Der neue Feind der Palästinenser: die britische Premierministerin Liz Truss

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Liz Truss, die britische Premierministerin, vor dem Eingang zur Downing Street 10 am 6. September 2022 in London. Foto IMAGO / ZUMA Wire
Liz Truss, die britische Premierministerin, vor dem Eingang zur Downing Street 10 am 6. September 2022 in London. Foto IMAGO / ZUMA Wire
Lesezeit: 5 Minuten

Die britische Premierministerin Liz Truss sieht sich einer Hetzkampagne der Palästinenser ausgesetzt, weil sie es gewagt hat, öffentlich ihre Unterstützung für Israel zu bekunden. Truss wird auch angegriffen, weil sie über die Möglichkeit einer Verlegung der britischen Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem gesprochen hat.

von Khaled Abu Toameh

Die Kampagne gegen die britische Premierministerin erinnert an die Verleumdungen, die die Palästinenser gegen einige hochrangige Berater und Mitarbeiter von US-Präsident Donald Trump gerichtet hatten, darunter Botschafter David Friedman, Jason Greenblatt und Jared Kushner. Wie Truss wurden auch die Mitarbeiter der Trump-Administration wegen ihrer Unterstützung für Israel angegriffen.

Palästinensische Führer haben im Laufe der Jahre bewiesen, dass sie nicht zögern, Verleumdungen und abfällige Bemerkungen gegen jeden westlichen Amtsträger zu verbreiten, der es wagt, seine Unterstützung für Israel zu äussern oder der ihren Hass auf Israel nicht teilt. Für diese Führer ist jeder, der seine Unterstützung für Israel zum Ausdruck bringt, ein „Rassist“ und „Extremist“.

Die palästinensischen Angriffe auf israelfreundliche Persönlichkeiten im Westen zielen darauf ab, sie einzuschüchtern und zu schikanieren und andere davon abzuhalten, ähnliche Ansichten zu äussern. Die palästinensische Botschaft an diese Personen im Westen lautet: „Wenn ihr euch auf die Seite Israels stellt, seid ihr hasserfüllte und rassistische Zionisten“ – was so viel heisst wie: „Wenn ihr keine Juden seid, könnt ihr es genauso gut sein: Ihr seid genauso schrecklich wie sie.“

2018 bezeichnete der Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA), Mahmoud Abbas, den damaligen US-Botschafter in Israel, David Friedman (der Jude ist), als „Sohn eines Hundes“. In einem anderen Fall äusserte Abbas die Hoffnung, dass Allah das Haus von Friedman „zerstören“ würde.

Palästinensische Kolumnisten, die Abbas nahestehen, bezeichneten Friedman oft als „rassistischen Zionisten“ und „faschistischen Siedler“.

Auch Trumps zwei (jüdische) Berater, Jared Kushner und Jason Greenblatt, wurden von den Palästinensern als „extremistische Zionisten“ und „Wortführer der israelischen Regierung“ angeprangert.

„Jason Greenblatt, Jared Kushner und David Friedman sind nichts anderes als ein Haufen extremistischer Zionisten, die die Agenda des [ehemaligen israelischen Premierministers Benjamin] Netanjahu ausführen“, sagte Mustafa Barghouti, ein ehemaliger palästinensischer Präsidentschaftskandidat im Jahr 2019.

Nikki Haley, die keine Jüdin ist und unter der Trump-Regierung als US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen diente, wurde von den Palästinensern regelmässig für ihre Unterstützung Israels verurteilt. Die Volksfront für die Befreiung Palästinas (PFLP) in der PLO, eine Terrororganisation, die für Flugzeugentführungen und unzählige Terroranschläge gegen Israel bekannt ist, bezeichnete Haley als „zionistischer als [Theodor] Herzl“, den österreichisch-ungarischen jüdischen politischen Aktivisten, der als Begründer des modernen politischen Zionismus gilt.

Anfang Oktober erklärte die britische Premierministerin Liz Truss vor Mitgliedern des Vereins „Conservative Friends of Israel“, dass sie eine “ begeisterte Zionistin und grosse Unterstützerin Israels“ sei, und versprach erneut, dass sie die Beziehungen zwischen dem Vereinigten Königreich und Israel weiter stärken werde.

In einer Rede auf dem Parteitag der britischen Konservativen in Birmingham äusserte sie ernste Bedenken über die nuklearen Ambitionen des Iran.

„Glauben Sie mir, das Vereinigte Königreich wird – gemeinsam mit unseren Verbündeten – niemals zulassen, dass der Iran eine Atomwaffe erhält“, sagte sie.

