Armenisches Museum in Jerusalem eröffnet

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Armenisches Museum Jerusalem. Foto Deror Avi, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6991141
Armenisches Museum Jerusalem. Foto Deror Avi, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6991141
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27 Jahre nach seiner Schliessung ist am Sonntagnachmittag das armenische Museum in der Jerusalemer Altstadt feierlich wiedereröffnet worden. Das umfassend renovierte Museum „reflektiert das reiche Erbe des armenischen Volkes im Heiligen Land“, sagte der armenische Patriarch Nurhan Manougian anlässlich der Eröffnung. Voraussichtlich ab November sollen die neuen Dauerausstellungen zu 1.600 Jahren armenischer Präsenz in Jerusalem sowie zum Genozid und seinen Folgen auch für die allgemeine Öffentlichkeit zugänglich sein.

Die Wiedereröffnung des „Edward und Helen Mardigian“-Museums stelle den „Anfang eines neuen Kapitels armenischer Präsenz in der Heiligen Stadt Jerusalem“ dar, sagte Arakel Aljalian, Pfarrer der armenischen Saint-James-Kirche in Watertown/Massachusetts, der die armenisch-amerikanische Mäzenenfamilie Mardigian bei der Eröffnung vertrat. Dabei sei das Museum über die Sammlung historischer Artefakte hinaus eine Stärkung der Armenier für eine „bleibende Präsenz für die kommenden Generationen“.

Aljalian verwies auf die lange Geschichte armenischer Christen in Jerusalem, die in die Zeit der Übernahme des Christentums im frühen vierten Jahrhundert zurückreiche. Bereits aus dieser Zeit gebe es Zeugnisse armenischer Christen in der Stadt, so dass Jerusalem die „älteste Diasporapräsenz der Armenier“ darstelle.

Das Ende der 60er Jahre gegründete Museum im Klosterkomplex des armenischen Altstadtviertels war 1995 geschlossen worden. Mit der Renovation und Umsetzung der neuen Ausstellung wurden der armenische franko-libanesische Architekt Haroutioun Bezdjian sowie die beiden Historiker Claude Mutafian und Raymond Kevorkian betraut. Neu zeigt das Museum neben einer historischen Einführung zur Eroberung Palästinas durch den armenischen König Tigranes II. im 2. Jahrhundert vor Christus die armenische Geschichte in Jerusalem bis in osmanische Zeit. Eine zweite Ausstellung widmet sich dem dunkelsten Kapitel der armenischen Geschichte: dem Massenmord am armenischen Volk sowie dessen Folgen für die armenische Gemeinschaft von Jerusalem.

KNA/akr/sky

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