Das Schweigen der USA und der Europäer zum palästinensischen Terrorismus

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Bewaffnete Palästinenser nehmen an Beerdigung von Mitgliedern der Terrorgruppe
Bewaffnete Palästinenser nehmen an Beerdigung von Mitgliedern der Terrorgruppe "Höhle des Löwen / Löwengrube" teil. Nablus 25.10.2022. Foto IMAGO / ZUMA Wire
Lesezeit: 6 Minuten

Die sogenannte Höhle der Löwen oder Löwengrube ist eine neue Terrorgruppe mit Sitz in der von der Palästinensischen Behörde (PA) kontrollierten Stadt Nablus im Westjordanland. Die Gruppe besteht aus mehreren Dutzend Bewaffneten, die verschiedenen palästinensischen Gruppierungen angehören, darunter die Hamas, der Palästinensische Islamische Dschihad und die regierende Fatah-Partei von Präsident Mahmoud Abbas.

von Bassam Tawil

Die Palästinensische Autonomiebehörde, die über Hunderte von Sicherheitsbeamten in Nablus verfügt, hat bisher keine Massnahmen ergriffen, um die Terroristen der „Höhle der Löwen“ die sich in den letzten Wochen zu einer Reihe von Anschlägen auf israelische Soldaten und Zivilisten in der Region Nablus bekannt haben, zu stoppen.

Anstelle dafür zu sorgen, dass terroristische Angriffe aus den von ihnen kontrollierten Gebieten unterbunden werden, verletzen die Palästinenser weiterhin die mit Israel unterzeichneten Abkommen.

In Artikel XV des israelisch-palästinensischen Interimsabkommens von 1995 über das Westjordanland und den Gazastreifen heisst es:

„Beide Seiten ergreifen alle erforderlichen Massnahmen, um terroristische Handlungen, Verbrechen und Feindseligkeiten zu verhindern, die sich gegen die jeweils andere Seite, gegen Personen, die der anderen Seite zuzurechnen sind, und gegen deren Eigentum richten, und treffen rechtliche Massnahmen gegen die Täter.“

In Artikel XIV heisst es:

„Mit Ausnahme der palästinensischen Polizei und der israelischen Streitkräfte dürfen im Westjordanland und im Gazastreifen keine anderen bewaffneten Kräfte aufgestellt oder eingesetzt werden. Mit Ausnahme der Waffen, Munition und Ausrüstung der palästinensischen Polizei und der israelischen Streitkräfte darf keine Organisation, Gruppe oder Einzelperson im Westjordanland und im Gazastreifen Schusswaffen, Munition, Waffen, Sprengstoff, Schiesspulver oder damit zusammenhängende Ausrüstung herstellen, verkaufen, erwerben, besitzen, einführen oder auf andere Weise in das Westjordanland oder den Gazastreifen einführen.“

Die Realität vor Ort zeigt jedoch, dass die Palästinensische Autonomiebehörde ihre Vereinbarungen mit Israel nicht eingehalten hat.

Im Gazastreifen hat die Palästinensische Autonomiebehörde keine wirklichen Massnahmen ergriffen, um die Hamas am Aufbau einer massiven terroristischen Infrastruktur zu hindern. Später nutzte die Hamas ihr Waffenarsenal nicht nur, um Israel anzugreifen, sondern auch, um das Regime der Palästinensischen Autonomiebehörde zu stürzen und die vollständige Kontrolle über den Gazastreifen zu übernehmen.

Das gleiche Szenario wiederholt sich nun im Westjordanland, insbesondere in den von Mahmoud Abbas‘ Sicherheitskräften kontrollierten Gebieten.

Seit Anfang des Jahres sind in dieser Gegend eine Reihe von Terrorgruppen, darunter die Gruppierung „Höhle der Löwen“, aufgetaucht, und zwar vor den Augen von Abbas, der entweder nicht willens oder nicht in der Lage zu sein scheint, seine Sicherheitskräfte zur Verfolgung der Terroristen zu bewegen. Dies ist natürlich ein klarer Verstoss gegen die Verpflichtungen der Palästinenser, die sich aus den mit Israel unterzeichneten Abkommen ergeben.

Anstatt die Terroristen zu stoppen, verurteilen Abbas und die Palästinensische Autonomiebehörde Israel dafür, dass es sie verhaftet oder tötet. Anstatt die bewaffneten Gruppen aufzufordern, ihre täglichen Versuche, Israelis zu ermorden, einzustellen, verherrlichen die palästinensischen Führer die Bewaffneten weiterhin als „Helden“ und „Märtyrer“.