„In dieser Welt, in der wir mit Bedrohungen durch autoritäre Regime konfrontiert sind, die nicht an Freiheit und Demokratie glauben, müssen zwei freie Demokratien, das Vereinigte Königreich und Israel, Schulter an Schulter stehen, und wir werden uns in Zukunft noch näherstehen.“

Zuvor war Truss mit den Worten zitiert worden, sie erwäge die Verlegung der britischen Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem.

„Ist sie mit dem Virus des Zionismus infiziert?“

Es überrascht daher nicht, dass die Erklärungen der britischen Premierministerin zur Unterstützung Israels sie zum neuen Feind der Palästinenser gemacht haben.

„Ist Liz Truss eine Agentin des israelischen Mossad, die in die Konservative Partei eingeschleust wurde?“, fragte der langjährige palästinensische Journalist Nasser Lahham. „Ist sie mit dem Virus des Zionismus infiziert?“

Lahham, der eng mit der Führung der Palästinensischen Autonomiebehörde verbunden ist, bezeichnete die britische Premierministerin als „ignorant, kleinlich und dumm“. Ausserdem forderte er die palästinensische Führung auf, Truss zur Persona non grata zu erklären.

Die Demokratische Front für die Befreiung Palästinas (DFLP), eine weitere Gruppierung der PLO, verurteilte Truss als „Symbol für die britische Kolonialmentalität“. Wissam Zagbar, ein hoher DFLP-Funktionär, sagte:

„Wir sind von Truss‘ Aussagen nicht überrascht, denn Grossbritannien weigert sich immer noch, seine Verantwortung für die grosse historische Sünde einzugestehen, die es mit der Balfour-Erklärung begangen hat.“

Der ehemalige Funktionär der Palästinensischen Autonomiebehörde Hassan Asfour griff die britische Premierministerin ebenfalls scharf an, nannte sie eine „rassistische Zionistin“ und sagte ihr: „Sie können mich mal.“

Die vom Iran unterstützte Terrororganisation Hamas ihrerseits verurteilte Truss für ihre „totale Voreingenommenheit“ zugunsten Israels und rief die Palästinenser auf, den Kampf „bis zur Beendigung der zionistischen Besatzung auf dem gesamten palästinensischen Boden“ fortzusetzen – ein Euphemismus für die Beseitigung Israels.

Die Diffamierungskampagne gegen die britische Premierministerin ist ein weiteres Zeichen für die anhaltende Radikalisierung der Palästinenser nicht nur gegen Israel, sondern gegen jeden, der es wagt, ein gutes Wort über Israel zu sagen. Diese Radikalisierung ist das Ergebnis der massiven Kampagne palästinensischer Offizieller und Medien, um Israel zu delegitimieren und Juden zu dämonisieren.

Die Kampagne fällt mit den anhaltenden Äusserungen der palästinensischen Führung über ihr Engagement für die so genannte Zwei-Staaten-Lösung zusammen. Letzte Woche traf der hochrangige palästinensische Funktionär Hussein al-Sheikh, ein führender Kandidat für die Nachfolge des 87-jährigen Mahmoud Abbas, in Washington mit einer Reihe von Vertretern der Regierung Biden zusammen, darunter der nationale Sicherheitsberater Jake Sullivan, die stellvertretende Aussenministerin Wendy Sherman und andere hochrangige Beamte.

„Wir haben die jüngsten Entwicklungen und die Notwendigkeit, die Zwei-Staaten-Lösung zu schützen und zu erhalten, erörtert“, sagte al-Sheikh nach dem Treffen. „Wir haben darüber gesprochen, einen politischen Zeitrahmen zu schaffen und alle einseitigen Massnahmen zu stoppen, die diese Lösung zerstören.“

Wenn sich die palästinensische Führung so sehr für die „Zwei-Staaten-Lösung“ engagiert, sollte sie ihre mörderische Aufstachelung gegen Israel unterlassen. Durch diese Kampagne werden junge Palästinenser ermutigt, weitere Terroranschläge gegen Israelis zu verüben.

Es ist diese Hasskampagne, die das eigentliche Hindernis für den Frieden zwischen Israel und den Palästinensern darstellt. Viele Jahre lang haben die westlichen Länder, welche die Palästinenser finanzieren, die palästinensische Aufwiegelung gegen Israel völlig ignoriert.

Wie die Angriffe auf die britische Premierministerin zeigen, werden westliche Politiker nun selbst Opfer der Hetzkampagnen der Palästinenser. Das passiert, wenn westliche Regierungen ungezählte Millionen Dollar an die Palästinenser verschwenden, ohne Rechenschaft zu verlangen und ohne ein Ende der giftigen palästinensischen Rhetorik gegen Israel und die Juden zu fordern.

Khaled Abu Toameh ist ein preisgekrönter Journalist mit Sitz in Jerusalem. Auf Englisch zuerst erschienen bei Gatestone Institute. Übersetzung Audiatur-Online.

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