Bergen-Belsen: Angriffe auf Gedenkstätte nehmen zu

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70 Jahre nach ihrer Errichtung rückt die niedersächsische KZ-Gedenkstätte Bergen-Belsen immer häufiger ins Visier von Rechtsextremisten. „Die Angriffe auf die Gedenkstätte nehmen zu und erreichen eine neue Qualität. Dazu tragen auch die Sozialen Medien bei“, sagte die Leiterin der Gedenkstätte, Elke Gryglewski in einem am Sonntag veröffentlichten Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). 

In diesem Jahr gab es laut Gryglewski zwei Fälle, in denen Rechtsextreme Fotos auf dem Gelände gemacht und in den Sozialen Medien gepostet hätten. „Drei Personen haben mit einem Transparent vor dem Eingang der Gedenkstätte gegen einen vermeintlichen Schuldkult in Deutschland protestiert“, so die Leiterin. „Ein anderer Neonazi hat sich beim Anne-Frank-Gedenkstein ablichten lassen und das Bild mit mehr als problematischen Äußerungen ins Netz gestellt.“ Die Gedenkstätte habe in beiden Fällen Anzeige erstattet. 

Die KZ-Gedenkstätte Bergen-Belsen wurde am 30. November 1952 errichtet – als bundesweit erste ihrer Art. Damals weihten Bundespräsident Theodor Heuss und der Präsident des Jüdischen Weltkongresses, Nahum Goldmann, einen Obelisken und eine Inschriftenwand ein. 

Eine gesellschaftliche Auseinandersetzung mit der Nazi-Vergangenheit habe damit jedoch noch nicht begonnen. Das Gelände des ehemaligen Lagers Bergen-Belsen sei lange von Vergessen und Vernachlässigung geprägt gewesen, so Gryglewski. Insgesamt kamen in Bergen-Belsen zur Zeit des Nazi-Regimes mehr als 20.000 Kriegsgefangene und mehr als 52.000 KZ-Häftlinge ums Leben.

Heute lädt ein 2007 errichtetes Dokumentationszentrum dazu ein, die Geschichte des Lagers zu erkunden. Es zählte vor Beginn der Corona-Pandemie rund 230.000 Besucher im Jahr, darunter viele Schulklassen. Dieser Zahl nähere man sich allmählich wieder an, sagte die Leiterin. 

KNA/mal/rju/jps

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