Unsichtbare Gewalt gegen Frauen

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Symbolbild. Afghanische Frauen. Foto IMAGO / agefotostock
Symbolbild. Afghanische Frauen. Foto IMAGO / agefotostock
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Die Verfolgung gegen christliche Frauen ist gesellschaftlich unsichtbar und bei uns kaum je ein Medienthema. Dies zeigt eine aktuelle Untersuchung von World Watch Research (WWR), einer Abteilung der NGO Open Doors, die verfolgte Christen unterstützt.

Geht es um Gewalt gegen Frauen und die Gleichstellung der Geschlechter geht, herrschen in westlichen Medien und in den öffentlichen Debatten Doppelstandards. Während Bewegungen wie „Me-too“ oder die Diskussion um gendersensible Geschlechtergerechtigkeit regelmässig die grossen Foren und politischen Opinion Leaders erreichen, fristet die grausame und jährlich zunehmende Verfolgung und Ermordung von Tausenden von Christen weltweit ein Schattendasein.

Vergewaltigung, Zwangsheirat, Verstümmelung und Verbrennung sind die schlimmsten Unterdrückungs-Methoden gegen christliche Frauen und Mädchen. Im Vergleich dazu zielt die Verfolgung gegen christliche Männer darauf ab, sie als Versorger ihres sozialen Kreises auszuschalten, um die Verletzlichkeit der Angehörigen zu verstärken.

In allen von World Watch Research (WWR) untersuchten Regionen werden christliche Männer entführt, inhaftiert, gefoltert, für militärische Gruppen zwangsrektutiert und getötet. Christliche Frauen und Mädchen werden zu Sexualobjekten degradiert, um Schande über sie zu bringen, durch Vergewaltigung, Zwangsheirat und Menschenhandel. In asiatischen Ländern werden täglich Tausende von Frauen verkauft. In Afrika hält man sie als Sexsklavinnen von Islamisten, die zukünftige Kämpfer zur Welt bringen sollen.    

Die Gewalt in Zahlen  

Dies sind die fünf wichtigsten Punkte, die Frauen betreffen und die aus den ersten 50 Ländern des Weltverfolgungsindex 2022 gemeldet wurden:   

  • Sexuelle Gewalt: Aus 90 Prozent der Länder gemeldet (gegenüber 86 Prozent aus dem Vorjahres-Bericht).  
  • Zwangsheirat (88% gegenüber 90% im Vorjahr). 
  • Physische Gewalt (78% gegenüber 84% im Vorjahr). 
  • Psychische Gewalt (78% gegenüber 74% im Vorjahr). 
  • Hausarrest (66% gegenüber 70% im Vorjahr).  

Generell werden Frauen in Subsahara-Afrika (Punktzahl 10,8) und im Nahen Osten – Nordafrika (10,6 Punkte) am stärksten unter Druck gesetzt, während Männer in Lateinamerika mit 10,1 die höchste durchschnittliche Punktzahl an Druck erfahren.   

Gemäss dem aktuellen Bericht wurden also aus den ersten 50 Ländern des Weltverfolgungsindex noch mehr Vergewaltigungen, Zwangsheiraten, Verkslavungen und Gewalt gemeldet als die Jahre davor. Angesichts dieser dramatischen Lage für Millionen christlicher Kinder, Frauen und Ehemänner stellt sich die Frage, warum die politische Führung in Westeuropa seit Jahren so oft über diese weltweiten Unmenschlichkeiten und Grausamkeiten hinwegschaut, so, wie auch die grossen Medienhäuser mehr oder weniger dazu schweigen.

Vielleicht ist die Ablehnung des Christentums als Grundpfeiler der westlichen Kultur in unseren Regierungsstäben und Redaktionen schon so weit in Richtung eines kulturellen Selbsthasses fortgeschritten, dass man sich nicht mehr berühren lässt vom Schicksal verfolgter Christinnen und Christen.

Eine gute Nachricht ist immerhin, dass die Lage für Christen in Israel so sicher ist wie nirgends sonst im Nahen Osten. Israel ist also auch in dieser Hinsicht ein Vorbild. In diesem Sinn bleibt zu hoffen, dass auch in Europa irgendwann wieder der Mut erwacht, für die Angehörigen jener Religion einzustehen, der wir unsere liberale Gesellschaftsordnung verdanken.

Über Giuseppe Gracia

Giuseppe Gracia (54) ist Schriftsteller und Kommunikationsberater. Sein neues Buch «Die Utopia Methode» (Fontis Verlag, 2022) beleuchtet die Gefahren utopischer Politik.

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