Befeuert durch „Free Palestine“- Demonstrationen: Antisemitische Vorfälle in Grossbritannien auf neuem Höchststand

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"Gerechtigkeit für Palästina" Demonstration in London am 12. Juni 2021. Foto IMAGO / ZUMA Wire
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Antisemitische Vorfälle im Vereinigten Königreich haben im Jahr 2021 dramatisch zugenommen, was vor allem auf die militanten antizionistischen Demonstrationen zurückzuführen ist, die den Konflikt zwischen Israel und der Hamas im Gazastreifen im vergangenen Mai begleiteten, so ein neuer Bericht der Sicherheitsorganisation der jüdischen Gemeinden.

Der „Bericht über antisemitische Vorfälle 2021„, der vom Community Security Trust (CST) veröffentlicht wurde, zeigt, dass es im vergangenen Jahr 2.255 antisemitische Übergriffe in Grossbritannien gab – die höchste Zahl, die der Organisation seit 1984 je gemeldet wurde. Dies entspricht einem Anstieg von 24 Prozent im Vergleich zu 2020.

„Dieser Rekordwert ist auf das Ausmass der antijüdischen Reaktionen auf die Eskalation des Konflikts zwischen Israel und den Palästinensern im vergangenen Jahr zurückzuführen“, heisst es in dem Bericht, der am frühen Donnerstagmorgen in Grossbritannien veröffentlicht wurde. „Im Mai, dem Monat, in dem der Konflikt seinen Höhepunkt erreichte, verzeichnete CST mit 661 antisemitischen Vorfällen die höchste monatliche Gesamtzahl aller Zeiten.“

Gemäss dem Bericht wird der grösste Teil der antisemitischen Erfahrungen britischer Juden durch Feindseligkeiten gegenüber dem Staat Israel angetrieben.

Neben dem Wiederaufflammen der Spannungen zwischen Israel und den Palästinensern war auch die COVID-19-Pandemie für den Anstieg des Antisemitismus verantwortlich – ein weltweites Phänomen, bei dem sich ein Teil der Impfgegner und Massnahmenkritiker Holocaust-Symbole zur Durchsetzung ihrer Anliegen zu eigen machen.

Mit Besorgnis stellte der CST fest, dass viele antisemitische Vorfälle in Schulen stattfanden und sich sowohl gegen jüdische Lehrer als auch gegen Kinder richteten. „Als der Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern aufflammte, wurden jüdische Schulkinder und Lehrkräfte besonders mit Antisemitismus konfrontiert“, heisst es in dem Bericht. „Im Jahr 2021 wurden 41 antisemitische Vorfälle an jüdischen Schulen registriert, im Vergleich zu 19 im Jahr 2020. Weitere 42 Vorfälle betrafen jüdische Schüler ausserhalb der Schule, oft auf dem Weg nach oder von zu Hause, im Vergleich zu 21 Vorfällen dieser Art, die 2020 gemeldet wurden.

Eine Rekordzahl von Vorfällen wurde auch an britischen Universitäten registriert – insgesamt 128. Dies ist „die höchste Zahl von Vorfällen auf dem Campus, die jemals in einem Kalenderjahr registriert wurde, und ein Anstieg von 191 Prozent gegenüber den 44 Vorfällen dieser Art, die 2020 gemeldet wurden“, so der CST.

In dem Bericht wird hervorgehoben, dass Antisemiten dazu neigen, „sich auf jede in den Medien verbreitete Geschichte zu stürzen und sie als Ventil für antijüdischen Hass zu nutzen“.

Der Präsident der wichtigsten jüdischen Organisation des Vereinigten Königreichs, des Board of Deputies, kommentierte den Bericht und erklärte, die Daten des CST belegten, dass die Spannungen mit den Palästinensern für die Zunahme des Antisemitismus verantwortlich seien.

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