Als die israelischen Sicherheitskräfte schliesslich einige Mitglieder der Gruppe „Höhle der Löwen“ in Nablus aufspürten und töteten, beschuldigte Abbas‘ Sprecher Nabil Abu Rudaineh Israel, ein „Kriegsverbrechen“ gegen die Palästinenser begangen zu haben. Das ist die verdrehte Logik der palästinensischen Führung: Anstatt die Terroristen für ihre Anschläge auf Israelis zu verurteilen, wozu sie sich offiziell und wiederholt verpflichtet haben, beschuldigt sie Israel, sich gegen die aktuelle Terrorwelle zu wehren.

Mahmoud Habbash, Abbas‘ Berater für religiöse Angelegenheiten, bezeichnete die Tötung der Terroristen in Nablus als ein „abscheuliches Massaker“. Habbash ging noch einen Schritt weiter, indem er die Terroranschläge gegen Israel aktiv befürwortete und erklärte, die Terroristen hätten das Recht, „Widerstand“ gegen Israel zu leisten. Es ist erwähnenswert, dass die Terroristen ihre Anschläge gegen Israelis ebenfalls als eine Form des „Widerstands“ bezeichnen.

Wenn ein hochrangiger palästinensischer Funktionär wie Habbash sagt, dass die Terroristen das Recht haben, „Widerstands“-Anschläge zu verüben, bedeutet dies, dass er sie auffordert, weiterhin Israelis anzugreifen. Solche Äusserungen sind nicht nur ein Verstoss gegen die Abkommen, die die Palästinenser mit Israel unterzeichnet haben, sondern auch eine Aufforderung, weitere Terroranschläge gegen Israelis zu verüben.

Einen Tag bevor israelische Sicherheitskräfte einen Stützpunkt der Gruppierung „Höhle der Löwen“ in Nablus stürmten und einen ihrer Kommandanten töteten, lobte der Gesundheitsminister der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mai al-Kaila, die Terroristen öffentlich. Während eines Besuchs in Nablus sagte al-Kaila: „Wir grüssen und respektieren die Höhle der Löwen und die Familien der Märtyrer.“

Mit „Märtyrer“ sind die Terroristen gemeint, die von israelischen Sicherheitskräften getötet wurden, nachdem sie Terroranschläge gegen Israelis verübt hatten. Die Äusserungen des Ministers machen auf traurige Weise deutlich, dass die palästinensische Führung jeden Palästinenser unterstützt und verherrlicht, der Waffen trägt und sich dafür entscheidet, Israelis zu töten.

Die palästinensische Führung zahlt bereits monatlich Gelder an palästinensische Terroristen, die von Israel inhaftiert wurden, und an die Familien von Terroristen, die bei Anschlägen getötet wurden, und zwar im Rahmen einer Politik, die als „Bezahlung für Tötung“ bekannt ist. Auch die Familien der Terroristen von Nablus werden vermutlich in den Genuss dieser Zahlungen kommen.

Auch Abbas‘ Fatah-Partei überhäuft die Terroristen weiterhin mit Lob. Monir al-Jaghoub, ein hochrangiger Fatah-Funktionär im Westjordanland, lobte Uday Tamimi, einen Terroristen, der Anfang Oktober in Jerusalem eine israelische Soldatin erschossen hatte.

Ein weiterer hochrangiger Fatah-Beamter, Abbas Zaki, lobte die Gruppierung „Höhle der Löwen“ ebenfalls in den höchsten Tönen:

„Jeder von uns ist ein Mitglied der Löwengrube. Jeder von uns ist ein Mitglied der Al-Aqsa-Märtyrer-Brigaden [des bewaffneten Flügels der Fatah]“.

Die palästinensische Führung hat offensichtlich kein Problem damit, dass ihre Getreuen in der Fatah Terroranschläge gegen Israel verüben. Die Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden, die einige der Terroristen der Höhle der Löwen als ihre eigenen „Kämpfer“ anerkannt haben, gehören zu der von Mahmoud Abbas geführten Fraktion.

