Adidas beendet Partnerschaft mit US-Rapper Kanye West

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Kanye West während des Spiels der Cincinnati Bengals gegen die Los Angeles Rams im Super Bowl LVI im SoFi Stadium. Foto IMAGO / USA TODAY Network
Kanye West während des Spiels der Cincinnati Bengals gegen die Los Angeles Rams im Super Bowl LVI im SoFi Stadium. Foto IMAGO / USA TODAY Network
Lesezeit: 2 Minuten

Nach Antisemitismusvorwürfen gegen Kanye West („Ye“) beendet der Sportartikel-Hersteller Adidas mit sofortiger Wirkung seine Partnerschaft mit dem US-Rapper. Ausserdem würden die Produktion der Marke „Yeezy“ eingestellt und alle Zahlungen an West und seine Unternehmen gestoppt, teilte Adidas am Dienstag mit. 

von Leticia Witte und Alexander Pitz

Das Unternehmen dulde „keinen Antisemitismus und keine andere Art von Hassrede“. Die jüngsten Äusserungen und Handlungen von Ye seien „inakzeptabel, hasserfüllt und gefährlich“. Sie verstiessen gegen die Werte des Unternehmens wie Vielfalt und Inklusion, gegenseitigen Respekt und Fairness, hiess es. Der Zentralrat der Juden begrüsste die Entscheidung.

West hatte zuletzt wiederholt mit provokanten Aktionen international für Aufsehen und Empörung gesorgt. Mehrere in sozialen Netzwerken veröffentlichte Beiträge wurden als antisemitisch eingestuft. Während einige Unternehmen die Zusammenarbeit mit dem Künstler beendeten, stellte Adidas zunächst eine Prüfung der geschäftlichen Beziehungen in Aussicht.

Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, erklärte dazu, der Schritt von Adidas sei lange überfällig. Wochenlang habe Kanye West mit seinen antisemitischen Äusserungen weltweit für Aufsehen gesorgt. „Die täglich neuen Entgleisungen waren für Jüdinnen und Juden in Deutschland und in aller Welt unerträglich.“ 

Schuster ergänzte, Adidas habe sich lange auffällig still verhalten und erst reagiert, als auch andere internationale Unternehmen ihre Zusammenarbeit einstellten. „Ich hätte mir von einem deutschen Unternehmen, das zudem in das NS-Regime verstrickt war, früher eine klare Haltung gewünscht“, sagte der Präsident. 

Er betonte, Adidas habe viel getan, um sich von seiner Vergangenheit zu distanzieren und gehöre, wie viele Sportmarken, zu den Unternehmen, die grosse Kampagnen gegen Antisemitismus und Rassismus durchführen. „Gerade deswegen wäre eine frühere Trennung von Kanye West angebracht gewesen.“Die „Jüdische Allgemeine“ (Dienstag) hatte vor der offiziellen Adidas-Stellungnahme über die Reaktion einer Unternehmensmanagerin auf dem Portal LinkedIn berichtet. Demnach schrieb sie dort: „Als Mitglied der jüdischen Gemeinschaft kann ich im Namen der Marke, die mich beschäftigt, nicht länger schweigen. Nichts zu sagen, heisst alles zu sagen.“

Adidas-Athleten seien wegen Dopings und der Schwierigkeit, mit ihnen zu arbeiten, entlassen worden, hiess es. Das Unternehmen sei aber offenbar „nicht bereit, Hassreden, die Aufrechterhaltung gefährlicher Stereotype und unverhohlenen Rassismus durch einen unserer wichtigsten Markenpartner anzuprangern“.

Auch Kanye Wests Ex-Partnerin, US-Superstar und Influencerin Kim Kardashian, meldete sich in der Angelegenheit zu Wort. Ohne den Namen Wests zu nennen, schrieb sie auf Twitter: „Hassrede ist niemals ok oder verzeihlich.“ Sie stehe an der Seite der jüdischen Gemeinschaft, so Kardashian. Die hasserfüllte Rhetorik gegen Juden müsse ein Ende haben.

KNA/api/lwi/cas

1 Kommentar

  1. 👌🏻 das sind doch good News!
    Bravo Adidas – hoffen wir, das Zürcher Hallenstadion folgt dem Beispiel! Betreff geplantem Konzert mit Pink-Floyd Gründer und Israel/Juden Hasser Roger Waters!

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