Willkommen im alternativen Universum der palästinensischen „Souveränität“

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Palästinenser gehen am 29. Mai 2022 in Khan Younis, im südlichen Gazastreifen an einem Wandgemälde vorbei, das Terroristen zeigt, die Raketen auf Israel abfeuern. Foto IMAGO / UPI Photo
Palästinenser gehen am 29. Mai 2022 in Khan Younis, im südlichen Gazastreifen an einem Wandgemälde vorbei, das Terroristen zeigt, die Raketen auf Israel abfeuern. Foto IMAGO / UPI Photo
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Es gibt alternative Erzählungen und es gibt alternative Universen. Ersteres mag sich auf erfundene Ideen und „Fakten“ stützen, aber letzteres ist eine völlige Abkehr von allem, was der Realität entspricht. Willkommen im alternativen Universum der palästinensischen „Souveränität“.

von Douglas Altabef

Es wurde viel über die jüngsten Feierlichkeiten zum Jerusalem-Tag berichtet, insbesondere über die noch nie dagewesene Zahl von jüdischen Menschen, die den Tempelberg hinaufgestiegen sind, und natürlich über den jährlichen Fahnenmarsch, der trotz schlimmer Befürchtungen und den Drohungen von Seiten der Hamas ohne grössere Zusammenstösse und mit einem Übermass an freudiger Feier stattfand.

Israelis singen und tanzen bei der Flaggenparade durch das Zentrum Jerusalems und die Altstadt am Jerusalem-Tag, mit dem der 55. Jahrestag des Sieges Israels und der Wiedervereinigung seiner Hauptstadt gefeiert wird. Jerusalem, 29. Mai 2022. Foto Elyashiv Rakovski/TPS

Es ist keine Überraschung, dass die Vertreter der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) von der Unterstützung und Wertschätzung der israelischen Souveränität über Jerusalem nicht beeindruckt waren.

Aussergewöhnlich ist jedoch, dass sie auch erklärten, das palästinensische Volk habe „heute bewiesen, dass die Souveränität in Jerusalem trotz aller Machenschaften der Besatzer und der rassistischen Siedler eine palästinensische Souveränität ist“.

Was könnte das bedeuten? Zugegeben, die Erklärung wurde vom „Gouverneur von Jerusalem“ der PA abgegeben, der einen der bequemsten Jobs der Welt hat, da er nichts anderes zu tun hat, als dafür zu sorgen, dass nicht existierende Züge pünktlich fahren. Es ist daher nicht verwunderlich, dass er Zeit hatte, vor Versuchen zu warnen, „Jerusalem zu judaisieren“.

Natürlich äusserten sich auch andere Offizielle in ähnlicher Weise. Der Premierminister der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mohammad Shtayyeh, lieferte die denkwürdige Erkenntnis: „Jerusalem ist und bleibt über die Jahre hinweg und für immer die Hauptstadt des Staates Palästina“, und weiter erklärte er: „Versuche, seine Merkmale zu verändern und ihm eine illusorische Souveränität aufzuerlegen, werden keinen Erfolg haben.“

Wenn jemand in New York so etwas gesagt hätte, wäre er in eine Zwangsjacke gesteckt und ins Bellevue Psychiatric Hospital gebracht worden.

Was ich für real halte, ist auch wirklich real

Warum sind diese Aussagen wichtig, ja sogar besorgniserregend, wenn sie doch nichts mit der Realität zu tun haben?

Ich würde sagen, dass sie gerade deshalb so wahnhaft sind. Sie dienen dazu, die Büchse der Pandora noch weiter zu öffnen: „Was ich für real halte, ist auch wirklich real“.

Das ist gefährlich, weil die Palästinensische Autonomiebehörde und die Hamas es meisterhaft verstehen, das Narrativ zu verbreiten, dass sie ein unterdrücktes Volk von ewigen Opfern sind, das von herzlosen „Siedlern“, die Wladimir Putin knuddelig aussehen lassen, aus seinen angestammten Wurzeln gerissen wurde.

Und grosse Teile der Welt, die nichts anderes kennen, als dass die „Opfer“ immer im Recht sind und die Juden immer etwas Böses im Schilde führen, glauben ihnen.

Ungeprüft und unkontrolliert wird eine grosse Anzahl von Menschen weltweit die wahnhafte Sichtweise der Palästinensischen Autonomiebehörde als den normativen Kontext des Konflikts akzeptieren. Diese Menschen werden dann ihre eigenen Regierungen dahingehend beeinflussen, sich gegen Israel zu stellen und verschiedene palästinensische Regierungseinheiten zu unterstützen.

Das eigentliche Problem ist also, dass viele Menschen nicht bereit sind, zu lernen, zu unterscheiden, zu analysieren und unsere Situation einzuschätzen. Es ist viel einfacher, einfach zu glauben, was der „Underdog“ zu sagen hat.

Aber was kann realistischerweise aus einer solchen wahnhaften Denkweise entstehen?

H.L. Mencken, der zynische amerikanische Journalist und Kommentator des 20. Jahrhunderts, sagte einmal: „Niemand ist jemals pleite gegangen, weil er die Intelligenz des amerikanischen Volkes unterschätzt hat.“ Ich würde behaupten, dass niemand daran pleite gehen wird, wenn er die Bereitschaft der Palästinenser überschätzt, ein alternatives Universum darzustellen, in dem ihre Kontrolle über Jerusalem von Siedler-Schergen blockiert und vereitelt wird.

Wir haben beispielsweise Gerüchte gehört, dass die EU den Bau eines zusammenhängenden Gebiets plant, das Ost-Jerusalem (einschliesslich der Altstadt) mit den von den Palästinensern kontrollierten Gebieten verbinden soll. Ein Grund dafür ist wahrscheinlich, dass die EU die wahnhaften Forderungen der Palästinenser übernommen hat. Die Europäer glauben, dass sie auf dem bauen werden, was bereits „Palästina“ ist – oder zumindest „Palästina“ sein sollte.

Für rationale Menschen ist es schwierig, echte Irrationalität zu verstehen, und so vermute ich, dass die israelische Führung über die schiere Verrücktheit der palästinensischen Vision lacht. Aber der Wahnsinn der Palästinenser hat Methode: Sie formulieren eine falsche Realität, die der Rest der Welt glaubt, und bestehen dann darauf, dass auch Israel sie glaubt.

Eine der Herausforderungen echter Souveränität besteht darin, alles zu tun, was nötig ist, um diese Souveränität zu schützen. Die israelische Führung wird lernen müssen, die Wahnvorstellungen der Palästinenser zu entlarven und die Welt von deren Hirngespinsten zu befreien.

Wir haben keine andere Wahl, als in ihr alternatives Universum vorzudringen und sie in die Realität zurückzubringen.

Douglas Altabef ist Vorstandsvorsitzender von Im Tirtzu, Israels grösster zionistischer Basisorganisation, sowie Direktor des Israel Independence Fund und von B’yadenu. Übersetzung Audiatur-Online.

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