Bibelverbrennung – Offener Israelhass in Bern

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Verbrennen einer Bibel am 19. Mai 2022 in Bern. Foto Screenshot Facebook Video
Verbrennen einer Bibel am 19. Mai 2022 in Bern. Foto Screenshot Facebook Video
Lesezeit: 4 Minuten

Es sind bedrohliche und hasserfüllte Szenen, die sich am 19. Mai 2022 im Rahmen einer polizeilich bewilligten Anti-Israel-Demo in Bern abspielen, auf deren Höhepunkt eine Bibel in arabischer Sprache öffentlich verbrannt wird.

Zur «Platzkundgebung in Bern» hatte die «Palästina Gruppe Bern» gerufen, um auf dem Berner Bahnhofplatz zu «trauern und protestieren». Der Anlass zu Trauer und Protest war gemäss Veranstaltungs-Flyer die vermeintliche «Ermordung der palästinensischen Journalistin Shireen Abu Akleh durch israelische Besatzungstruppen», ein «weiteres israelisches Verbrechen». Vorverurteilungen und unbelegte Anschuldigungen, mit der die vorwiegend aus dem Libanon stammenden muslimischen Demonstranten ihre antiisraelische Marschrichtung zementieren.

Verbreitet wurde der Flyer von der BDS (Boykott, Desinvestition, Sanktionen gegen Israel)-Bewegung, die von führenden Antisemitismusexperten sowie dem Deutschen Bundestag als «klar antisemitisch» eingeordnet wird.


Einmal im Monat betreibt auch das pro-israelische «Israel Forum Bern» auf dem Berner Bahnhofsplatz einen Stand mit Datteln aus Israel und aufklärendem Lesestoff, so auch am Tag der palästinensischen Demo. «Wir haben uns zum Ziel gesetzt, Israel in der fairen Informationsvermittlung zu unterstützen und aktiv mitzuwirken», ist im Leitbild des Vereins zu lesen. «Mittels korrekter Öffentlichkeitsarbeit» wolle man der «tendenziösen Berichter­stattung über Israel in der Schweiz» sowie «antisemitischen Tendenzen» entgegenwirken.

«Wir gehen jeweils nicht aktiv auf Leute zu, sondern warten, und reden dann mit Personen, die sich für den Stand interessieren», schreibt Israel Forum Bern-Mitglied C. F. (Name der Redaktion bekannt), der auf Facebook die Aggressionen der BDS-portierten Demonstranten beschreibt, die auch auf Video festgehalten wurden.  

«Oft geht es um Vorurteile, die gegenüber Israel gehegt werden und im Gespräch bauen wir sie ab. Das gelingt meistens gut. Gestern jedoch nicht», so F.

«Ein grölender Mob mit Fahnen und antisemitische Hassparolen» habe den mit Israel-Fahnen geschmückten Stand, an dem sich hauptsächlich christliche Israelfreunde älteren Jahrgangs aufhielten, belagert. Einige hätten Hitlergrüsse gemacht, auf den Videos sind Hassparolen wie «Israel Terrorist» zu hören. Vor dem Stand wird auf den Boden gespuckt, die Stimmung wird zusehends aggressiver.

Video Facebook

«Wir bekamen es mit der Angst zu tun, blieben aber ruhig», so F. weiter. «Zur Beruhigung» und als Geste der Friedfertigkeit habe man den aufgebrachten antiisraelischen Demonstranten eine Bibel in arabischer Sprache überreicht, was jene jedoch nicht beschwichtigt, sondern erst recht angestachelt habe.

Unter martialischem Gebrüll beginnen die Muslime die Bibel zu verbrennen. Man möchte sich nicht vorstellen, was passiert wäre, hätten Rechtsextreme vor einem muslimischen Info-Stand einen Koran verbrannt. Wenn aber öffentlich Bibeln verbrannt werden, reagieren weder die umstehenden Zuschauer, noch die Polizei.

Nun ist es beileibe nicht das erste Mal, dass sich muslimischer Judenhass auf Schweizer Strassen Bahn bricht. Auf Facebook-Seiten, die für die Zürcher Pro-Gaza Demo im Juli 2014 mobil ­machten, fanden sich Kommentare wie «nur ein toter Jude ist ein guter Jude», «die einzige ­Medizin gegen Juden war Adolf Hitler» oder «wir ­müssen die Juden ausrotten». Die von der Zürcher Stadtverwaltung genehmigte Marschroute sollte ins «Judenviertel» verlegt werden. Dort könne man den «Scheissjuden» und «Israelsympathisanten» «die Fresse polieren» und «jeden Zionisten im Judenviertel steinigen».

Dr. Jonathan Kreutner, Generalsekretär des Schweizerisch Israelitischen Gemeindebunds (SIG) in «Schweiz aktuell» vom 17. Juli 2014: «Alle diese Äusserungen stammen von Muslimen.»

Doch es gibt auch aktuelle Beispiele. In Basel verhinderte ein muslimischer Verkäufer von palästinensischem Olivenöl, der auf seiner Website offen für die BDS-Bewegung wirbt, dass der christliche Unternehmer René Sigg sein Olivenöl aus Israel auf dem «Olivenöl-Spezialmarkt» in der Basler Markthalle verkaufen konnte.

