Digitale Gedächtnisplattform zur NS-Zeit gestartet

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Historisches Museum Frankfurt, Ausstellung Legalisierter Raub 16.05.2018. Foto IMAGO / brennweiteffm
Historisches Museum Frankfurt, Ausstellung Legalisierter Raub 16.05.2018. Foto IMAGO / brennweiteffm
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Eine deutschlandweit neuartige digitale Gedächtnisplattform zur NS-Zeit ist in Frankfurt vorgestellt worden. Mit der Website www.frankfurt-und-der-ns.de wollen das Historische Museum und das Jüdische Museum in Frankfurt sowie das Institut für Stadtgeschichte eine zentrale Anlaufstelle für die Befassung mit dem Nationalsozialismus bieten, wie die Einrichtungen am Donnerstag mitteilten. Man wolle zur Auseinandersetzung mit NS-Geschichte anregen, Recherchen erleichtern und einen Beitrag zum Gedenken an die Verfolgten leisten.

Die Plattform bündelt verschiedene Angebote. Dazu gehören die Frankfurt History App, das neue Schoah Memorial Frankfurt sowie das etablierte Internetportal www.frankfurt1933-1945.de. Die Plattform verstehe sich als Pinnwand und Wegweiser: Forscher und Geschichts-Initiativen könnten ihre Arbeit damit „besser sichtbar und erreichbar machen“. Frankfurts Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) sagte, die digitalen Angebote seien „vorbildhaft nicht nur für Frankfurt, sondern auch bundesweit“.

Das Schoah Memorial Frankfurt umfasse mehr als 12.000 Namen, Lebensdaten und Kurzbiografien von jüdischen Frauen, Männern und Kindern, die in Frankfurt lebten und während der nationalsozialistischen Herrschaft gewaltsam zu Tode kamen. Mussten Nachkommen und Verwandte, Historiker oder Schüler bislang Kontakt mit dem Jüdischen Museum aufnehmen, um mehr über die Ermordeten zu erfahren, könnten sie fortan selbst recherchieren. Mehr als 1.000 Orte zur nationalsozialistischen Vergangenheit Frankfurts sind zudem in der Frankfurt History App verzeichnet – und dort auf einer Stadtkarte verortet.

„Nur wenige Zeitzeugen der NS-Verbrechen leben noch, gleichzeitig wächst die kulturelle Diversität unserer Stadtgesellschaft“, sagte Hartwig. Deshalb seien neue, inklusive und aktivierende Zugänge zur NS-Geschichte nötig, „um dieser Diversität und den nachkommenden Generationen gerecht zu werden“.

KNA/dmu/afr/pko

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