedeutet, hat auch die UNION seit Merkel keine wirklich herzlichen Beziehungen zu ISRAEL, obwohl das in Sonntagsreden immer anders dargestellt wird. Es ist auffällig, dass gerade auch der Merkel-Intimus, UN-Botschafter Heusgen, auf Anweisung bei Resolutionen des arabischen Blocks entweder gegen ISRAEL stimmte oder sich der Stimme enthielt.

    Merkel hat auch ohne Parlamentsbeschluss (!) die von Präsident Trump jährlich gezahlten 350 Mio. Hilfsgelder übernommen!

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