Der Schweizer Bundesrat und die Symbole des Judenmords

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Die sieben Bundesräte der Schweiz. Foto IMAGO / Andreas Haas
Die sieben Bundesräte der Schweiz. Foto IMAGO / Andreas Haas
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Michel Alexandre, Regisseur des Dokumentarfilms «Der Judenmord –Deutsche und Österreicher berichten» aus dem Jahr 1998, in dem mehr als zehn Jahre nach Claude Lanzmanns Monumentalwerk «Shoah» erstmals die Täter zu Wort kommen, weigerte sich zeitlebens, für den Genozid an den europäischen Juden beschönigende und verklärende Begriffe wie Shoah zu verwenden, die in ihrem (zudem noch hebräischen) Wohlklang das grösste Verbrechen der Menschheitsgeschichte verharmlosen.

Michel Alexandre sprach immer vom Judenmord.

Die Symbole dieses Judenmords, das Hakenkreuz, der gelbe Judenstern oder der Hitlergruss, die für die industrielle Ermordung von jüdischen Männern, Frauen, Kindern und Säuglingen in eigens dafür gebauten Tötungsfabriken stehen, bleiben in der Schweiz weiterhin erlaubt, so hat es der Bundesrat beschlossen.

Nun ist es ja beileibe nicht das erste Mal, dass sich die offizielle Schweiz im Umgang mit ihren Juden schwertut. Die Eidgenossen waren instrumental bei der Verbreitung der «Brunnenvergifter-Legende», mit der den Juden im Mittelalter die Schuld am Ausbruch der Pest zugeschoben wurde. Obwohl der italienische Chronist Gabriel de Mussis bereits 1347 schrieb, die Pestkranken «verströmen mit jedem ausgesprochenen Wort Gift aus ihrem Mund», die Pest also als Ansteckungskrankheit bekannt war, bestand die Schweiz auf der Kolportage der verleumderischen «Brunnenvergifter»-Anklage gegen die Juden und trug so massgeblich zu deren weltweiten Verbreitung bei.

Im September 1348 fand im waadtländischen Schloss Chillon ein Prozess statt, der mit seinen unter Folter erpressten Geständnissen den Boden für zahlreiche Judenpogrome bereitete und «allen späteren Judenverfolgungen den rechtlichen Schein verlieh», wie Justus Friedrich Curt Hecker 1832 in seinem Buch über den «Schwarzen Tod im vierzehnten Jahrhundert» festhielt (Peter Kamber: «Pogrome und Schwarzer Tod, wie die Schweiz im 14. Jahrhundert ein Verfolgungsschema exportierte»).

Mit dem Allgemeinplatz «Prävention ist besser als Strafe», will sich die Schweizer Landesregierung heuer herausreden, dass sie Symbole erlaubt, welche die radikalste Entmenschlichung der Geschichte versinnbildlichen.

«Also, von nationalen Präventionsprogrammen gegen Nazisymbolik habe ich noch nie etwas gehört», wundert sich Nationalrätin Marianne Binder-Keller (Die Mitte), die mit ihrer Motion «Keine Verherrlichung des Dritten Reiches. Nazisymbolik im öffentlichen Raum ausnahmslos verbieten» ein Verbot von Nazisymbolen gefordert hatte.

Doch im Grunde sollte diese nicht nur in jüdischen Kreisen scharf kritisierte Entscheidung des Bundesrats niemanden erstaunen.

Ist es nicht derselbe Bundesrat, der mittels der Finanzierung des von Hamas-Terroristen unterwanderten palästinensischen «Hilfswerks» UNRWA, dem regelmässig Antisemitismus nachgewiesen wird und dessen Angestellte Bilder von Adolf Hitler posten, die Indoktrination zum Judenhass von Generationen von arabischen Kindern und Jugendlichen durch antisemitische Schulbücher finanziert? Ist es das, was die Landesregierung mit «Prävention» meint?

War es nicht Bundesrätin Simonetta Sommaruga (SP), die 2016 befand, «eine Mitbeteiligung des Bundes an den Kosten von Sicherheitsmassnahmen» für Schweizer Juden, sei «per se nicht möglich», und dass die Juden «zur Finanzierung ihrer Sicherheitskosten» tunlichst «eine Stiftung» zu «errichten» hätten, wo «jüdische Organisationen eine namhafte Summe als Vermögen für die Finanzierung von Sicherheitsmassnahmen ihren Mitgliedergemeinden widmen, welche als Destinatäre der Stiftung zu betrachten wären»?

