Neuste anti-israelische Ausfälle des EU-Vertreters in «Palästina»

«EU und Deutschland müssen Friedensverhinderer von Burgsdorff abberufen»

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Sven Kühn von Burgsdorff. Foto IMAGO / ZUMA Wire
Sven Kühn von Burgsdorff. Foto IMAGO / ZUMA Wire
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Der EU-Abgeordnete in Palästina Sven Kühn von Burgsdorff scheint Verständnis für den Terror zu haben und hat Israel bezichtigt, «tausende Palästinenser» getötet zu haben. Itamar Marcus von Palestinian Media Watch fordert dessen Ausweisung aus Israel, der EU-Abgeordnete Joachim Kuhs dessen Abberufung.

Seit März wird Israel von der schlimmsten Terrorwelle seit der zweiten Intifada heimgesucht, 20 unschuldige Menschen sind dabei getötet worden. Doch bei einer Veranstaltung der US-NGO Alliance for Middle East Peace am 1. Juni 2022 in Jerusalem äusserte von Burgsdorff Verständnis für den Terror.

«In den vergangenen Wochen und Monaten haben wir schreckliche Terroranschläge auf israelischem Gebiet gesehen», so von Burgsdorff. «20 unschuldige Israelis haben ihr Leben verloren. Aber das darf einen nicht wundern, denn in vielen jungen Palästinensern brennt der Hass.»

Seit 2008 seien «tausende Palästinenser getötet» worden, behauptete der «Hohe Abgeordnete» der EU, wobei nur «eine Handvoll der Täter zur Rechenschaft gezogen wurden.» Sven Kühn von Burgsdorff schien damit die israelischen Verteidigungsmassnahmen gegen Hamas-Terroristen und Raketenpositionen in Gaza mit der Tötung Unschuldiger gleichzusetzen. In Israel werden die seltenen Anschläge radikaler Israelis gegen Palästinenser regelmässig nach Recht und Gesetz bestraft.

«Wenn ein palästinensisches Kind neben der Trennmauer gross wird, womit wächst dieses Kind wohl auf?» sagte Sven Kühn von Burgsdorff. Die israelische Sicherheitsmauer wurde 2000-2006 gebaut, um die sogenannte Zweite Intifada zu beenden, die etwa 1000 Israelis das Leben kostete. Sie wurde in Städten wie Hebron an Stellen gebaut, an denen es oft zu spontanen Terroranschlägen durch Steinewerfer und Scharfschützen kam, wie zum Beispiel an der Highway 60 durch Hebron. Seitdem sind die Vorfälle solcher spontanen Anschläge stark zurückgegangen.

Trennmauern zwischen den israelischen und arabischen Gebieten in Judäa und Samaria gibt es nicht, die Checkpoints zu den arabischen Gebieten werden von der palästinensischen Polizei unterhalten. Die einzigen Betretungsverbote in Judäa und Samaria gelten für Juden in den arabischen Gebieten, da sie dort in Lebensgefahr wären.

Itamar Marcus von Palestinian Media Watch nannte von Burgsdorff mit seiner «verleumderischen Hetzrede» einen «Terrormultiplikator» und eine «Boosterimpfung» für den Terror in der Region.» Wenn nur ein einziger Palästinenser vom Wissen bestärkt werde, dass die EU seine Motivation verstehe und gutheisse, «dann ist der Diplomat moralisch für die Konsequenzen dieses Terrors verantwortlich.»

«Wenn die EU weiterhin in Israel respektiert werden will, muss sie von Burgsdorff sofort abberufen, seine verantwortungslose Hetze verurteilen und ihn mit einem Vertreter ersetzen, der keine Ausreden für Terror und Antisemitismus macht. Wenn die EU sich weigert, muss Israel Deutschland auffordern, diesen Diplomaten abzuberufen. Wenn weder die EU noch die deutsche Bundesregierung etwas tun, muss Israel die Konsequenzen ziehen und das tun, was jedes Land tun würde, das seine Bürger respektiert: Ihn ins nächste Flugzeug nach Berlin oder Brüssel setzen.»

Shimon Samuels, Direktor für internationale Beziehungen des Simon-Wiesenthal-Zentrums, schrieb einen Brief an die Europäische Kommission Ursula von der Leyen, um gegen die Äusserungen des EU-Beamten zu protestieren.

«Im Namen unserer 400.000 Mitglieder sind wir entsetzt über die Aussagen Ihres Vertreters Sven Kühn von Burgsdorff», schrieb er.

Längst überfällig, dass er abberufen wird

«Sven Kühn von Burgsdorff gibt jedes Jahr hunderttausende Euro unserer Steuergelder für illegale arabische Siedlungen auf israelischem Gebiet aus, und untergräbt damit den Frieden in Judäa und Samaria», so der EU-Abgeordnete im Haushaltsausschuss Joachim Kuhs (I&D Fraktion).

Als die EU am 8. August 2019 eine schwarze Liste von Terrororgansiationen erstellte, die keine EU-Gelder erhalten sollten, sicherte von Burgsdorff am 30. März 2020 den Terror-Gruppen zu, diese Liste gelte nicht wirklich für sie: «Personen, die mit solchen Gruppen in Verbindung stehen, können dennoch EU-Gelder erhalten», schrieb von Burgsdorff, wie die Times of Israel berichtete, und löste damit Unverständnis in Israel aus.

Am 18. März 2022 stand von Burgsdorff lächelnd neben dem Vertreter der Palästinensischen Autonomiebehörde Dschibril Radschub in Bethlehem, während dieser Israelis als «die neuen Nazis» beschimpfte, «die das Palästinensische Volk eliminieren wollen», wie Audiatur-Online berichtete.

«Die EU muss Anreize für Friedensbemühungen seitens der Palästinenser schaffen, anstatt die Terrorpropaganda der korrupten Palästinensischen Autonomiebehörde nachzuplappern», so Kuhs. «Sven Kühn von Burgsdorff ist mit seiner einseitigen Aufwiegelung das grösste Friedenshindernis im Nahen Osten geworden. Es ist längst überfällig, dass er abberufen wird.»

5 Kommentare

  1. Auf der anderen Seite der Trennmauer wachsen Israelische Kinder auf … Wohin entwickeln sich die ? Der Unterschied liegt also offenbar doch nicht an der Mauer.

  2. @Ben Verstehe ich nicht. Es geht im Artikel um den „EU-Abgeordneten in Palästina“ Sven Kühn von Burgsdorff der Verständnis für den Terror zu haben scheint. Warum soll man da Joachim Kuhs nicht zitieren dürfen? Nur weil er in der AfD ist und das Ihnen oder jemandem anderen nicht passt? Oder weil es in der AfD auch irgendwelche Spinner oder Antisemiten hat? Hat es, wie schon einmal geschrieben, in allen anderen Parteien auch. Oder hat jemand einer anderen Partei die Äusserungen von Sven Kühn von Burgsdorff kritisiert? Ich habe keinen gefunden.

  3. @jonas_strant
    Niemand will jemandem etwas vorschreiben. Es ist aber nicht nur der Judenhass, sondern alle Formen von Hass abzulehnen und zu verurteilen

  4. @Markus Und wer sind jetzt Sie genau, der anderen Israelfreunden oder Medien vorschreiben will, auf wen sie sich „berufen“ sollen? In allen Parteien gibt es Antisemiten und Israelhasser, vor allem auch bei Sozialisten und Grünen und nicht zu vergessen in der sog. Mitte.

  5. Joachim Kuhs ist Mitglied der AfD. Israelfreunde sollten es nicht nötig haben, sich für ihr Anliegen auf solche Leute zu berufen.

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