Dass die palästinensische Führung den Terrorismus gutheisst und verherrlicht, ist keine Überraschung. Überraschend – und äusserst beunruhigend – ist, dass die ausländischen Regierungen, die die Palästinensische Autonomiebehörde finanziell und politisch unterstützen, insbesondere die Amerikaner und die Europäer, Abbas und die palästinensische Führung für ihre öffentliche Unterstützung des Terrorismus und ihren fortwährenden Bruch der Abkommen, die sie freiwillig mit Israel unterzeichnet haben, nicht zur Rede stellen.

„Wir werden nicht zu den Waffen greifen, wir werden nicht zur Gewalt greifen“, erklärte Abbas in seiner letzten Rede vor der UN-Generalversammlung, „wir werden nicht auf den Terrorismus zurückgreifen, wir werden den Terrorismus bekämpfen“. Seine Worte richteten sich an die internationale Gemeinschaft, nicht an sein eigenes Volk. Seit seiner Rede haben Palästinenser, die in Gebieten leben, die von Abbas‘ Sicherheitskräften kontrolliert werden, Dutzende von tödlichen Terroranschlägen gegen Israelis verübt.

Das Schweigen der Amerikaner und Europäer zu den Aktionen und der Rhetorik der palästinensischen Führer kommt einem grünen Licht für die Höhle der Löwen und andere Terroristen gleich, ihre Terroranschläge fortzusetzen.

Wenn die Regierung Biden und die Europäer glauben, dass Abbas oder ein anderer Palästinenserführer einen Terroristen davon abhalten wird, Juden zu ermorden, dann betreiben sie einen unglaublichen Selbstbetrug.

Bassam Tawil ist ein muslimischer Araber mit Wohnsitz im Nahen Osten. Auf Englisch zuerst veröffentlicht bei Gatestone Institute. Übersetzung Audiatur-Online.

1 Kommentar

  1. Nun, die „Palästinenser“ werden besonders auch von der EU unterstützt.
    Und deutsche Regierungen – spätestens seit Merkel – füttern die Terroristen jährlich mit Hunderten von Millionen, die man als „Entwicklungshilfe“ bezeichnet.

    Der letzte Entwicklungshilfeminister Müller (CSU) sah darin überhaupt kein Problem. Als Präsident Trump die jährliche US-Hilfe in Höhe von 350 Mio. USD stoppte, übernahm die Merkel-Regierung ohne langes Zögern auch diese Summe ungeschmälert…

    Eine Kontrolle dieser nicht zweckgebundenen Gelder mögen die Araber nicht, gelten die Geber doch als „Ungläubige“, die zu bekämpfen sind, „bis alles an Allah glaubt“ (Sure 8:39).

    Deshalb hat ja auch die Bundesregierung die von Arafat auf seine Schweizer Konten „abgezweigten“ 900 Mio. (laut IWF-Recherche von 2004) nicht zurückgefordert.

    Über 200 Suren-Verse fordern den Kampf gegen die „Ungläubigen“. Trotzdem geht die Islamisierung Deutschlands voran. Auch in Köln wurde der öffentliche Ruf des Muezzin zur Unterwerfung der „Ungläubigen“ von der Ditib-Großmoschee in Ehrenfeld von allen Parteien – außer der AfD – gutgeheißen.

    Die „Palästinenser“ werden sogar gerne als „Flüchtlinge“ mit Hunderttausenden anderen Moslems in Deutschland aufgenommen. Allein in Berlin lassen es sich etwa 50.000 „Palis“ gutgehen. Ihnen wird ausreichender Unterhalt und Wohnraum geboten.

    Und unser Bundespräsident? Er hat sich schon als Außenminister um ein gutes Verhältnis zu diesen Terroristen bemüht.

    Dem entsprechen ja auch seine jährlichen Glückwünsche an das Mullah-Regime in Teheran zur geglückten „Islamischen Revolution“ von 1979, als fast alle Menschenrechte dort beseitigt wurden. Hat er jemals seine Stimme erhoben gegen die Unterdrückung der Menschen dort, unter der besonders Frauen zu leiden haben?
    Hat er jemals dagegen protestiert, dass der Iran ISRAEL (atomar) vernichten will?

    Von seiner katastrophalen Politik als Außenminister mag er heute nicht mehr reden, dafür poltert er nun gegen Russland und bemüht sich in devoter Weise um das Wohlwollen von Wolodomyr Selenskyj, dem er andauernde Hilfe versprach, obwohl das jetzt nicht mehr zu seinem Amt gehört. Ein komischer Mensch dieser hochbezahlte Frank-Walter…

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