Gleichzeitig hatte Sommaruga die Chuzpe, sich in Auschwitz hinzustellen und Krokodilstränen für tote Juden zu vergiessen, wohl wissend, dass die offizielle Schweiz via das Aussendepartement (EDA) Institutionen wie Addameer finanzierte, eine NGO, die von führenden Mitgliedern der Terrororganisation Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) gegründet wurde und deren ehemalige Mitglieder Samer Arbid und Khalida Jarrer aktuell in Israel inhaftiert sind, aufgrund ihrer Beteiligung am Mord an der 17-jährigen Israelin Rina Shnerb.

In ihrer Botschaft zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust mahnte dieselbe Sommaruga «erschüttert», die «Erinnerung wachzuhalten». Die Schweiz unterstütze deshalb auch die «dauerhafte Erhaltung der Gedenkstätte in Auschwitz-Birkenau», womit man «für alle Opfer des Holocaust ein Zeichen setzen» wolle. 

Hier offenbart ein simpler Zahlenvergleich, wo die Prioritäten der offiziellen Schweiz liegen, wenn es um lebende Juden geht, nicht um die toten, die man einmal im Jahr anlässlich des sogenannten Holocaust Gedenktag am 27. Januar beweint.

An die UNRWA sowie an antiisraelische NGO, die Israel delegitimieren, Terror finanzieren und BDS unterstützen, hat das EDA bis heute weit über 600 Millionen Steuerfranken gezahlt. Die «dauerhafte Erhaltung der Gedenkstätte in Auschwitz-Birkenau» hingegen, war der Schweiz gerade mal eine Million wert.

Offensichtlich sollte man von einer Landesregierung, die bis weit in die 60er Jahre Italiener den Schweizern gegenüber als «wesensfremd» diffamiert hatte, weil sie Olivenöl benutzten, bezüglich ihrer Fähigkeit, historische und gesellschaftspolitische Problemstellungen einordnen zu können, keine grossen Würfe erwarten.

Deshalb werden sich die Schweizer Juden wohl oder übel weiterhin nicht nur damit abfinden müssen, mit Hakenkreuzen, Judensternen und Hitlergrüssen konfrontiert zu werden, sondern auch damit, dass sie von der Regierung ihres Heimatlandes gezwungen werden, mit ihren Steuergeldern eine Bevölkerungsgruppe zu alimentieren, die in ihren Chartas (Fatah/PLO und Hamas) ihre Vernichtung fordert.

4 Kommentare

  1. Shalom lieber David. Danke für deine Informationen, die leider in unserer „freien, demokratischen und neutralen“ Schweiz unter dem Deckel gehalten werden! Der Antisemitismus ist sukzessive wieder „chick“ geworden. Ganz besonders bei Rot-Grün. Nicht nur BR Sommaruga ist eine Schande für unser Land; es gibt noch viel mehr von dieser Sorte. Wie schändlich ist es doch, dass „Bundesbern“ sich nicht scheut, den Terrororganisationen von „Palästina“ Finanzspritzen zukommen zu lassen, wohlwissend, dass dieses Geld als Ziel zur Vernichtung Israels eingesetzt wird.

  2. Shalom, als Schweizerin bin ich wieder einmal tief betroffen und beschämt über das Verhalten unserere Regierung gegenüber den jüdischen Menschen und gegenüber Israel.

  3. Es gab eure Zeit – lange ist es her, vielleicht wr es gar nicht wahr . als ich die Schweiz sehr geschäzt habe. Diese Zeiten sind längst vorbei. Schade. Aber ich kann kein Land schätzen, das Juden vor allem Kummer bereitet. Freiwillig. Denn, soweit ich es weiss, wäre das überhaupt nicht notwendig.
    lg
    caruso

  4. Shalom,das ist der Grund warum ich die CH verlassenhabe,und meinen CH-Pass nicht mehr gebrauche.Ich bin Sehr Stolz auf meinen IL-Pass. AM ISRAEL CHAI

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