Documenta-Antisemitismus: Rücktritt von Staatsministerin Claudia Roth gefordert

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Claudia Roth (Bündnis 90 / Die Grünen) deutsche Staatsministerin für Kultur und Medien. Foto IMAGO / Panama Pictures
Claudia Roth (Bündnis 90 / Die Grünen) deutsche Staatsministerin für Kultur und Medien. Foto IMAGO / Panama Pictures
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Nach dem Skandal um ein als judenfeindlich kritisiertes Kunstwerk auf der documenta hat die „Jüdische Allgemeine“ den Rücktritt von Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) gefordert. Die vom Zentralrat der Juden in Deutschland herausgegebene Zeitung schrieb am Mittwoch (Online) in einem Artikel: „Für wen das Versprechen ‚Nie wieder Antisemitismus‘ keine wohlfeile Phrase ist, und davon ist bei der Bundesregierung ganz sicher auszugehen, der muss das Kulturstaatsministerium jemandem anvertrauen, der glaubhaft gegen Judenhass eintritt. Jemandem, der sein Amt mit Kompetenz und Würde ausübt.“

Weiter schreibt der Chef vom Dienst der „Jüdischen Allgemeinen“, Philipp Peyman Engel, in dem Meinungstext: „Entweder war Roth nicht in der Lage, Einfluss auf die sich lange abzeichnende Entwicklung zu nehmen. Oder sie konnte beziehungsweise wollte nicht verstehen, dass Judenhass eine elementare Herausforderung für unsere Demokratie darstellt. Beides disqualifiziert sie in höchstem Masse als Kulturstaatsministerin.“

Das Bekenntnis zu Israel und das Eintreten gegen jede Form von Antisemitismus gehörten zur DNA der Bundesrepublik. „Steuergelder dürfen in diesem Land niemals für lupenreinen Judenhass ausgegeben werden“, so die Zeitung. Die documenta habe diesem Selbstverständnis eine schallende Ohrfeige verpasst. „Es war die Aufgabe von Kulturministerin Roth, dies zu verhindern. Dabei ist sie krachend gescheitert.“ Selten sei die jüdische Gemeinschaft in Deutschland so in Aufruhr gewesen.

Nach dem Abbau eines als judenfeindlich kritisierten Kunstwerkes auf der documenta will Hessens Kunstministerin Angela Dorn (Grüne) nun die „Strukturen“ der Weltkunstausstellung überprüfen. Dorn sagte dem Radiosender hr-iNFO am Mittwoch: „Es waren diesmal Kollektive eingeladen. Das heisst, es gab nicht einen verantwortlichen Kurator oder eine Kuratorin. Das ist ein Teil des Problems.“

Die zunächst verhüllte und dann am Dienstagabend abgebaute, mehrere Meter grosse Banner-Installation „People’s Justice“ stammt vom indonesischen Künstlerkollektivs Taring Padi. Das Werk zeigte unter anderem einen mit Davidstern dargestellten Soldaten mit Schweinsgesicht, der einen Helm mit der Aufschrift „Mossad“ trägt – dem Namen des israelischen Auslandsgeheimdienstes.

Roth hatte am Dienstag erklärt: „Es ist überfällig, dass dieses Wandbild, das eindeutig antisemitische Bildelemente aufweist, jetzt von der documenta entfernt wird. Die blosse Verhüllung und die Erklärung des Künstlerkollektivs Taring Padi dazu waren absolut inakzeptabel.“

Roth sagte weiter, Antisemitismus sei keine Frage verletzter Gefühle Einzelner. Eine eindeutig antisemitische Bildsprache lasse sich nicht durch einen anderen Kontext erklären oder relativieren. Die Entfernung des Werkes sei nur ein erster Schritt. „Es muss aufgeklärt werden, wie es überhaupt dazu kommen konnte, dass dieses Wandbild mit antisemitischen Bildelementen dort installiert wurde“, betonte die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.

KNA/dmu/afr/joh

3 Kommentare

  1. Der Meinung war ich auch, Roth hätte gar nicht erst ernannt werden dürfen. Seit Jahren geht mir ihre Dummheit und Aufgeblasenheit gegen den Strich. Die Claudia denkt nicht immer alles, was sie sagt. Von der Sorte hat die grüne Sekte so einige…

  2. Das antisemitismus bei Links, rechts und vielen die sich als „unterdrückte“ fühlen, selbstverständlich ist wird gerne „unter dem Teppich“ gekehrt.. Warum hat es erst denn „Davidstern“ und die langen Diskussionen gebraucht um den Judenhass, der in dieser „Ausstellung“ steckt, zu erkennen? Die Veranstalter sollten vor Gericht – als „Helfer zu Antisemitischer Volksverhetzung“, gebracht werden. Dann wird vielleicht, in der Zukunft, „vorher geschaut“ und nicht erst danach, unter Druck!

  3. Ja, der Rücktritt ist überfällig. ich bin aber immer der Meinung, dass Frau Roth gar nicht erst hätte ernannt werden dürfen. Es ist bekannt, dass sie nicht nur tendentiell antisemitisch ist. Volker Beck ist leider in der Minderheit in seiner Partei – allein im Partreivorstand ist ein bekennender Antisemit, Herr Nouripour hat sich oftmals pro BDS ausgesprochen, er hat sich gegen die IHCR ausgesprochen. Ind er Suche nach der vollmundigen Alternative zu russischem Öl und Gas hatte herr Habeck die Stirn, sich mit Katar zu treffen, der dafür bekannt ist, die Hamas und die Hizbollah zu finanzieren. Die Grünen wollen also eher den Terror finanzieren, als den Wunsch des Donbass nach Autonomie und ihrer russischen identität zu akzeptieren. Diese ganze Partei ist fragwürdig- mit Herrn nouripour und Herrn habeck hat sie weitere fragwürdige Figuren in leitenden Positionen. Jüdische Schweizer müssen sich von bekennenden Antisemiten vertreten lassen, in Deutschland ist das offenbar genauso.

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