Althebräische Fluchinschrift entdeckt: «Du wirst sicher sterben»

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Nahaufnahme der Aussenseite der vermutlich spätbronzezeitlichen Fluch-Tafel, die 2019 auf dem Berg Eval entdeckt wurde. Foto Michael C. Luddeni/Associates for Biblical Research
Nahaufnahme der Aussenseite der vermutlich spätbronzezeitlichen Fluch-Tafel, die 2019 auf dem Berg Eval entdeckt wurde. Foto Michael C. Luddeni/Associates for Biblical Research
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Nördlich vom biblischen Ort Shechem, heute Nablus in Samaria, hat ein internationales Archäologenteam eine alte hebräische Schrift entdeckt, die Jahrhunderte älter sei als alle anderen bekannten Tafeln aus dem alten Israel. Das teilten die Associates for Biblical Research (ABR) am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Houston/Texas mit.

Die Fluch-Tafel kam demnach im Dezember 2019 ans Licht, als der US-Wissenschaftler Scott Stripling sein Team beauftragte, den zuvor zurückgelassenen Schutt einer Grabung aus dem 80er Jahren auf dem Berg Ebal sorgfältig durchzusieben. Dabei sei auf einer kleinen, gefalteten Bleitafel ein formelhafter Fluch entdeckt worden.

Laut den Forschern, darunter Pieter Gert van der Veen von der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, besteht die althebräische Inschrift aus 40 Buchstaben. Zur Entzifferung setzten die Wissenschaftler tomographische Scans ein. Die Inschrift lautet den Angaben zufolge wie folgt: „Verflucht, verflucht, verflucht – verflucht vom Gott JHW: Du wirst sterben, verflucht verflucht, du wirst sicher sterben. Verflucht von JHW – Verflucht, verflucht, verflucht.“

Josuas Altar an der archäologischen Stätte auf dem Berg Elbal. Foto Shomrim Al Hanetzach

Nach den Worten Striplings sind solche Amulette aus der hellenistischen und römischen Zeit bekannt. Diese aber sei „deutlich älter und datiert auf die frühe Eisenzeit I und die Spätbronzezeit“. Die Entdeckung einer spätbronzezeitlichen Inschrift „in einer sehr alten Schrift“ sei verblüffend.

Alttestamentlichen Aussagen zufolge (Deuteronomium 27 und Josua 8) soll der Berg Ebal ein Berg des Fluches gewesen sein. Josua habe demnach auf dem Berg Ebal einen Altar errichten lassen. Ein von Fachleuten begutachteter wissenschaftlicher Artikel sei in Vorbereitung und solle noch in diesem Jahr erscheinen, hiess es.

KNA/brg/api/Aud

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