Frankreich: Jüdischer Geschichtslehrer erhält Drohung, „gleiches Schicksal wie Samuel Paty“ zu erleiden

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Ein Lehrer des Georges-Brassens-Gymnasiums in Evry-Courcouronnes und sein Vater haben einen Drohbrief erhalten. In dem Schreiben wird ihnen das gleiche Schicksal wie Samuel Paty angedroht, der am 16. Oktober 2020 enthauptet wurde. Foto Französische Sicherheitsbehörden.
Ein Lehrer des Georges-Brassens-Gymnasiums in Evry-Courcouronnes und sein Vater haben einen Drohbrief erhalten. In dem Schreiben wird ihnen das gleiche Schicksal wie Samuel Paty angedroht, der am 16. Oktober 2020 enthauptet wurde. Foto Französische Sicherheitsbehörden.
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Ein Lehrer des Gymnasiums Georges-Brassens in Evry-Courcouronnes und sein Vater wurden letzte Woche in einem Brief, der vor dem Eingang der Schule abgelegt wurde, mit dem Tod bedroht. Der Brief bezieht sich auf den Mord an Samuel Paty, einem Lehrer für Geschichte und Geografie, der am 16. Oktober 2020 in der Nähe seiner Schule in Conflans-Sainte-Honorine niedergestochen und anschliessend enthauptet wurde.

„Eine Untersuchung wegen Todesdrohung mit dem strafverschärfenden Umstand der tatsächlichen oder vermuteten Zugehörigkeit des Opfers zu einer bestimmten Religion wurde eingeleitet und dem Kommissariat von Evry-Courcouronnes anvertraut „, erklärte die Staatsanwaltschaft von Evry und bestätigte damit eine Meldung französischer Medien. In dem Brief wird dem Lehrer und seinem Vater, die beide jüdischen Glaubens sind, gedroht, „das gleiche Schicksal wie Samuel Paty zu erleiden“.

Ein „äusserst beunruhigender“ Brief

Das Schreiben, das von den Ermittlern beschlagnahmt wurde, datiert vom 7. Oktober und ging am Montag, den 10. Oktober in der Schule ein. In der Einleitung des Schreibens heisst es:

„Für den Schulleiter. Ihr Lehrer Monsieur (der Name wurde von den Strafverfolgungsbehörden durchgestrichen), der dreckige JUDE, muss aufhören, sich so aufzuspielen. Wir werden ihn und seinen Vater, den alten zionistischen Rabbi, zu einem SAMUEL PATY machen. Juden wollen wir nicht in Gymnasien, bleibt in euren Synagogen. Wir werden uns um (…) am Ausgang der Schule kümmern“.

Ronan Fleury, ehemaliger Departementsrat in Evry-Courcouronnes, erklärte gegenübder den französischen medien: «Ich bin leider überhaupt nicht überrascht. Der Bildungsminister hat gerade einen Anstieg solcher Übergriffe oder Drohungen mit 313 Meldungen seit Beginn des Schuljahres bestätigt. Ich denke, dass diese ohnehin schon zu hohe Zahl weit unterschätzt wird, viele Fälle dürfen nicht gemeldet werden. Dieser Brief ist besonders beunruhigend, noch mehr, weil er auch den Vater des Lehrers bedroht, was zeigt, dass der oder die Verfasser gut informiert sind.“

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