Die Zusage der Markthalle wurde nach Bezahlung der Standgebühr widerrufen, aufgrund der «problematischen Situation im Zusammenhang mit der Herkunft Ihrer Öle», wie Markthalle-Verwaltungsrat Christoph Schön per Mail schreibt. Bei dem muslimischen Händler ist derselbe Produktionsort allerdings kein Thema.

Auch dass der besagte Händler an seinem Stand eine Palästina-Flagge mit der Aufschrift «Jerusalem ist unser, wir kommen» hisst, ist für Schön und die Markthalle kein Problem.

In Basel ist es mittlerweile soweit, dass die Israelitische Gemeinde Basel (IGB) anlässlich geplanter antiisraelischer Kundgebungen ihre Gemeindemitglieder «aus Sicherheitsgründen» mahnt, «die Orte zu den genannten Zeitpunkten grossräumig zu meiden», wie die Basler Zeitung 2021 berichtete.

Video Facebook

Besonders problematisch wird die antiisraelische Agitation, die nicht selten die Grenze zu offenem Antisemitismus sprengt, wenn sich Elemente der christlichen «Befreiungstheologie» mit muslimischer Judenfeindschaft und marxistisch-antiimperialistischem Israelhass zu einem hochtoxischen Gebräu vermischen und vermeintlich «antifaschistische» Bündnisse wie «Basel Nazifrei» plötzlich mit sozialistisch geballter Faust gegen Israel polemisieren und an Demonstrationen zum 1. Mai israelfeindliche Muslime mit Palästina-Flaggen im Migrantifa-Block mitmarschieren.

In Bern war nach der Bibelverbrennung der Furor der pro-palästinensischen Hisbollah-Sympathisanten verraucht und sie zogen vom Israel Forum Bern-Stand ab.

«Nach einer Weile tauchten zwei Polizisten auf, und es kam nachträglich zu Diskussionen über das Vorgefallene», schreibt F., «und die Polizei erklärte uns, dass Hitlergrüsse und Bücher verbrennen in der Schweiz nicht verboten seien».

Die Kantonspolizei Bern, bestätigte auf Nachfrage von Audiatur-Online «einen Einsatz beim Bahnhofplatz Bern am 19. Mai 2022, gegen 20.15 Uhr. Beim Eintreffen unserer Patrouille konnten jedoch keine akute Auseinandersetzung oder strafrechtlich Relevantes festgestellt werden.»

Fazit: In einem Land, in dem der Hitlergruss per Bundesgerichtsentscheid erlaubt ist, Juden gezwungen sind, mit ihren Steuergeldern eine Bevölkerungsgruppe mit hunderten Millionen zu alimentieren, die in ihren Verfassungen die Vernichtung Israels (Fatah/PLO) respektive aller Juden (Hamas) fordert und Parlamentarier sich obsessiv gegen Israel engagieren, birgt das öffentliche Einstehen für den jüdischen Staat erhebliche Gefahren.

3 Kommentare

  1. @ PECHSTEIN : Absolut richtig ! Und wenn sich die Vorgesetzten der Polizisten auch weigern sollten dem Recht zur Geltung zu verschaffen, sollten diese auch gleich wegen Unfähigkeit im Dienst zur Verantwortung gezogen werden. Das ist ja wohl ein Affront gegen jeden vernünftigen Bürger. So dürfen die nicht davon kommen, schon wegen der negativen Beispielwirkung.

  2. Wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen. Kommt mir bekannt vor. Das allerdings keine Straftat stattgefunden haben soll, wie die Polizei mitteilte, ist eine obszöne Verhöhnung des Art 261 des Strafgesetzes.
    Zur Erinnerung:

    Art. 261bis Rassendiskriminierung
    Wer öffentlich gegen eine Person oder eine Gruppe von Personen wegen ihrer Rasse, Ethnie oder Religion zu Hass oder Diskriminierung aufruft,
    wer öffentlich Ideologien verbreitet, die auf die systematische Herabsetzung oder Verleumdung der Angehörigen einer Rasse, Ethnie oder Religion gerichtet sind,
    wer mit dem gleichen Ziel Propagandaaktionen organisiert, fördert oder daran teilnimmt,
    wer öffentlich durch Wort, Schrift, Bild, Gebärden, Tätlichkeiten oder in anderer Weise eine Person oder eine Gruppe von Personen wegen ihrer Rasse, Ethnie oder Religion in einer gegen die Menschenwürde verstossenden Weise herabsetzt oder diskriminiert oder aus einem dieser Gründe Völkermord oder andere Verbrechen gegen die Menschlichkeit leugnet, gröblich verharmlost oder zu rechtfertigen sucht,
    wer eine von ihm angebotene Leistung, die für die Allgemeinheit bestimmt ist, einer Person oder einer Gruppe von Personen wegen ihrer Rasse, Ethnie oder Religion verweigert,
    wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft.

    Die Frage, die sich mir stellt: Disziplinarmaßnahmen oder Nachschulung? Was würde den Polizisten besser zu Gesicht stehen?

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