Holocaust-Gedenkstätte Babyn Yar in Kiew bei Bombenangriff beschädigt (UPDATE!)

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Ukrainische Feuerwehrleute auf dem jüdischen Friedhof in der Kiewer Holocaust-Gedenkstätte Babyn Yar am 1. März 2022. Foto Staatlicher Notfalldienst der Ukraine
Ukrainische Feuerwehrleute auf dem jüdischen Friedhof in der Kiewer Holocaust-Gedenkstätte Babyn Yar am 1. März 2022. Foto Staatlicher Notfalldienst der Ukraine
Lesezeit: 2 Minuten
UPDATE 4. März 2022: Entgegen anders lautenden Berichten hat die Rakete, die den Kiewer Fernsehturm beschädigte, die Gedenkstätte Babyn Yar, die sich in einem angrenzenden Gebiet befindet, nicht beschädigt! Dies berichtet der erfahrene israelische Journalist Ron Ben Yishai, der die Stätte am Mittwoch besichtigte und keine Anzeichen von Schäden sah. 

Ein wahrscheinlich russischer Angriff auf einen Fernsehturm in Kiew am Dienstagnachmittag hat nach Angaben der ukrainischen Behörden auch die Holocaust-Gedenkstätte Babyn Yar beschädigt.

Natan Sharansky, Vorsitzender des Beirats der Holocaust-Gedenkstätte Babyn Yar, bestätigte die Schäden.

„Dass Putin versucht, den Holocaust zu verzerren und zu manipulieren, um eine illegale Invasion in ein souveränes demokratisches Land zu rechtfertigen, ist absolut abscheulich. Es ist symbolisch, dass er einen Angriff auf Kiew beginnt, indem er die Stätte von Babyn Yar, das grösste Massaker der Nazis, bombardiert“, so Sharansky.

Anita Winter, die mit ihrer Gamaraal Foundation Holocaust-Überlebende aus der ganzen Schweiz unterstützt, ist schockiert. Praktisch die ganze Verwandtschaft ihres Grossvaters wurde auf einem Marktplatz im polnischen Stanislawow ermordet. „Es ist für die nur noch wenigen Holocaust-Überlebenden sehr schwer zu ertragen, dass jetzt auch noch Gedenkstätten bombardiert werden“, so Anita Winter und es sei wichtig, dies nicht unwidersprochen geschehen zu lassen.

Auf Twitter beklagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Zelenskij die Tragik des Anschlags auf die Gedenkstätte. „Was nützt es, 80 Jahre lang „Nie wieder“ zu sagen, wenn die Welt schweigt, wenn eine Bombe auf denselben Ort wie Babyn Yar fällt“, schrieb er.

Israels Aussenminister Yair Lapid hat den Angriff auf die Gedenkstätte in Babi Jar scharf verurteilt.

„Wir verurteilen den Angriff auf den jüdischen Friedhof in der Nähe der Gedenkstätte, die an den Holocaust an den Juden in Kiew und die Ermordung des jüdischen Volkes in Babyn Yar erinnert. Wir rufen dazu auf, die Unantastbarkeit der Stätte zu bewahren und zu respektieren“, schrieb Lapid.

Yad Vashem verurteilte den Angriff der russischen Streitkräfte ebenfalls „aufs Schärfste“ und forderte die internationale Gemeinschaft auf, Massnahmen zu ergreifen: „Wir rufen die internationale Gemeinschaft auf, konzertierte Massnahmen zu ergreifen, um das Leben von Zivilisten sowie diese historischen Stätten zu schützen, da sie von unersetzlichem Wert für die Forschung, die Bildung und das Gedenken an den Holocaust sind. Heilige Stätten wie Babyn Yar müssen geschützt werden, anstatt sie unverhohlener Gewalt auszusetzen.“

Die Holocaust-Gedenkstätte Babyn Yar befindet sich auf einem Massengrab mit rund 33’000 Juden, die dort 1941 von den Nazis und ihren Kollaborateuren während der Besatzung ermordet wurden. Im vergangenen Jahr wurden Pläne vorgestellt, an diesem Ort eine neue Gedenkstätte zu errichten, um an die Gräueltaten zu erinnern.

1 Kommentar

  1. Schon Vergessen?
    Ukraine: Unbekannte setzen Moskauer-Kirchen in Brand
    Unbekannte Angreifer haben am frühen Dienstagmorgen in Kiew eine hölzerne orthodoxe Kirche des Moskauer Patriarchats in Brand gesetzt. Das berichtet die Nachrichtenagentur Unian. Die Brandstiftung, die vor Sonnenaufgang im Desnyansky Bezirk entdeckt wurde, zerstörte die Außenwand, Kuppel, Kreuz und auch mehrere Symbole. „Das Feuer ist der Akt der Brandstiftung von Unbekannten“, so das Katastrophenschutzministerium des Landes gegenüber der Nachrichtenagentur. Niemand wurde verletzt.
    Bereits am Montag hatten unbekannte Angreifer einen Brand in der Kirche der Babi Jar Gedenkstätte in Kiew gelegt. Der Ort war Schauplatz einer Reihe von Massakern, die von deutschen Truppen und Ukrainern im Zweiten Weltkrieg begangen wurden. Der Altar der Kirche wurde beschädigt.
    Russlands Außenministerium fordert eine gründliche Untersuchung und Bestrafung der Täter. Patriarchatssprecher Wladimir Legoyda sagte gegenüber der Nachrichtenagentur „Interfax“ am Mittwoch, nur „eine Person, die völlig kulturlos, hasserfüllt und zynisch ist, kann einen Gewaltakt gegen ein religiöses Gebäude verüben“. Er sei überzeugt – so Legoyda -, dass „nur Menschen, die ihr eigenes Volk verachten, Kirchen angreifen und damit neue Konfliktfelder schaffen“, und dies noch dazu „in einer ohnehin tragischen Zeit für die Ukraine“.
    (kap 28.01.2015 mg)
    http://de.radiovaticana.va/news/2015/01/28/ukraine_unbekannte_setzen_moskauer-kirchen_in_brand/1120388

    Ja, ja jetzt waren es die Russen, bitte denken Danke

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