Israel ist nicht in die Al-Aqsa-Moschee «eingedrungen»

Im Gegensatz zu den Behauptungen von Palästinensern und einigen Medien, ist Israel nicht in die Moschee «eingedrungen», sondern hat offenbar übertrieben rücksichtsvoll auf palästinensische Randalierer reagiert.

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Palästinensische Randalierer bewerfen israelische Sicherheitskräfte auf dem Gelände der Al-Aqsa-Moschee auf dem Tempelberg in der Jerusalemer Altstadt mit Steinen, am 15. April 2022. Foto Jamal Awad/Flash90
Palästinensische Randalierer bewerfen israelische Sicherheitskräfte auf dem Gelände der Al-Aqsa-Moschee auf dem Tempelberg in der Jerusalemer Altstadt mit Steinen, am 15. April 2022. Foto Jamal Awad/Flash90
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Die Terrororganisation Hamas versucht – und könnte damit Erfolg haben – Israel in einen Konflikt an mehreren Fronten zu ziehen, wobei der Tempelberg als Auslöser dient, genau wie im April 2021. Wie bei früheren Gelegenheiten ist auch diesmal der Auslöser die moderne Verleumdung, Al-Aqsa sei «bedroht». Seit mehr als einer Woche verbreiten die Hamas und die Palästinensische Autonomiebehörde im Internet Geschichten darüber, dass dieses Jahr ein rituelles Pessach-Opfer auf dem Tempelberg stattfinden solle.

von Nadav Shragai

Genau wie in der Vergangenheit lügen sie auch jetzt absichtlich. Sie kennen die Geschichte des Tempelbergs in den letzten 55 Jahren. Sie wissen, dass Israel niemals die Durchführung eines solchen Rituals erlaubt hat. Darüber hinaus haben die Palästinenser über eine Reihe von Kanälen, darunter jordanische, ägyptische und amerikanische, die Klarstellung erhalten, dass auch in diesem Jahr ein solches Ritual nicht zugelassen wird.

Aber Hamas und Konsorten haben sich entschieden, dies zu ignorieren und den Tempelberg in Brand zu setzen, weil ihnen eine solche Feuersbrunst – die darauf ausgerichtet ist, wieder einmal arabische Israelis anzuziehen und Benzin auf das bereits brennende Feuer des Terrorismus zu giessen – zum jetzigen Zeitpunkt passt.

Am Sonntag wurden mehrere Personen leicht verletzt, nachdem Palästinenser einen Bus in der Nähe der Jerusalemer Altstadt mit Steinen beworfen haben.

Die Polizei hat sich zunächst zurückhaltend gezeigt und vorgeschlagen, dass die Waqf, die islamische Stiftung, welche die Aufsicht über die islamischen Stätten auf dem Tempelberg hat, selbst versuchen sollte, die Randalierer zu vertreiben. Das war ein Fehler. Selbst wenn die Waqf das wollte – und das tut sie nicht – wäre sie nicht in der Lage, der Hamas entgegenzutreten. Einige hochrangige Waqf-Beamte waren und sind wahrscheinlich auch weiterhin mit der Hamas verbandelt.

Die Vorbereitungen für die Unruhen und Zusammenstösse, die grössten seit der Operation „Wächter der Mauern“ der IDF im Gazastreifen im vergangenen Mai, begannen am Donnerstagabend in aller Öffentlichkeit. Die Haufen von Steinen, Flaschen und Sprengstoff hätten in dem Moment beschlagnahmt werden müssen, in dem sie sich zu häufen begannen, und die Randalierer hätten vom Tempelberg abgeführt werden müssen, bevor und nicht nachdem die Unruhen begannen.

Doch es ist schwierig, sich richtig zu verhalten, wenn der Minister für öffentliche Sicherheit Omer Barlev von der linken Arbeitspartei ist und die Ra’am-Partei der Muslimbruderschaft, deren Mitglieder sich wiederholt mit den schlimmsten unserer Feinde identifiziert haben, ein Koalitionspartner in der Regierung ist. Es ist beschämend, dass erst Stunden nach den Steinwürfen auf die Klagemauer die Entscheidung getroffen wurde, mit grösserer Härte vorzugehen.

Wie immer, wenn es um den Tempelberg geht, hat Jordanien ein doppeltes Spiel gespielt. Diesmal hat Israel keine Mühen gescheut, um sich mit dem haschemitischen Königreich abzustimmen. Der israelische Premierminister Naftali Bennett, Aussenminister Yair Lapid und Verteidigungsminister Benny Gantz sprachen mit König Abdullah II. und seinem Volk, noch bevor der Ramadan begann. Die Jordanier wurden gebeten, dafür zu sorgen, dass es keine nächtlichen Verbarrikadierungen in der Moschee gibt. Dies gelang ihnen einige Nächte lang, doch bereits am Donnerstagabend scheiterten sie.

Die Jordanier wissen ganz genau, wer hinter den Unruhen auf dem Tempelberg steckt. Sie wissen, dass Israel alles getan hat, um die jetzigen Ereignisse zu verhindern, aber sie „müssen“ uns die Schuld geben, wenn es um Al-Aqsa geht, um innenpolitische Unruhen zu vermeiden, denn das Königreich betrachtet sich selbst und Israel als Hüter der heiligen Stätten der Muslime in Jerusalem.

Israel ist nicht in Al-Aqsa einmarschiert, wie die Lügner von Ra’am, Hamas, der Gemeinsamen Arabischen Liste und der Palästinensischen Autonomiebehörde behaupten. Es hat sich wie ein gesetzestreues Land verhalten und ist, wie es scheint, übermässig sensibel gegen Randalierer vorgegangen, die zum x-ten Mal die drittheiligste Stätte des Islam und die heiligste Stätte des Judentums in ein Kampfmittel verwandelt haben, um das zu zerstören, was von der zerbrechlichen Koexistenz zwischen Juden und Arabern, den Kindern unseres Vorfahren Abraham und den Bewohnern dieses Landes übrig geblieben ist.

Antike Artefakte, die teilweise 2.000 Jahre alt sind, wurden von muslimischen Vandalen benutzt, um die Wege auf dem Tempelberg für jüdische Besucher zu versperren. Jerusalem, 18. April 2022. Foto Shalev Shalom/TPS

Wir müssen alles in unserer Macht Stehende tun, damit ihr ruchloser Plan scheitert und sich die Unruhen in gemischten jüdisch-arabischen Städten vom letzten Jahr nicht wiederholen. Wir müssen auch die jüdische, israelische Wahrheit über den Tempelberg sagen, einen Ort, an dem die zentralen und existenziellen Veränderungen des Status quo über die Jahre hinweg von der muslimischen und nicht von der jüdischen Seite vorgenommen wurden. Ein Ort, an dem die ständigen Lügen, Al-Aqsa sei bedroht, ihn zu einem Förderband für terroristische Angriffe gemacht haben, während der Name Allahs vergeblich gepriesen und die Heiligkeit des Islam und des Judentums entweiht wird.

Nadav Shragai ist Autor und Journalist. Auf Englisch zuerst erschienen bei Israel HaYom. Übersetzung Audiatur-Online.

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