Studie: Zunehmend Verharmlosung des Holocausts

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Symbolbild. Vergleich des Nazi-Völkermords mit der Coronavirus-Pandemie. Luzern, Schweiz, 31. Juli 2021. Foto IMAGO / Andreas Haas
Symbolbild. Vergleich des Nazi-Völkermords mit der Coronavirus-Pandemie. Luzern, Schweiz, 31. Juli 2021. Foto IMAGO / Andreas Haas
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In sozialen Netzwerken ist ein Trend zur Verharmlosung des Holocausts festzustellen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie, die die Bewegung „Combat Antisemitism Movement“ (CAM) nach eigenen Angaben von Mittwoch in Auftrag gegeben hat. Dazu zählten unter anderem Vergleiche des Nazi-Völkermords mit der Coronavirus-Pandemie.

Die Suche nach spezifischen Wortkombinationen ergab demnach über den Zeitraum Januar 2020 bis Dezember 2021 rund 60 Millionen Online-Aktivitäten, bei denen der Holocaust und die Pandemie miteinander in Verbindung gebracht wurden. Politiker aus ganz Europa, den USA und Israel hätten den Holocaust „öffentlichkeitswirksam“ verharmlost, in dem sie Vergleiche zwischen Pandemie-Beschränkungen und den Massnahmen der Nazis gegen die Juden während des Holocaust angestellt hätten.

Die Trivialisierung des Holocaust sei in den letzten zwei Jahren „bei vielen Politikern, Basisbewegungen, in den Medien und im Internet immer mehr zum Mainstream geworden“, so CAM, die dies als Verzerrung der Geschichte und direkten Affront gegen die Erinnerung an die Opfer und die Würde der Überlebenden kritisierte. „Die Verharmlosung der Verbrechen Nazi-Deutschlands gegen die Menschlichkeit nährt Holocaust-Leugner, die versuchen, die Verbrechen der Nazis herunterzuspielen“, so CAM-Geschäftsführer Sacha Roytman Dratwa. Werde dies zugelassen, entstünden „sichere Räume für antisemitische Verschwörungen, offene Holocaust-Leugnung und andere extremistische Ideologien“.

Durchgeführt wurde die Studie laut CAM, einem Zusammenschluss von rund 330 Organisationen, von der auf Online- und Sozialmedienbeobachtung spezialisierten Agentur „Buzzilla“. Diese habe über einen Zeitraum von zwei Jahren Inhalte von Facebook, Twitter, Instagram und YouTube sowie Nachrichten-Websites, Foren, Blogs und Nutzerkommentare auf Medienportalen auf Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch, Arabisch und Hebräisch untersucht. Einen Teil der seit Juli 2021 verzeichneten Vorfälle zur Verharmlosung des Holocausts veröffentlichte CAM in einer Online-Datenbank.

KNA/akr/jps