Antikensammlung online: Münzen erzählen jüdische Geschichte

0
Schekel von Israel. [in Paläohebräisch]. Gefäa auf hohem Fuss mit zwei waagerechten Henkeln, darüber das Zahlzeichen Aleph (= Jahr 1). 66-67 n. Chr. Römische Spätantike. Bild Institut für Klassische Archäologie der Eberhard Karls Universität Tübingen, Slg. Müller J184. http://www.ikmk.uni-tuebingen.de/object?lang=de&id=ID6607, Creative Commons Namensnennung 3.0 Deutschland Lizenz. Copyright (c), Universität Tübingen.
Schekel von Israel. [in Paläohebräisch]. Gefäa auf hohem Fuss mit zwei waagerechten Henkeln, darüber das Zahlzeichen Aleph (= Jahr 1). 66-67 n. Chr. Römische Spätantike. Bild Institut für Klassische Archäologie der Eberhard Karls Universität Tübingen, Slg. Müller J184. http://www.ikmk.uni-tuebingen.de/object?lang=de&id=ID6607, Creative Commons Namensnennung 3.0 Deutschland Lizenz. Copyright (c), Universität Tübingen.
Lesezeit: 2 Minuten

Rund 400 seltene, antike jüdische Münzen sind ab sofort online über die Internetseite der Universität Tübingen zu entdecken. Die Bronze- und Silbermünzen sind teilweise mehr als 2.000 Jahre alt, sie werden auf das 2. Jahrhundert vor Christus bis etwa 130 nach Christus datiert, wie die Universität am Montag mitteilte.

Die Geldstücke gäben Zeugnis über verschiedene Epochen des antiken Judentums von der Bildung eines jüdischen Staates im Kampf gegen die Seleukidenherrscher bis zur Niederschlagung des zweiten Aufstands gegen die Römer. „Die Motive und Inschriften spiegeln das jüdische Streben nach Unabhängigkeit ebenso wider wie hellenistische Einflüsse und die römische Besatzungszeit“, so Archäologe Stefan Krmnicek.

IRGW-Vorstandssprecherin Barbara Traub sagte, die Online-Präsentation der Münzsammlung mache die lange jüdische Geschichte für Bürger in Deutschland noch anschaulicher. Die Religionsgemeinschaft finanziert die Erforschung und Online-Veröffentlichung der Sammlung. Die Münzen werden nun auf der Universitäts-Internetseite in hochauflösenden Fotos gezeigt.

Zusammengetragen hat den seltenen Münzschatz der aus Lenzkirch stammende Kosmopolit und Bäcker Arthur Müller (1889-1967). Er war unter anderem Schiffskoch auf Luxusdampfern und lebte nach Stationen in verschiedenen europäischen Ländern und Japan lange in Palästina. Während des Zweiten Weltkriegs wurde Müller von den Briten interniert und nach Australien gebracht. Dort arbeitete er nach Kriegsende als Koch und Konditor für das australische Parlament, bevor er in den 1960ern in den Schwarzwald zurückkehrte, wo er 1967 starb.

Laut Universität Tübingen sind in Deutschland antike jüdische Münzen nur selten zu sehen. Die jüngsten zur Sammlung gehörenden Münzen stammen aus der Zeit des von den Römern niedergeschlagenen jüdischen Aufstands der Jahre 132 bis 135 nach Christus. Damals hätten jüdische Rebellen auch römische Münzen mit hebräischen Inschriften und religiösen Motiven überprägt.

Die Sammlung wurde nach dem Tod Müllers von einer Sparkasse aufgekauft und liegt seit 2009 als Dauerleihgabe in der Münzsammlung der Universität Tübingen.

Die digitale Präsentation der Sammlung ist abrufbar unter: www.ikmk.uni-tuebingen.de (Suchbegriff: "Müller")

KNA/has/dmu/lwi

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.